Käthe Stroetges wurde 80 • „Großer Bahnhof“ bei Geburtstagsfeier im Altensportzentrum Aachener Straße • „Alltag“ sicherlich nicht zum Feiern geeignet • Wird Staatsanwaltschaft bald ermitteln? [mit Print-Version zum Download]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[19.02.2015] Weit über 100 Gäste waren am Freitag, den 06.02.2015 um 11:00 Uhr der Einladung des Vereins „Sport für betagte Bürger“ zur Geburtstagsfeier seiner 1. Vorsitzenden Käthe Stroetges gefolgt.

Die meisten waren gesetzten Alters, wie es sich einem Verein mit diesem einpräg­samen Namen geziemt.

Einige von ihnen waren langjährige Weggefährten der 80jährigen. Manche kamen aus Vereinen, die dem „NRW Verband Sport für betagte Bürger e.V.“ angehören, der im Jahr 1976 gegründet wurde und Mitglied im PARITÄTISCHEN Mönchengladbach ist.

Vorsitzende des NRW-Verbandes der einmal 18 Vereine umfasste, ist Käthe Stroetges.

Viele dieser Vereine trugen seinerzeit den gleichen Namen, wie der NRW-Verband, haben sich jedoch zwischenzeitlich umbenannt. Ob es den Verband, dessen Anschrift mit der des Mönchengladbacher Vereins identisch ist, in der Form noch gibt und welche Funktion er als „e.V.“ hat, lässt sich schwer feststellen.

Nicht zu den geladenen Geburtstagsgratulanten dürften manche honorigen „Weg­gefährten“ gehört haben, die irgendwann einmal ein Vorstandsamt niedergelegt hatten, weil Bedingungen vorgelegen haben sollen, unter denen eine satzungs­gemäße Arbeit nicht mehr möglich gewesen sei. Das überrascht wenig, unterstellt man, dass nur einige der aktuellen Vorwürfe auch nur annähernd zutreffen.

Vielfältig und teilweise sehr detailliert war die Zahl der Informationen, die unsere Redaktion überraschenderweise auf Grund unserer bisherigen Berichterstattung zu den Zuständen im und um den Verein „Sport für betagte Bürger“ auf unterschied­­lichsten Wegen erreichten.

Einem Puzzle ähnlich scheint ein Bild zu entstehen, das durchaus das Zeug zu einem Bucheinband für ein Drama hat, wobei noch nicht zu erkennen ist, welchem Genre dieses Drama zuzuordnen sein würde, Tragikomödie, Lustspiel oder Krimi.

Dies hängt nicht unwesentlich davon ab, wie die Adressaten eines 6-seitigen Briefes mit identischen Inhalten und mit den etwa 200 Seiten „Anlagen“ u.a. mit Kopien von Originalbelegen umgehen, die ihnen schon Anfang Juli 2014 persönlich übergeben worden sein sollen.

Ausführlich gehen die Absender, die sich als „Whistleblower“ (im deutschen Sprachraum auch ‚ ‚Enthüller‘, ‚Skandalaufdecker‘ oder ‚Hinweisgeber‘ genannt) bezeichnen, mit Belegen auf Vorgänge innerhalb des Vereins ein, die von den „Adressaten“ als überprüfungswürdig eingestuft werden könnten.

Zu den Adressaten zählten das Hauptzollamt Krefeld, das Finanzamt Mönchen­gladbach und die Stadtverwaltung Mönchengladbach.

Thematisiert sollen darin Aspekte hinsichtlich Steuerrecht, Sozialabgaben, Schwarzarbeit, Untreue u.ä. worden sein.

Uns vorliegenden Informationen zufolge soll darüber hinaus in den letzten Tagen bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach eine Strafanzeige eingereicht worden sein.

Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach teilte auf Anfrage mit, dass ihr nicht bekannt sei, dass eine Strafanzeige gegen die Führung des Vereins „Sport für betagte Bürger“ eingegangen ist.

Wenn Strafanzeigen auch steuerrechtliche Aspekte zum Inhalt haben würden, verbiete im Übrigen §30 der Abgabenordnung (Steuergeheimnis) per se schon über das Vorhandensein solcher Anzeigen Auskunft zu erteilen.

Hier dieser Artikel als “Print-Version”

 

 

Ein Kommentar zu “Käthe Stroetges wurde 80 • „Großer Bahnhof“ bei Geburtstagsfeier im Altensportzentrum Aachener Straße • „Alltag“ sicherlich nicht zum Feiern geeignet • Wird Staatsanwaltschaft bald ermitteln? [mit Print-Version zum Download]”
  1. Hierzu teilte der Dezernent für Bildung, Kultur und Sport, Dr. Gert Fischer (CDU), auf Nachfrage an OB Hans Wilhelm Reiners (CDU) mit:

    „… ich verfüge über keinerlei Erkenntnisse, die es notwendig machen würden, die zwischen dem Verein ‚Sport für betagte Bürger‘ und der Stadt Mönchengladbach bestehenden Vereinbarungen zu hinterfragen. Sollte es – wie Sie scheiben – ‚Unregelmäßigkeiten‘ gegeben haben, betreffen diese nicht die Stadt Mönchengladbach. Sollten Sie belastbare Erkenntnisse über solche „Unregelmäßigkeiten“ haben, darf ich auf die zuständigen Behörden verweisen. …“

Ihr Kommentar