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„Wiederkehr der Hasardeure“ • Teil III: Gibt es noch eine eigenständige „deutsche Politik“? [mit Video]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Nach seinem Vortrag zur sicherheits­politischen Entwicklung in Europa und der Welt nahm der Autor des Buches „Wieder­kehr der Hasardeure“, Willy Wimmer, am 16.03.2015 im Osterather Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter zu Fragen aus dem Publikum Stellung.

Etwa 60 Minuten nahm sich Wimmer Zeit für die Beantwortung von über 10 Fragen, auf die wir in dieser Themenreihe noch näher eingehen werden.

 

Die erste Frage zielte darauf, wie sehr die Berliner Politik von amerikanischen Einflüssen und Einflussnahmen bestimmt wird.

Bei dieser Frage zeigte Willy Wimmer Verständnis für die Menschen, die sich damit nicht auseinandersetzen wollen, wachse die poltische Entwicklung doch ganz offensichtlich selbst der Bundesregierung „über den Kopf“.

Über Folgen aus Konfliktfällen wolle man in Berlin nicht mehr diskutieren.

Es störe den Glaubensgrundsatz „Wir sind der eigenen Allianz verpflichtet und verbunden“.

Es sei nachzulesen gewesen, so Wimmer, dass sich die Berliner Politik in einem Satz zusammenfassen ließe: „Lieber falsch und auf der Seite der Amerikaner, als richtig und gegen sie“.

An einem Beispiel aus den 1980er Jahren untermauert Wimmer diese Einschätzung:

Im Zusammenhang mit einer in Deutschland angedachten Einführung von Steuern auf Soja-Bohnen aus den USA hatten die Amerikaner noch am selben Tag erklärt, die Steuern auf „Porsche“ zu erhöhen.

Damit war die Steuererhöhung auf Soja-Bohnen „vom Tisch“.

In Berlin würden aktuell eigene deutsche Interessen nicht mehr artikuliert.

Kein Verständnis zeigte Wimmer für die Äußerungen von Bundespräsident Gauck, der vor Jahresfrist erklärt hatte, Deutschland müsse mehr (militärische) Verantwortung in der Welt übernehmen, obwohl mindestens 80% der deutschen Bevölkerung für Krieg „nichts übrig“ hätten.


Die wesentlichen Fragen:

2 Kommentare zu “
„Wiederkehr der Hasardeure“ • Teil III: Gibt es noch eine eigenständige „deutsche Politik“? [mit Video]”
  1. Die Frage hätte lauten müssen: Gab es seit Kriegsende jemals eine eigenständige deutsche Politik?

    Am 21.11.2011 erklärt Finanzminister Dr. Schäuble auf dem European Banking Congress (EBC), dass Deutschland seit 1945 nicht mehr souverän ist und dies auch nicht mehr erforderlich sei. Er bezeichnet Bestrebungen souverän zu sein als einen „Rückfall in Regelungs-Monopolstellung des klassischen Nationalstaates“.

    Kurzfassung:

    https://www.youtube.com/watch?v=Ab1lyuTyu0U

    Frage: Wessen Meinung vertritt Dr. Schäuble? Meine jedenfalls nicht!

    Langfassung:

    https://www.youtube.com/watch?v=1gfJ8lEJ7Gk

  2. Zu dem ganzen Artikel, UND besonders wegen diesem Absatz:

    „Kein Verständnis zeigte Wimmer für die Äußerungen von Bundespräsident Gauck, der vor Jahresfrist erklärt hatte, Deutschland müsse mehr (militärische) Verantwortung in der Welt übernehmen, obwohl mindestens 80% der deutschen Bevölkerung für Krieg „nichts übrig“ hätten.“

    Ich habe Herr Wimmer dieses Jahr auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) bei der Abschluss Diskussions Runde gesehen. Vor der Diskussion hat er sich sehr freundschaftlich mit Oskar Lafontaine unterhalten.

    In der Diskussion ging es um Antimilitarismus, mit ihm Diskutierten neben Lafontaine noch Rolf Becker und Arnold Schölzel machte die Moderation. Das ganze gibt es auf Video:
    https://www.youtube.com/watch?v=NnOe9QrRxDA

    Dürfte in 20 Jahren RLK die erste Person aus Mönchengladbach gewesen sein, die auf dem Podium war.

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