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Widerstand gegen Biogasanlage wächst auch in Hochneukirch

cimg1842 [1]Die Wanloer sind rührig. Die Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau der Biogasanlage wehrt, hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Letzten Samstag (08.05.2010) war sie in Hochneukirch auf dem Parkplatz eines Discounters und brauchten nicht lange um die Gunst von Unterstützern zu werben. Die Hochneukir­chener zeigten reges Interesse.

cimg1841 [2]cimg1840 [3]In nicht ganz drei Stunden kamen weitere 180 Unterschriften zusammen. Die Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage sieht sich bestätigt und kann die Resonanz als Erfolg verbuchen.

In Gesprächen mit den Bürgern wurden dieselben Sorgen und Vorbehalte gegen die geplante Biogasanlage bei den Nachbarn in Wanlo geäußert: Noch mehr Verkehr!

Hinzu kamen die neuesten Gerüchte um Größe und „Zweistraßigkeit“ der geplanten Anlage.

Auch die Frage, ob nun auch noch Biomüll dazu kommt, beschäftigt die Menschen. Unmut über Falschinformationen wird geäußert. Man fürchtet überrumpelt zu werden.

Auch in Hochneukirch ist man es mehr als leid. Die aktuellen Belastungen durch den Braunkohletagebau, Schlagschatten durch die Windräder und Geruch von der Kompostieranlage ihrer Mönchengladbacher Nachbarn, Sümpfungspumpen, Verkehrszunahme durch das Gewerbegebiet Regio-Park, Belastungen durch den Ausbau der Autobahn – auch ihnen ist das alles eindeutig zu viel.

Wie ihre Wanloer Nachbarn haben sie das Gefühl, in einem Energiepark zu leben. Auch sie haben die Sorge, dass ihr Ort schleichend zum Industriegebiet wird. Verfall der Immobilienpreise inklusive, der schon jetzt massiv zu Buche schlägt.

Grund für den Sprecher der Initiative, Herrn Alfred Brücher, weiter zu machen. Unterschriftenlisten liegen auch in einigen Geschäften und der Volksbank aus.

Diesen Samstag wird man wieder in Hochneukirch sein.

Der Widerstand gegen die Biogasanlage wächst weiter.

2 Kommentare (Öffnen | Schließen)

2 Kommentare Empfänger "Widerstand gegen Biogasanlage wächst auch in Hochneukirch"

#1 Kommentar von DarkGrey am 14. Mai 2010 @ 12:15

Dass Die Hochneukircher auch das Faß am überlaufen sehen, konnten wir am 8. Mai bei der Unterschriftenaktion feststellen.

Hinzu kommt, dass man den Hochneukircher Bürgern scheinbar eine heile Wlet versucht hat vorzugaukeln.

Wenige Informationen und die dann auch noch veraltet. Weiterhin „Biogasanlage Wanlo“, hat ja Hochneukirch nichts mit zu tun….

Positiv war zu sehen, dass das Informationsbegehren in Hochneukierch riesig ist.

Es geht auch um Hochneukirch wenn es zu der geplanten Anlage kommt und wir dürfen nicht vergessen, wir haben die Welt nicht geerbt, sondern nur von unseren Kindern geborgt.

Sollen die Wanloer und Hochneukircher Kinder in einem Energiepark aufwachsen?

Sollen wir es zulassen, dass wir schleichend in ein Industriegebiet umgewandelt werden?

Sollen wir damit leben, dass ständig neue, unangenehme Gerüche über und durch unsere Ortschaften ziehen?

Wie hoch soll die Verkehrsbelastung in unseren Orten noch werden?

Wieviel Feinstaub soll noch über Wanlo und Hochneukirch niederfallen?

Sollen wir es zulassen, dass man vor unseren Augen mit biologischen Abfällen experimentiert?

An unserem Unterschriftenstand kam es zu regen Diskussionen, auch der Bürgermeister von Jüchen/Hochneukirch und Herr Hommel von der FWG Jüchen haben sich daran beteiligt.

#2 Kommentar von DarkGrey am 15. Mai 2010 @ 01:10

Ich habe mir erlaubt, mal wieder ein wenig bei der NVV AG zu „stöbern“, hoffend, dass die geänderten Pläne veröffentlicht sind.

Natürlich steht von der geplanten Zweistrassigkeit nichts dort. Wozu auch? Müssen denn die Bürger alles wissen?

PRO von Seiten der NVV für den Standort sind:

„Kooperationen (technisch/personell) mit Kompostieranlage ggf. möglich“

Die Kompostieranlage wird durch die RETERRA Service GmbH aus Erftstadt betrieben. Wird der Betreiber Personal abstellen? Ich denke mal NEIN.

„Der Standort wird wegen Verbindung mit Windkraft und Kompostieranlage durch Bezirksregierung Düsseldorf begrüßt“

Jetzt versteht ja niemand mehr was gemeint ist. Die Windkraftanlage produziert Strom, die Biogasanlage GAS… Es gibt also keinerlei gemeinsame Einspeisung. Das Thema Kompostieranlage: siehe oben

„Die Anlage lässt sich gut in das Geländerelief einpassen“

Ist klar, eine Biogasanlage passt in einen ländlichen Siedlungsbereich. Passt, vielleicht farblich(?), zu den Windrädern? Oder ist das gemeint, wenn nach 20 Jahren die Anlage dicht gemacht wird und zuwächst…ähnlich alten Burggemäuern?

„Temporär erhöhtes Verkehrsaufkommen von und zu der Anlage
Der Transport der Feldfrucht wäre auch ohne Biogasanlage erforderlich“

Jetzt stellt sich für mich die Frage, wohin würden Feldfrüchte geliefert werden wenn keine Biogasanlage da ist? Man stelle sich vor, die Landwirte liefern Mais, aber es gibt keine Anlage…..

„Die Flächen werden jetzt auch schon gedüngt, mit ähnlichem Verkehrsaufkommen, auch z. T. mit organischem Dünger, der ggf. übel riecht“
Gut, gedüngt wird. Aber die Düngemittel, also auch die Gülle, wird momentan NICHT durch die Ortslagen transportiert.

„Regenerative Energieerzeugung ist politisch gewollt:

Endlichkeit der fossilen Energieträger
steigende Nachfrage z. B. China, Indien
Unabhängigkeit Energieimporte“
Naja, diese Aussagen sind natürlich nicht von der Hand zu weisen. ABER…. die Biogasanlage in Wanlo kann maximal 1600 Haushalte in Mönchengladbach versorgen.
Also ist, sollte Russland seine Importe von Gas einstellen, Mönchengladbach autark?
Welcher Prozentsatz des produzierten Gases geht nach China?

Quelle der PRO-Aussagen: [4]