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„RWE verbrennt Heimat“ • Regelmäßige Exkursionen in die betroffenen Gebiete • Erster Termin: 26. März mit Treffpunkt in Kuckum

Red. Natur, Umwelt & Energie [ - Uhr]

[09.03.2017] Ein letzter Blick aus der Luft auf den fast komplett zurückgebauten Ort Borschemich (Alt) .

„Wenn man heute Leute hierhin führt und ihnen sagt, dass hier einmal ein wunderschönes, mehrere hundert Jahre altes, natürlich gewachsenes Dorf gestanden hat, dann gucken einen die Leute mit großen Augen an.“

So erleben es Oliver Kanneberg und Thomas Milika immer wieder.

Die beiden dokumentieren seit mehreren Jahren den Verfall der Dörfer und sind immer wieder bestürzt und schockiert wie ihre Heimat verheizt wird, wie Menschen im 21. Jahrhundert noch zwangsumgesiedelt werden.

Warum das Ganze?

Nun ja unter den Dörfern liegt die begehrte Braunkohle, welche im rheinischen Revier in den Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden von RWE abgebaut wird.

Bis jetzt mussten etwa 45.000 Bewohner ihre Häuser und damit auch ihre Heimat verlassen.

Aktuell stehen die Abrissbagger im Tagebau Garzweiler in Borschmich, was fast komplett verschwunden ist und kurz vor Immerath.

Lützerath und weitere 5 Dörfer, mit nochmal 1600 Einwohnern werden, so will es die Landesregierung,  zwangsumgesiedelt.

„Der Verlust von Heimat ist etwas endgültiges“, sagt Oliver Kanneberg, der selber als Einwohner von Kuckum direkt von der Zwangsumsiedlung betroffen ist.

„Ich kann immer wieder an den Ort meiner Kindheit zurück kehren“, ergänzt Thomas Milika, „die Bewohner der Dörfer hier können das nicht. Das was hier an Werten; Natur  und Gütern vernichtet wird ist unwiederbringlich verschwunden“.

Dazu zählen Jahrhunderte alte Wasserschlösser, Burgen und sogar Kirchen werden zurückgebaut, wie der Abriss liebevoll von RWE bezeichnet wird, und verschwinden für immer.

„Was so erschreckend ist, ist die Unwissenheit der Menschen. Selbst in 15 bis 20 km entfernten Ortschaften oder Städten; wie Mönchengladbach, Viersen, Neuss oder Aachen, wissen nur wenige Menschen was hier passiert, erzählt Oliver Kanneberg. „Das kann es doch in der heutigen Zeit nicht mehr geben“ ist ein oft gehörter Satz.

Und doch passiert es, jeden Tag, seit über 35 Jahren.

Ortschaften verschwinden, Menschen verlieren ihre Heimat und ganze Dorfgemeinschaften lösen sich teilweise auf.

„Wir wollen den Menschen den Verfall von noch intakten Dörfern bis hin zu Geisterdörfer zeigen und erklären, ihnen den Verlust von Heimat greifbarer und spürbarer machen, sagen die Beiden.

Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum interessierten Menschen zu zeigen, was passiert und wie diese Veränderungen das Leben der Menschen vor Ort, weit vor Beginn des Braunkohleabbaus beeinflussen.

Den Verfall begreifbar machen, so könnte man es kurz zusammen fassen,“ meint Thomas Milika.

„Unsere Exkursionen werden wir jeden letzten Sonntag im Monat anbieten, so Oliver Kanneberg, „Startpunkt ist der Dorfplatz in Kuckum. Von dort wandern wir durch die noch intakten Ortschaften und werden den Besuchern bereits hier die ersten Veränderungen zeigen. Danach werden wir den Standort wechseln und ein Geisterdorf besuchen um dort die Unterschiede zu den intakten Dörfern und der Natur deutlich zu machen.“

Die Exkursionen sind auf etwa 3,5 – 4,0 Stunden ausgelegt und beginnen jeweils um 11:00 Uhr.

Festes Schuhwerk und adäquate Kleidung wird vorausgesetzt.

Auf kleinen Karten können die Teilnehmer den Weg verfolgen und bekommen so auch eine räumliche Orientierung.

Die Teilnahme ist kostenlos aber es wird – wenn möglich – um eine kurze schriftliche Anmeldung gebeten.

Start ist der 26. März.

„Wir sind gespannt auf die Resonanz, da es für uns auch eine Premiere ist, freuen uns über rege Teilnahme“, meinen die Beiden abschließend noch.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich unter: verheizteheimat@gmx.de anmelden
oder
kommt direkt am 26.03.2017 um 11:00 Uhr zum Dorfplatz in Kuckum (für das Navi: Kuckumer Qellenweg)

 

Fotos: Thomas Milika


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