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Viersener Einzelhändler und mfi-Vertreter diskutierten über Kritikpunkte – Spitzengespräch am 24.01.2012 zwischen Viersen und Mönchengladbach: „Deal or no Deal“

12-01-13-tackenberg [1]Am Donnerstag letzter Woche (19.01.2012) traf sich, wie angekündigt, eine Abordnung des Werberings „Viersen aktiv“ und der Immobilien- und Standortgemeinschaft ISG Nordstadt Viersen mit Vertretern von mfi.

Der Viersener Hauptkritiker am Handels- und Dienstleistungszentrum, Dr. Winfried Tackenberg, beschrieb die Gesprächsatmosphäre als anfänglich spannungsgeladen, später dann gelockerter.

Diskutiert wurden u.a. die Notwendigkeit, dass die geplanten 26.000 qm Gesamtverkaufsfläche als garantierte Obergrenze mindestens im Städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Mönchengladbach und mfi garantiert werden und dass dieser Städtebauliche Vertrag den Viersener Gesprächspartner zur Verfügung gestellt wird.

Außerdem fordern die Viersener eine dauerhafte Veränderungssperre, wodurch die Obergrenze auch über die von mfi zugesagte Mindestbetriebsdauer (durch mfi) von 15 Jahren hinaus gesichert ist

Anhand von Grundrissplänen bestätigten die mfi-Vertreter, dass die Gastronomieflächen von 2.600 qm nicht im Nachhinein in weitere Verkaufsflächen umgewandelt würden, weil es für die Gastronomieflächen schon ernsthafte Mieter gebe.

Dies steht im Gegensatz zu bestehenden Centern, die im Mittel einen Gastronomieanteil von unter 5% aufweisen. Für die ARCADEN wären danach nur 1.300 qm Gastronomieflächen realistisch.

Mfi hatte dazu erklärt, dass bei neuen Centern der Gastronomieanteil höher sei, weil in Centern zunehmend ein Eventcharakter aufgebaut werden solle.

Die den Viersener Vertretern überlassenen Zeichnungen weisen für die Arcaden zwei große Haupt-Gastroflächen, einen sogenannten „Food-Court“ und das Café Heinemann aus.

Ob es endgültig zur Anmietung der sehr großen Caféfläche durch Heinemann kommen wird, bleibt abzuwarten, da es Spannungen innerhalb der Familie zur Geschäftsführung gegeben haben soll.

Ein weiteres Problemfeld sieht Tackenberg nach wie vor in der Gesamtfläche an Textilgeschäften. mfi möchte hier eine Variabilität bei der Obergrenze haben und diese wahrscheinlich auch ausnutzen.

Um alle Flächenangaben überprüfen zu können, erwarten die Viersener, dass ihnen mfi die Konzeptpläne mit den dazu gehörenden so genannten „Flächenlisten“ zur Verfügung stellt.

„Nur so kann die Einhaltung der Obergrenze für die Verkaufsflächen von 26.000 qm überprüft werden“, meint Tackenberg. Außerdem müsse die Stadt Mönchengladbach nach Bau-Fertigstellung durch ein sogenanntes „Aufmass“ die Ist-Flächengrößen feststellen.

Man erwarte dann, dass diese Ergebnisse überlassen werden, damit eigene Kontrollen durchgeführt werden können.

Beibehalten wird die Kritik der Viersener an den Verkaufsflächen von 26.000 qm. [2]Mit dieser Verkaufsflächengröße werde eine erhebliche Umsatz-Umverteilung von Viersen nach Mönchengladbach verbunden sein.

Hier wird es sehr stark auf die endgültige Ausgestaltung des Branchenmixes ankommen.

Obwohl Tackenberg die noch offenen Punkte lösbar erscheinen, haben die Immobilienstandortgemeinschaft und der Viersener Werbering ihre Einwände fristwahrend beim Fachbereich Stadtentwicklung und Planung der Stadt Mönchengladbach eingereicht.

Allerdings seien hier auch noch Politik und Verwaltung beider Städte gefragt.

Dazu soll es am 24.01.2012 ein Gespräch geben, denn der Viersener Bürgermeister Günter Thönnessen (SPD) hat sowohl vom Planungsausschuss als auch vom Wirtschaftsförderungsausschuss den Auftrag erhalten, gegen das Mönchengladbacher HDZ Einsprüche einzulegen und Klagemöglichkeiten zu prüfen. [3]

Diesem Votum hatte sich auch der Viersener Ältestenrat einstimmig angeschlossen.

Letzteres, also eine Klage, wollen OB Norbert Bude (ebenfalls SPD) und mfi unter allen Umständen verhindern, weil damit u.a. der gemeinsame Zeitplan (Eröffnung 2014) aus dem Ruder laufen könnte.

Ob das letztendlich gelingt, wird davon abhängen, welchen „Deal“ Norbert Bude seinem Viersener Genossen anbietet.

„Deal“-Objekte zwischen Viersen dürfte es einige geben, wie beispielsweise das erhöhte Verkehrsaufkommen für Viersen durch die Erweiterung des Franziskus-Krankenhauses, das dort bereits aktuell erheblichen Unmut verursacht.

„Deal or no Deal“ wird es am Ende des 24.01.2012 heißen, aber auch, wie die Viersener darauf reagieren, dass Mönchengladbach erst offiziell auf Viersen zugegangen ist, nachdem es eng zu werden droht.

Nicht auszuschließen ist, dass die Gesprächspartner „Vertraulichkeit“ zu den Inhalten und Ergebnissen ihres Gespräches vereinbaren werden und nur das an die Öffentlichkeit gebracht wird, was die Viersener und Mönchengladbacher Bürger wissen „dürfen“.

Merke: Je intensiver „Geheimniskrämerei“ betrieben wird, umso größer wird das Bestreben sein, die „Deals“ aufzudecken. Die „Causa Wulff“ lässt grüßen.

Interessant ist auch, was in Journalistenkreisen kursiert, nämlich, dass ECE seinerzeit für das wesentlich größer geplante „FORUM“ Grundstückskosten in Höhe von etwa 30 Mio. EURO hätte zahlen müssen, die Grunderwerbskosten für die ARCADEN sich aber auf ca. 70 bis 80 Mio. EURO belaufen sollen…

1 Kommentar (Öffnen | Schließen)

1 Kommentar Empfänger "Viersener Einzelhändler und mfi-Vertreter diskutierten über Kritikpunkte – Spitzengespräch am 24.01.2012 zwischen Viersen und Mönchengladbach: „Deal or no Deal“"

#1 Kommentar von Halling am 23. Januar 2012 @ 15:48

Wenn das mit dem Kaufpreis stimmt, ist das prima für die Stadt. Oder??

Aber dann will mfi bestimmt soviel Verkaufsfläche wie möglich. Oder??

Reichen dann die 26000 qm überhaupt? Die zig Millionen müssen mit Ladenmieten wieder reingeholt werden. Sonst rechnet sich der Tempel nicht.

Mal sehen wann die anfangen zu nöhlen das die mehr Fläche brauchen. Mal sehen was die dann als Antwort kriegen.

Was die Geschäfte in Gladbach und Rheydt machen ist mfi sowieso schnurz. Die wollen die Leute im Center haben.

Da sollen die Geschäfte rein und die Leute ihr Geld ausgeben. Nur dann kriegen die richtig viel Miete. Je mehr Verkaufsfläche je mehr Miete.

H&M, Douglas, Kaufland, Saturn, ProMarkt, C&A, Christ, dm, New Yorker, Deichmann, Bodyshop, vielleicht auch noch n paar edlere wie Esprit und wie die alle heißen.

Auf dem Rest der Hindenburgstraße macht dann der Letzte das Licht aus.

Ach so, noch ne Frage: Bleibt der Rest dort leer stehen oder wird gleich alles abgerissen?