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Mönchengladbacher Hauptbahnhof ab dem 1. Januar 2020 ohne Reisezentrum • Grüne: EWMG soll Gladbacher Bahnhofsgebäude kaufen

Hauptredaktion [ - Uhr]

 [04.02.2019] Dieser Entschluss der Deutschen Bahn wird vielen Bahn­kunden nicht gefallen: Die DB will ihren Ticketservice Bahn im Mönchengladbacher Hauptbahnhof zum 31.12.2019 schließen.

Hintergrund:

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte den Verkauf der Nahverkehrssparten ausgeschrieben, der Zuschlag ging an die Transdev GmbH, den mit 43 Tochtergesellschaften im Bahn- und Busbereich größten private Mobilitätsanbieter in Deutschland.

„Die Transdev wird somit ab dem 1. Januar 2020 den Ticketverkauf im Mönchengladbacher Hauptbahnhof übernehmen, aber leider tut sie dies ausschließlich über Fahrkartenautomaten und ohne Beratung“, stellt Karl Sasserath, Fraktionsvorsitzender der Grünen fest.

Im Anschluss an die verlorene Ausschreibung hatte die Deutsche Bahn klargestellt, sie dürfe mit Beginn des nächsten Jahres dann auch die Nahverkehrskarten nicht mehr vertreiben.

Damit rechne sich das Reisezentrum nicht mehr, weil zu wenig Umsatz generiert werde.

Für die Grünen ist dieser Zustand nicht tragbar: „Wir finden, ein solcher Service gehört zu einer Großstadt und die Stadt Mönchengladbach muss ihn vorhalten“, sagt Karl Sasserath.

Immerhin stellten der Ticketservice und die dazu gehörige Beratung von Kundinnen und Kunden eine notwendige Infrastruktur der Daseinsvorsorge dar, die stark genutzt werde.

„Leider ist es so, dass der Fernverkehr rechtlich bisher keine Daseinsvorsorge darstellt, er wird vielmehr eigenwirtschaftlich betrieben. Das ist anders als beim Nahverkehr“, erläutert Grünen-Ratsherr Dr. Boris Wolkowski, stellvertretender Sprecher der Fraktion.

„Damit die Mönchengladbacher nicht auf ihren Service verzichten müssen, bietet sich aus unserer Sicht die „mobil + aktiv“ der NEW an, sie könnte den Kartenverkauf übernehmen“, meint Wolkowski.

Er verweist auf das Beispiel der hessischen Stadt Eppstein: Die Taunusstadt hatte das örtliche Bahngebäude gekauft und dort zum Verkauf der Fernverkehrskarten ein Bürgerbüro mit DB-Agentur eingerichtet.

„Der Bahnhof ist doch das Tor in unsere Stadt, sozusagen unsere Visitenkarte. Momentan gehört der Bahn das Gebäude. Und wie sich die DB um ihn kümmert, kann jeder sehen“, sagt Ulla Brombeis, stellvertretende Fraktionssprecherin der Grünen.

Wenn der Bahnhof im Eigentum der Stadt wäre, könne diese sich besser darum kümmern und den Bahnkunden unnötige Wege ersparen.

„Eine weitere Möglichkeit wäre es, wenn ein örtliches  Reisebüro im Gladbacher Hauptbahnhof als DB-Agentur den Verkauf übernehmen würde“, so Ulla Brombeis.

Es bleibe einer Prüfung durch die Stadt vorbehalten, welche Variante die beste ist, um den Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern den gewohnten und notwendigen Service im Hauptbahnhof zu erhalten, sagt die Grünen-Politikerin.

Ihre Fraktion hat für diesen Ratszug einen entsprechenden Antrag eingebracht. Er wird in der Ratssitzung am 13. Februar behandelt.

 

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