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Zusätzliche Windräder in Mönchengladbach? – Position der Grünen unverändert

Red. Natur, Umwelt & Energie [ - Uhr]

Im September vorigen Jahres hatten sich die Mönchengladbacher Grünen in Person ihres umweltpolitischen Sprechers, Thomas Diehl, erfreut über das Vorhaben der NEW gezeigt, in Buchholz und Hardt jeweils zwei weitere Windkraftanlagen bauen zu wollen.
Nach nunmehr 10 Monaten haben wir nachgefragt, ob sich seitdem etwas an dieser Position etwas geändert habe. Hier die Antwort von Thomas Diehl:

„Nicht wesentlich, eher im Gegenteil: Der weiterhin näherrückende Braunkohlentagebau mit seinen massiven Auswirkungen und die katastrophale Photovoltaik-Förderpolitik machen die Notwendigkeit der Windenergie zur Überwindung der Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen noch deutlicher.

Die vorhandenen Anlagen bei Wanlo und Venn zeigen, dass Windkraftanlagen, einmal errichtet, keine nennenswerten Probleme für die Bevölkerung mit sich bringen (jenseits der Ästhetik, welche ein geringer Preis für eine sichere Energieversorgung ist).

Man vergleiche dies mit anderen Energiequellen, wie etwa dem auch in Ihrer Zeitung erwähnten Gas (woher hätten Sie’s denn gern? Russische Importe, Fracking oder Biogas?) – einzig die Photovoltaik ist ähnlich unproblematisch.

Natürlich ist das Vorhaben nicht perfekt. Ich würde es fraglos bevorzugen, wenn das Vorhaben von einem Unternehmen umgesetzt wird, an dem nicht massiv die RWE beteiligt sind.

Auch ist es wenig innovativ, es sind nach meinem Kenntnisstand einfache Windräder, keine der zahlreichen jungen Technologien in diesem Bereich wie etwa der Einbau von Speichermöglichkeiten über Windgas – da könnte ein Unternehmen mit der finanziellen Ausstattung der NEW mehr leisten.

Artenschutzfragen sind auf jeden Fall noch zu klären. …“

15 Kommentare zu “Zusätzliche Windräder in Mönchengladbach? – Position der Grünen unverändert”
  1. Nachtrag zu „Deutschland rettet die Welt“:

    Von 1990 bis 2011 hat Deutschland seinen jährlichen CO2 Ausstoß um 228 Millionen Tonnen = 22 % reduziert. Das ist ein respektables Ergebnis, möglich geworden insbesondere durch Ersatz und Modernisierung alter Kraftwerke in den neuen Bundesländern unmittelbar nach der Wiedervereinigung.

    Im gleichen Zeitraum hat aber der weltweite jährliche CO2 Ausstoß um 11.446 Millionen Tonnen = 51 % zugenommen. Das ist rd. 50mal so viel wie die entsprechende Abnahme in Deutschland. Dadurch ist auch der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2 Ausstoß von 4,6 % auf 2,4 % zurückgegangen, Tendenz weiter fallend.

    D.h. alles, was wir zur Senkung unseres CO2 Ausstoßes tun, wirkt sich im weltweiten Maßstab immer weniger aus.

    Vor diesem Hintergrund ist es auch unbedeutend, dass unser CO2 Ausstoß seit Beginn der Energiewende wieder steigt, von 2011 nach 2012 um 1,6%.

    Die Zahlen zeigen eindrucksvoll die ganze Sinnlosigkeit unserer Bemühungen um „Klimaschutz“.

    Quelle: http://tinyurl.com/loadulh

  2. Sehr geehrter Herr Diehl,

    als umweltpolitischer Sprecher der Mönchengladbacher Grünen haben Sie sicherlich auch die Möglichkeit, den wissenschaftlichen Dienst Ihrer Partei bei der Beantwortung der hier diskutierten Fragen zu nutzen. Mir drängen sich aber ernste Zweifel auf, ob Sie das auch getan haben:

    „Der weiterhin näher rückende Braunkohlentagebau … machen die Notwendigkeit der Windenergie zur Überwindung der Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen noch deutlicher.“

    Auch noch so viele Windräder liefern keinen Strom, wenn der Wind nicht weht. Das ist in der gesamten Fläche Deutschlands mehrfach im Jahr an vielen aufeinander folgenden Tagen der Fall. Photovoltaik hat keine Chance, diesen Ausfall auszugleichen, weil die Sonne tagsüber nicht konstant genug oder gar nicht und nachts sowieso nicht scheint.

    Das wissen Sie natürlich und verweisen auf visionäre Speichermöglichkeiten, z.B. Power-to-Gas durch Erzeugung von synthetischem Methan (SNG) und Rückverstromung bei Bedarf. Abgesehen davon, dass diese Technologien noch Jahrzehnte von großtechnischer Tauglichkeit entfernt sind, kann die Kombination Windkraft – SNG – Rückverstromung (in Gaskraftwerken) die Stromerzeugung aus dem Garzweiler Tagebau niemals ersetzen. Dazu eine einfache jährliche Überschlagsrechnung:

    Ein modernes 3,2 MW Windrad (Enercon E-82 E2) erzeugt bei 1.560 Volllaststunden (bundesweiter Mittelwert) 4.992 MWh. Das Fraunhofer IWES schätzt 2.000 h Speicherbetrieb. Lt. IWES Leistungsdauerlinie werden in diesen leistungsstärksten 2.000 h rd. die Hälfte der 4.992 MWh erzeugt. Nur dieser Teil wird zur Gaserzeugung und späteren Rückverstromung verwendet. Die anderen 50% fließen direkt ins Netz.

    Die Prozesskette Methanisierung – Rückverstromung hat ca. 25 % Gesamtwirkungsgrad. Damit erzeugt so ein Windrad 4.992/2 + 4.992/2 * 25% = 3.120 MWh.

    Der Tagebau Garzweiler speist die Kraftwerke Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem mit insges. 8.400 MW Nettoleistung. Alle Blöcke laufen überwiegend im Grundlastbetrieb. Bei Annahme von nur 7.000 Volllaststunden sind das 58.800.000 MWh.

    Sie brauchen also wenigstens 58.800.000/3.120 = 18.846 weitere Windräder der E-82 Klasse plus irgend welche noch gar nicht existierenden Speichertechniken plus das verbindende Leitungsnetz um alleine den Tagebau Garzweiler überflüssig zu machen.

    Gegenwärtig haben wir in Deutschland bereits 23.000 Windräder und der Widerstand der Menschen gegen die Aufstellung immer neuer Riesen hat inzwischen die Politik erreicht, siehe die Bundesratsinitiative Bayern-Sachsen zur Erhöhung des Mindestabstandes auf 1.500 m. Das ist auch die Kernforderung der Bürgerinitiative „Windkraft mit Abstand“.

    Nebenbei: das auf diese Weise erzeugte SNG ist bei heutigen Kosten etwa 10-20 mal so teuer wie russisches Erdgas. Auch das zeigt die Realitätsferne Ihres Beitrags.

    Lesen Sie dazu http://tinyurl.com/l56qeez

    „Jenseits der Ästhetik, welche ein geringer Preis für eine sichere Energieversorgung ist …“

    Die Windstromeinspeisung schwankt mit der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit und ändert sich daher sehr schnell. Einspeiseleistungen zwischen 180 MW (das ist fast nichts) und 25.000 MW (das sind immerhin 40 % der Netzleistung an einem Werktag) müssen ständig durch zu- und abschalten von thermischer Kraftwerksleistung ausgeregelt werden und führen dadurch unser Netz häufig an den Rand des Zusammenbruchs.

    Unsere Stromversorgung WAR einmal sicher und die beste der Welt. Der durch das EEG befeuerte profitgetriebene und ungezügelte Windwahn hat sie volatil gemacht und zig Milliarden Kapital in ein permanent auf Subventionen angewiesenes und zutiefst unsoziales Umverteilungssystem von unten nach oben gelenkt.

    „Es sind nach meinem Kenntnisstand einfache Windräder, keine der zahlreichen jungen Technologien in diesem Bereich wie etwa der Einbau von Speichermöglichkeiten über Windgas“

    Das EEG bietet keinen Anreiz zur Errichtung von Stromspeichern. Das Gesetz wurde 2000 von der rot-grünen Bundesregierung geschaffen. Die Grünen selbst haben sich bisher allen Änderungen zur Schaffung solcher Anreize widersetzt.

    Warum soll Deutschland eigentlich diese wegen physikalischer und monetärer Unmöglichkeiten zum Scheitern verurteilte Energiewende wollen?
    Kohle, Gas und Öl reichen noch für Jahrzehnte bis Jahrhunderte und es werden ständig neue Vorräte entdeckt und erschlossen.

    Es bleibt also noch der Klimaschutz (Deutschland rettet die Welt).

    Die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, das viele Geld eines Tages für gezielte Schutzmassnahmen gegen möglicherweise schädliche Auswirkungen dieses Wandels einzusetzen, wird nicht mehr gestellt. Stattdessen schadet Ihre Partei unserem Land mit dem grünen Absolutheitsanspruch ökosozialistischer Deutungshoheit.

    Und zum guten Schluss: Ihre Absonderungen zum Thema Infraschall sind einfach Käse.

  3. Sehr geehrter Herr Diehl,

    aufgrund Ihrer letzten Stellungsnahme, können wir feststellen, dass Sie die Bedenken der bereits betroffenen Anwohner um Wanlo ernst nehmen.

    Dieses begrüssen wir sehr und möchten anmerken, dass die von der NEW geplanten WKA in den Landschaftsschutz- und Naherholungsgebieten mit einer Höhe von 150m nun noch erheblich höher sind und damit eine hohe Belastung darstellen.

    Sollten Sie durch Ihre Gespräche, die Sie vor Ort führen werden zu einer offeneren Meinung gegenüber der geplanten Standorte kommen, bin ich, mit Mitgliedern der BI „Windkraft mit Abstand“ gerne zu einem persönlichem Gespräch bereit, wenn es auch Ihrem oder dem Wunsch der Fraktion entspricht.

  4. Liebe Frau Arndt,
    liebe/r Angenendt,

    ich danke, dass unterschiedliche Personen aus Gesprächen und Erlebnissen zu unterschiedlichen Schlüssen kommen, ist nur natürlich. Das bisher größte Problem, welches mir aus Wanlo geschildert wurde, war das des Schlagschattens, welcher nur für kurze Zeit sichtbar ist, da er ja mit der Sonne wandert.

    Inzwischen haben sich bei mir einige Wanloer mit weiteren Schilderungen anderer Belastungen gemeldet.

    Ich werde mir dies selbstverständlich ansehen, ein Urteil bilden und meine Position entsprechend daraus gewonnener neuer Erkenntnisse neu bewerten.

    Die mich nun im Zuge dieser Debatte neu erreichenden Schilderungen aus Wanlo (Nächtliche Belastungen durch hörbaren Schall) sind nachvollziehbar und bedenkenswert.

    Angenendt hat zum Ausbleiben von Beschwerden eine gute mögliche Erklärung gegeben, die ich für plausibel halte.

  5. @ Herr T. Diehl

    Verzeihen Sie, dass ich mich doch sehr über Ihren Beitrag vom 27.7. 17:45h bezüglich Ihrer Gespräche mit betroffenen Anwohner von WKA’s wundere.

    Wie ist es möglich, dass diese Gespräche zu ihrer Aussage führen „vorhandene Anlagen bei Wanlo und Venn zeigen, dass Windkraftanlagen, einmal errichtet, keine nennenswerten Probleme in der Bevölkerung mit sich bringen)?

    Ich habe etliche Gespräche diesbezüglich geführt und komme zu einem völlig entgegengesetzten Ergebnis. Verzeihung, das ist aus meiner Sicht schon sehr denkwürdig.

    Bitte schauen Sie auch mal in §26 Abs.2 des Bundesnaturschutzgesetzes und im EEG steht nun wirklich genug über Lärm, und über bisher wenig belastete, ruhige Räume ( das Wort lärmunvorbelastet lieben Sie nicht so wirklich ).

    Auch finden Sie im EEG, dass eine Ausweisung für die Windenergienutzung in besonders wertvollen Waldgebieten, insbesondere standortgerechte Laubwälder, nicht in Betracht kommt. Windenergieanlagen gehören entlang vorhandener Infrastrukturtrassen, an denen sie nicht oder nur zu geringfügig zusätzlichen Belastungen, INSBESONDERE in Hinblick aud LÄRM führen.

    Übrigens, ich bin für die Energiewende, aber bitte mit vernünftigem Konzept, sensibler Standortwahl, akzeptablen Mindestabstand (vor der Wahl 2009 von Rot/Grün hatten wir ihn noch).

    Und nicht zuletzt: es kann doch nicht sein, dass Natur und Umweltschutz und der Schutz der Menschen dem Klimaschutz zum Opfer fällt. Grün ist schon lange nicht mehr grün!

  6. @ Günter Heymanns
    @ Ypsilon

    Danke für Ihre aufschlußreichen und fundierten Berichte vom 27.7.13

  7. @ Ypsilon hat es das Thema meiner Meinung nach sehr treffend und fundiert geschildert und viele Informationen bereit gestellt.

    Warum @ Thomas Diehl daraus nichts aufnimmt, sondern abermals nur so polemische Sprechblasen der Windenergie Lobby dahinplappert darf sein Geheimnis bleiben.

    Für mich ist es nicht weiter kommentierenswert, ausserdem bin ich nicht dafür da Thomas Diehl Fragen zu beantworten.

    Die Bürger sind mündig genug sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Vermutlich werden die Ergebnisse bereits bei der Bundestagswahl deutlich sichtbar sein.

    Da die Grüne Politik, insbesondere in NRW, sich in eine demokratische Diktatur verwandelt.

  8. Herr Heymanns,

    ich habe nichts dagegen mit Dr. Brenner zu sprechen, tatsächlich habe ich dies bereits mehrfach getan, aber er ist nicht der einzige in unserer Partei, der eine Meinung äussern darf (zumal seine hier nicht divergiert).

    Vielleicht ist hier auch anmerkenswert, dass die Brenners schon vor Jahren bei den Hardter Anlagen klar Stellung pro Windkraft am dortigen Standort bezogen haben.

    Meine PE vom September ist sogar von seiner Frau, zu diesem Zeitpunkt noch Vorstandssprecherin der Grünen MG, mit großer Zustimmung aufgenommen worden.

    Aber was erzähl ich das? Sie wissen sicher, dass eine PE nicht ohne Rücksprache mit der Partei und dann auch über deren Kanäle veröffentlicht wird.

    Aber ich sehe schon, was soll ich bei Beiträgen groß sagen, die aus überaus ominösen Links (vor allem auf die eigene Webseite, als wäre diese irgendwie als neutral zu betrachten), Ablenkungsmanövern (man sollte meinen, Sie sind in der Lage ein Sachthema zu diskutieren, ohne olle Kamellen auszugraben) und Beleidigungen bestehen.

    Hingegen kommen Sie mit Vokabeln wie „dahingeplappert“ und „zurückgeblieben“ und schreiben Ihre Hammer-Fantasien nieder. Ich hoffe nicht, dass das Ihre Vorstellung davon ist, wie Erwachsene untereinander diskutieren, der Glaubwürdigkeit Ihrer BI erweisen Sie so jedenfalls einen Bärendienst.

    Sehen Sie sich mal den Beitrag von Frau Arndt an – mit dem stimme ich nicht im geringsten überein und er unterstellt mir in falscher Spekulation, dass ich nie mit den Anwohnern anderer Anlagen gesprochen habe, aber Frau Arndt schreibt in einem angemessenen Ton, von dem Sie sich ruhig eine Scheibe abschneiden können. Nur bitte nicht wörtlich nehmen, darauf sollte ich bei den hier aufgezeigten Gewaltfantasien wohl hinweisen.

    Entspannen Se sich ein wenig, genießen Sie das Wochenende und dann schreiben Sie am Montag bitte sachlich und mit anständigem Benehmen ihre Argumente (und nur diese) auf. Das ist keine einfache Diskussion, denn Schall ist nicht grade Erstsemesterstoff, daher braucht es Zeit und vor allem Ruhe.

    Nur zum durch die Wände dringenden Infraschall noch etwas: Das setzt voraus, dass Ihre Wände als Trägermedium agieren, also bei geringster Provokation schwingen. Ein baustatisch gesehen überaus bedenklicher Zustand.

    Richtig ist, dass ein Haus für Infraschall kein Hindernis ist, er geht aber nicht DURCH das Haus, vielmehr UMfließt er es aufgrund der Größe seiner Welle einfach.

    Wenn Infraschall Wände durchdringen könnte, würde das dem Punkt mit der stehenden Welle widersprechen, denn diese entsteht ja dadurch, dass der Infraschall quasi im Raum „gefangen“ bleibt, also eben nicht durch die Wände nach aussen dringen kann.

    Diese Widersprüchlichkeit ist einer der Gründe, warum der aus diversen Versatzstücken recht bunt zusammengewürfelte Text bei milieuziektes.nl nicht als fachliche Beschäftigung mit dem Thema taugt.

    Danke allerdings für die Angabe der Stellen im WEE – den ich selbstverständlich vorliegen habe.

    Ich habe nach ihren Ausführungen nach dem Stichwort „lärmunvorbelastet“ bzw. „Lärm“ gesucht und wurde da natürlich nicht in Ihrem Sinne fündig.

    4.3.2 hatte ich auch gefunden, aber der spricht sich nicht gegen eine Aufstellung in ruhigen Aussengebieten, sondern für eine bevorzugte Aufstellung an vorbelasteten Stellen aus.

    Gäbe es in MG entsprechende Stellen mit ausreichendem Abstand von Wohnbebauung und in einer Zone mit ausreichenden Windstärken, wäre ich natürlich sofort dafür, dort zu bauen, bevor man irgendeine andere Stelle in Erwägung zieht. Ich nehme an, Sie haben Vorschläge?

  9. Belastungen der Anwohner.

    Zu den Belastungen merke ich dasselbe an wie @ patricia arndt.

    Dass es in Wanlo keine Probleme mehr gibt stimmt einfach nicht. Was würde es den Betroffenen auch helfen, sich immer wieder zu beschweren?

    Man würde sie sofort in die Meckerecke stellen, was sehr unfair ist. Die Menschen dort sind es lediglich müde, sich zu wehren.

    Wer den entsprechenden Gegenwind schon mal „genießen“ durfte, weiß was ich meine und resigniert. Alles nur Querulanten? Mit Sicherheit nicht!

    Richtig ist, dass man den Wanloern die Dinger vor die Nase gesetzt hat, das meine ich, wie ich es schreibe.

    Die waren damals zu ermüdet vom Wehren gegen Braunkohletagebau und Müllverbrennungsanlage, um sich schon wieder wehren zu müssen. Vor allem hieß es, es würde bei (ich meine) nur 2-3 bleiben. Was, wie man sieht, nicht stimmt.

    Ich frage mich, wer auf die kühne Idee gekommen ist zu behaupten, dass Abstandsflächen zur Wohnbebauung von 500 – 750 Metern vollkommen ausreichend sind.

    Dass sich auch Fachleute irren, dürfte uns allen hinlänglich bekannt sein. Zwischen Theorie und Wirklichkeit liegen nun mal oft Welten. Auch wer Studien bestellt/bezahlt.

    Ein Wanloer Bürger, der auf der Straße „Im Tal“ wohnt, wollte sich auf juristischem Weg wehren – scheiterte natürlich, weil ja alles ganz easy und nicht störend ist.

    Was das Stören anbelangt, sollte man die direkt betroffenen Anwohner in Wanlo mal fragen.

    Auch die betroffenen Jüchener (Hochneukirch) sind mehr als sauer.

    Die sind nicht nur die Belästigungen (die es nicht gibt) satt, sondern haben auch Werteinbußen (die es ja ebenfalls nicht gibt!) ihrer Immobilien hinzunehmen.

    Jetzt könnte man im Fall Wanlo behaupten, dass dort ohnehin kein Gebäude noch den Wert von vor der Zeit hat, als Garzweiler II nur ein Phantom war, das noch nicht Gestalt angenommen hatte. Damit ist aber zu diesem Thema bei weitem nicht alles gesagt.

    Bei Windenergieanlagen herrscht so etwas wie Goldgräberstimmung bei den Herstellern, sowie Investoren. In MG der NEW.

    Die Energiewende muss vollzogen werden, gleichzeitig spült es mal wieder einigen viel Geld in die Kasse. So ist das scheint’s auf diesem Planeten. Des einen Leid, des anderen Freud.

    Grundsätzlich sind Erneuerbare richtig und wichtig – allerdings mit Augenmaß. Nicht an jeder mehr oder weniger passenden Stelle müssen Windräder stehen. Es gibt auch keinen angeblichen „Zwang“ für Kommunen und/oder Energieversorger diese überall wo es gefällt und Messungen eine günstige Windernte versprechen, hinzusetzen.

    Wenn auch immer gerne darauf verwiesen wird, dass alle nur nach dem Prinzip „Nimby“ (not in my backyard) handeln (was nicht nur für WEA gilt), muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass es nicht sein muss, dass der Abstand zur Wohnbebauung nur 500 oder 750 Meter beträgt.

    Die Planungen müssen anders erfolgen und vor allem Gebiete ausgewählt werden, in denen die Anlagen nicht stören. Diese gibt es selbstverständlich außerhalb von Wohngebieten, in Industriegebieten, entlang von Autobahnen etc. Dazu gibt es sogar Studien.

    Ein Grund warum nicht so verfahren wird ist, dass die Betreiber meist lokal agieren (hier NEW) und ihr Stück vom Subventionskuchen wollen.

    Wertminderungen von Immobilien.

    Zu Wikipedia. Das ist kein Evangelium. Die dort zitierten Herren haben zwar „auch“ Recht – allerdings spricht die Realität eine immer deutlichere Sprache, wenn auch eine andere.

    Würde mich übrigens interessieren, was passieren würde, wenn diese beiden Herren (die in Wikipedia zitiert werden) in eine solche Situation geraten würden, weil man ihnen plötzlich WEA dicht an ihre Häuser setzt.

    Eine Aussage, warum es kaum fachliche Beiträge zu dem Thema gibt:

    „Nach Auskunft eines Mitarbeiters der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Euskirchen sind bisher im Kreis Euskirchen und auch überregional kaum fachliche Beiträge bzgl. dieses Sachverhaltes erstellt worden.

    Das liege vor allen Dingen daran, dass bislang noch kein verbindlicher Nachweis einer tatsächlichen Wertminderung existiere. Aufgrund der mangelnden Beweisfähigkeit wagen es z.Zt. weder Sachverständige noch Gutachter konkrete Stellungnahmen abzugeben.

    Sie befürchten, dass in Berufung auf die von ihnen getroffenen Aussagen von betroffenen Anwohnern vor Gericht Schadensersatz gegenüber WEA-Betreibern eingeklagt werden könne.“

    Es gibt genügend gegenteilige Aussagen aus der Praxis/Realität – und die zählt nun mal:

    Windräder drücken Immobilienpreise

    http://www.welt.de/print-welt/article261194/Windkraft-bringt-Immobilienpreise-in-Turbulenzen.html

    Beispiel Schleswig-Holstein:

    Zitat aus einem Artikel der Zeit-online:

    „Der Verband Schleswig-Holsteinischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer spricht gar von „enteignungsgleichen Eingriffen“ und verlangt bei der Errichtung von Windanlagen Entschädigungen.

    Der Verband beziffert die Verluste auf rund 30 Prozent und spricht zum Teil sogar von Unverkäuflichkeit der betroffenen Objekte.

    Das Innenministerium weist die Forderung zurück und stellt klar, es gebe „keinen Anspruch auf Unveränderbarkeit der Umgebung“, jeder Eigentümer müsse vielmehr damit rechnen, dass sich rund um seine Immobilie planerische Entwicklungen vollziehen.“

    Freude dagegen bei denen, die die Flächen verpachten:

    „Wer seinen Acker an einen Energiebetreiber oder Wind-Investor verpachte, könne derzeit jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Euro einstreichen – Tendenz steigend, denn Arbeit und Kapital seien vorhanden, Boden sei dagegen knapp, skizziert er die Marktlage.“

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/windkraft-protest-schleswig-holstein

    Ein wenig Europa. Beispiele aus England.

    Dort wurden sogar auf Grund der Wertminderung die Grundsteuern an den aktuellen (niedrigeren) Immobilienwert (wg. Windenergieanlagen) angepasst. Ähnliches ist zukünftig für ganz Europa nicht auszuschließen.

    Beispiel Schweiz (was auch für Deutschland nicht ausgeschlossen ist):

    „Die Banken müssen reagieren:

    Der Wertverlust hat auch auf die Finanzierungssicherheit der Eigenheime eine fatale Wirkung. Mit der Wertreduktion der Liegenschaft fällt so manches Kreditkonstrukt um.

    Es müssen Eigenleistungen nachbezahlt werden, damit die Sicherheit der Kredite gewährleistet bleibt. Das kann dazu führen, dass ein Eigenheimbesitzer einer Nachforderung von mehreren 100’000.- gegenübersteht.

    Für die Banken ist das nicht neu. Bei Liegenschaftenschätzungen sind einige Banken schon länger dazu übergegangen, Vorbehalte für drohende Windparks in den Schätzungsbescheid einzubauen.

    Das hat unmittelbare Konsequenzen im Umkreis von mehreren Kilometern um bestehende oder drohende Windparks zur Folge.“

    In demselben Artikel (ganz unten) findet sich (diesmal von Rob Norris von Renewable UK) auch die immer wieder gerne genommene Behauptung:

    „Es gibt keine Studie, die den Nachweis erbringt, dass Windfarmen einen negativen Einfluss auf die Hauspreise haben.”

    http://www.windland.ch/wordpress/2012/07/25/gemeindesteuer-wegen-winkdraftanlagen-reduziert-immobilienentwertung-durch-windkraftwerke-offiziell-anerkannt/

    Selbstverständlich gibt es negative Auswirkungen auf Immobilienpreise.

    „Wertminderung nicht nur bei Verkauf

    Ein Forschungsprojekt der Universität Frankfurt am Main, durchgeführt von Prof. Dr. Jürgen Hasse, kommt zu dem Schluss, dass Windkraftanlagen in der Nähe von Wohngebieten die Lebensqualität der Anwohner nachhaltig verändern.

    Als Folge der Beeinträchtigung der Lebensqualität sinkt der Verkehrswert der Immobilien signifikant.

    Immobilienmakler bestätigten im Rahmen der Studie Wertverluste bei Immobilien in Höhe von durchschnittlich 20 bis 30 Prozent durch die Errichtung von Windkraftanlagen mit Einfluss auf Wohngebiete. Im Einzelfall droht gar die völlige Unverkäuflichkeit.“

    http://www.swp.de/gaildorf/lokales/gaildorf/Wertminderung-nicht-nur-bei-Verkauf;art5533,1244887

    Bei immonet.news gibt es weitere Infos zum Thema:

    Windräder drücken Immobilienpreise

    http://news.immonet.de/windraeder-druecken-immobilienpreise/9046

    und auch hier werden Fälle aufgeführt:

    http://www.kraemer-dieter.de/24432/16163.html

    Es stellt sich immer die berechtigte Frage der Betroffenheit. Aber auch die nach der Zumutbarkeit.

    Nicht alles was machbar ist, ist auch richtig.

    Meine Meinung ist, dass mit Augenmaß vorgegangen werden und nicht immer gleich das Kind mit dem Bad ausgeschüttet werden muss.

    Letzeres ist zunehmend der Fall. Auch In Mönchengladbach. Warum wird nicht abgewartet, dass die NEW sich im ehemaligen JHQ austoben kann?

    Hoffentlich denken dann Politik und Verwaltung daran, wieviel Geld an Pacht in die Stadtkasse fließen muss.

    Denn auch wenn die NEW die Grundstücke zum Vorzugspreis pachtet, bekommt der Stromkunde davon nichts mit, sondern nur NEW/RWE reiben sich die Hände. Dann besser gleich in die Stadtkasse.

  10. @ Thomas Diehl

    Jeder soll sich ruhig seine eigene Meinung bilden, allerdings sollte man dazu vorher seinen Kopf einschalten.

    Sie werden es mir bitte nachsehen, Ihren Hammervergleich würde ich gerne mal bei Ihnen ausprobieren. Ihr Hammervergleich ist ein interessanter Ansatz, leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen ja bekanntlich das Denkvermögen erhöhen, – würde den Gummihammer vom Arzt nehmen – es geht ja um den Resonanzkörper, daher sollte sich der gleiche Effekt einstellen.

    Ernsthaft scheinen Sie sich nicht eine Stunde mit dem Thema effektiv auseinandergesetzt zu haben, sonst kann man solche Äusserungen, wie Sie es hier publizieren nicht tätigen.

    Wenn die Grünen Ratsfraktion ein Statement abgeben möchte, lassen Sie es doch durch ihren Bundestagskandidaten Dr. Gerd Brenner kommunizieren, dann weiss man wo man dran.

    Diehl plaudert mal wieder so dahin:

    Diese Plauderei und andere sind Ihnen sicher noch im Kopf

    Anmerkung zu Ihrer Aussage: Rheinische Post vom 14.12.10, u.a. Medien (http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/gruener-ratsherr-diehl-mit-nazi-vergleich-1.724003 ) „Grünen-Politiker Diehl vergleicht Guttenberg mit Goebbels Mönchengladbach – Riesen-Wirbel nach dem Afghanistan-Besuch von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

    Der Mönchengladbacher Grünen-Ratsherr Thomas Diehl schrieb am Montag: „Guttenberg nimmt in Afghanistan ’ne Talkshow mit Kerner auf – da kann Goebbels sich propagandamäßig noch was abgucken! … “

    Zum Thema Infraschall: Hier eine qualifizierte Aussage mit entsprechender Quellenangabe

    „Auch bei der Übertragung von Geräuschen in der Luft wird auf dem Ausbreitungsweg tieffrequenter Schall weniger gedämpft als höherfrequenter. Ein ähnliches Frequenzverhalten zeigt die Schalldämmwirkung der Außenbauteile von Gebäuden, z.B. der Fenster oder Wände. Zusätzlich kann in geschlossene Räume eingekoppelter tieffrequenter Luftschall durch Raumresonanzen erheblich verstärkt werden. Es kommt dann zur Ausbildung sogenannter „stehender Wellen“, wodurch zumindest lokal relativ hohe Pegel bei vergleichsweise geringem Schalleintrag verursacht werden. Dieser Effekt ist unabhängig von der Art der Transmission.“

    Hier gesamte Quelltext: http://www.milieuziektes.nl/ELF/Schall-%20Infraschall%20-%20Vibrationen.htm

    Weitere qualifizierte Quellen:

    Gesundheitsgefährdung durch Infraschall Wie ist der internationale Stand des Wissens? Dr. med. Bernhard Voigt, Facharzt für Arbeitsmedizin: http://www.windkraft-mg.de/resources/Gesundheitsgef_durch_Infraschall+.pdf

    Ärzteforum Emissionsschutz Unabhängiger Arbeitskreis Erneuerbare Energien ‐ Bad Orb: Gefährdung der Gesundheit durch Windkraftanlagen (WKA)
    http://www.windkraft-mg.de/resources/$C3$84rzteforum+_Emissionschutz.pdf

    Eine persönliche Frage zwischendurch, sind Sie mit ihren knapp 32 Jahren noch immer arbeitssuchend, dann haben Sie sicherlich Zeit den
    Windenergieerlass (46 Seiten) mal komplett zu lesen. Link: http://www.umwelt.nrw.de/klima/pdf/windenergie_erlass.pdf

    Wahlweises hier eine Kurzübersicht zu schützenswerten Landschaftsschutzgebiet und die benötigten Texte zu Ausnahmegenehmigungen, die Sie offensichtlich nicht finden konnten, trotz intensiver Bemühungen:

    8.2.1.5 Landschaftsschutzgebiete

    Das regelmäßige Bauverbot in Landschaftsschutzgebieten gilt grundsätzlich auch für Windenergieanlagen, es sei denn, es sind innerhalb von Flächen für die Windenergienutzung entsprechende Ausnahmetatbestände in die Land- schaftsschutzverordnung aufgenommen bzw. im Landschaftsplan festgesetzt worden.

    4.3.2 KonzentrationszonenentlangvorhandenerInfrastruktur

    …. Ausgehend von diesem Ansatz könnte begründet werden, dass die Wertigkeit von Gebietskategorien mit Ausschluss- charakter – z.B. bestimmte Landschaftsschutzgebiete – vermindert bzw. die geltenden Abstandsregelungen in derart durch Vorbelastung betroffenen Räumen relativiert werden können. Die von den jeweiligen Infrastrukturachsen (Bundesfernstraßen, Hauptschienenwege, Hochspannungsfreileitungen) in unterschiedlicher Weise ausgehenden Vorbelastungen, insbesondere Lärm und Landschaftsbeeinträchtigungen, können dazu genutzt werden, zusätzliche Belastungen durch Windenergieanlagen hier verstärkt zu bündeln und dafür bisher nicht belastete, ungestörte Landschaftsbereiche zu schonen. Die Anbauverbots- bzw. Anbaubeschränkungsverbotszonen zu Infrastrukturtras- sen (s. 8.2.4 zu Straßen) sind zu beachten. Detailliertere Ausführungen können der Studie „Abschätzung der Ausbaupotentiale der Windenergie an Infrastrukturachsen und Entwicklung der Kriterien der Zulässigkeit“ der Planungsbüros Bosch & Partner, Peters Umweltplanung, Deutsche WindGuard, Prof. Stefan Klinski und OVGU Magdeburg, Abschlussbericht vom 31.03.2009 (http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/44684/40870/) entnommen werden. Bei der konkreten Anlagenplanung ist Nr. 5.2.1.4 zu beachten.

    Im Gegensatz zu Ihnen beschäftigen wir uns ( Bürgerinitiative Windkraft mit Abstand http://www.windkraft-mg.de ) mit dem Energiethema intensiv und stehen u.a. mit hunderten Bürgerintiativen in Verbindung, wo bereits WKA in Betrieb sind.

    Die Zuwegung zu den WKA müssen für Schwerlasttransporte zwischen 140-160 Tonnen ausgelegt sein.

    Die Zufahrt ist dauerhaft für einen ganzjährigen Betrieb herzustellen, soweit zu ihrer Aussage, kurzfristige bzgl. Belästigung während der Bauzeit.

    Link: Leitfaden WKA in NRW. Für ein schnelles finden des Text, S. 10. http://www.umwelt.nrw.de/klima/pdf/leitfaden_wind_im_wald.pdf

    Ihre Aussage, dass Sie die Verhinderung der Abbaggerungen von Dörfern in der ganzen Welt in Ihrer Verantwortung sehen, zeugt von übersteigertem Geltungsbedürfnis und Realitätsverlust.

    Kurze Info zu meiner Person (60), ich habe schon gegen die Abbagerung von Rhein-Braun demonstriert, da haben Sie noch im Sandkasten gespielt.

  11. Herr Heymanns,

    ist schon klar: Wer nicht Ihrer Meinung ist, der „plaudert nur so dahin“, ist gar möglicherweise „zurückgeblieben“.

    Es freut mich immer, wenn Menschen sich ihre Jugend erhalten können, aber ein dermaßen pubertärer Diskussionsstil muss doch nun wirklich nicht sein. Zumal das mit dem Dahinplaudern und der Uninformiertheit ein interessanter Vorwurf von jemandem ist, der ständig von Infraschall redet und zugleich beweist, keine Ahnung davon zu haben, was genau Schall (einschließlich Infraschall) eigentlich ist und wie er funktioniert.

    Keine Sorge, ich komme gleich bei 3. darauf zurück.

    Nun zu Ihren Punkten:

    1. Herzlichen Glückwunsch, Sie können nicht nur lesen, sondern sogar Gedankenlesen. Oder zumindest können Sie es versuchen. Wie Sie darauf kommen, ich wüsste nicht um die Belastungen während der Bauzeit ist mir schleierhaft, immerhin hatte es durchaus einen Grund, dass ich davon sprach, die Anlagen seien „einmal errichtet“ unproblematisch.

    Selbstverständlich gibt es zur Zeit des Baus Einschränkungen, wie immer, wenn irgendwo irgendetwas gebaut wird. Das ist aber zum einen vorübergehend, zum anderen sind die Baustellen in diesem Fall mindestens einen halben Kilometer von Ihrem Haus entfernt.

    Die von Ihnen behauptete Regelung im Windenergie-Erlass habe ich auch bei nochmaliger Suche nicht finden können, ich bin sicher, Sie können mir sagen, unter welchem Punkt diese zu finden ist.

    2. Möglicherweise fallen die Preise, möglicherweise nicht. Das ist immer so, wenn irgendwo irgendwer irgendetwas baut.

    3. Infraschall.

    Jetzt muss ich ausholen: Ich habe ja in der Einleitung darauf Bezug genommen, dass man hierzu erst mal verstehen muss, was Schall eigentlich ist. Ich lese aus Ihren Beiträgen heraus, dass Sie Schall für eine Art Strahlung halten.

    Dem ist nicht so – Schall ist eine hochfrequente rhytmische Luftdruckschwankung. Infraschall wiederum ist Schall mit einer vergleichsweise niedrigen Frequenz, unterscheidet sich sonst aber nicht groß von anderem Schall, da der Begriff sich nur auf das menschliche Hörvermögen bezieht, nicht auf irgendeine konkrete physikalische Eigenschaft des so bezeichneten Schalls. Wichtig hierbei ist, dass Schall (anders als Strahlung und ähnlich wie Wellen auf dem Meer) ein Trägermedium benötigt.

    Ein besonders gutes Trägermedium für Schall ist Luft, weil sie extrem flexibel ist (Test: Schwingen Sie einen Hammer durch die Luft. Im Idealfall gleitet die Luft flexibel um den Hammer herum) und daher die Schwingungen gut weitergibt. Ein ziemlich schlechtes Trägermedium für Schall ist eine Wand, die ist in der Regel wneiger flexibel als Luft (Sollten Sie daran Zweifel haben, empfehle ich Ihnen den Hammertest. Sollte Ihre Wand sich als ähnlich flexibel wie Luft erweisen, empfehle ich die Beaufragung eines Maurers).

    Die geringere Flexibilität führt dazu, dass mehr Energie nötig ist, um das Medium „Wand“ zu durchdringen. Nun werden zum Infraschall ja eher niederfrequente Schalle gezählt, die entsprechend auch wenig Energie aufweisen. Ihnen wird bekannt sein, dass Schal beim Durchdringen von Wänden nicht nur leiser, sondern auch stumpfer wird – er verliert an Frequenz.

    Die Frequenz von Infraschall ist so gering, dass er vom Auftreffen auf eine Wand praktisch völlig ausgelöscht wird. Da hilft eine Dämmung natürlich in der Tat wenig, es gibt ganz einfach nichts mehr zu dämmen.

    Zu den Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Körper: Kein Organ im menschlichen Körper ist empfindlicher für Schall als die Ohren. Das ist der Grund, aus dem wir diese zum Hören benutzen und nicht etwa unseren Dicken Zeh. Ein Schall, der zu wenig Energie hat, um auf unsere Ohren zu wirken, hat ganz einfach zu wenig Energie, um auf irgendetwas in unserem Körper zu wirken.

    Anders ist das natürlich bei Ultraschall: Den können wir auch nicht hören, hier liegt es aber daran, dass er mehr Energie hat, als unsere Ohren auf ein mal verarbeiten können und diese Energie wiederum kann für den menschlichen Körper natürlich ein Problem darstellen. Von Ultraschallemissionen bei Windkraftanlagen ist mir aber nichts bekannt. Vielleicht wissen Sie da mehr, Sie haben sich ja informiert.

    Das Windturbinensyndrom ist ein interessantes, Phänomen. Es ist die wahrscheinlich einzige Erkrankung, die nur bei jenen auftritt, die vorher schon davon überzeugt waren, dass sie auftreten wird ( http://www.heise.de/tp/artikel/39/39027/1.html ).

    4. Garzweiler II ist mit Sicherheit nicht aufzuhalten, das wird bis zum genehmigten Ende abgegraben. Und danach? So lange fossile Energie verbraucht wird, werden neue Tagebaue aufgemacht, weil sie für nötig erachtet werden.

    Was glauben Sie, wohin sich die Grundstückspreise in Buchholz entwickeln, wenn in 20 Jahren die ersten Diskussionen um Garzweiler III losgehen? Sehen Sie, Mönchengladbach sitzt auf einigen sehr ergiebigen Flöszen. Und wenn wir bis dahin die fossilen Energien (oder zumindest deren schlimmste Erscheinungsform, die Braunkohlentagebaue) nicht schlichtweg überflüssig gemacht haben, werden weitere Tagebaue kommen.

    Vielleicht nicht unbedingt im oder am Stadtgebiet, aber dann halt woanders. Und ich bin nicht bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass irgendwo auf der Welt wegen unserer verpassten Energiewende wieder irgendwelche Dörfer abgebaggert werden.

    Wieso genau Sie meinen, Windkraft sei nicht geeignet, fossile Energien zu ersetzen, bleibt vermutlich Ihr Geheimnis. In obigem Artikel habe ich ja schon angedeutet, dass sogar das Speicherproblem in der Theorie bereits gelöst ist (über die Elektrolyse von Gas mit Hilfe von überflüssigem Strom in besonders ergiebigen Zeiten, das nennt sich dann „Windgas“).

    Speicherung und Spitzenausgleich war das einzige Problem, das noch gelöst werden musste, damit die Erneuerbaren komplett die Energieversorgung übernehmen können.

    Noch eins zur Demokratie: Demokratie heisst nicht, dass ich immer die Meinung derer vertreten muss, die am lautesten schreien.

    Die den Ratsmitgliedern gegebene Aufgabe ist es, das ihrer Überzeugung nach Richtige zu entscheiden, nicht das populärste.

    Wir mögen unterschiedlicher Ansicht sein, was das Richtige ist, aber genau dafür ist Demokratie ja da: Starten Sie ein Bürgerbegehren oder wählen Sie im Mai die FWG, oder beides, oder nichts davon.

    Die Mittel stehen Ihnen offen und ich verspreche Ihnen, diese Möglichkeit werde ich im Zweifelsfall auch verteidigen, ob ich Ihre Position teile oder nicht.

    Sie vertreten ebensowenig 100% der Einwohner dieser Stadt wie ich und so lange dies so ist, ist es legitim, dass wir in jeglichem Thema unterschiedliche Positionen beziehen.

  12. Zu Herrn Diehls Meinung, vorhandene Anlagen bei Wanlo und Venn zeigten, dass Windkraftanlagen, einmal errichtet, keine nennenswerten Probleme für die Bevölkerung mit sich brächten (jenseits der Ästhetik, welche ein geringerer Preis für eine sichere Energieversorgung ist), möchte ich Herrn Diehl die Empfehlung zum Ausdruck bringen, doch einmal mit betroffenen Bürgern diesbezüglich persönlich zu sprechen, bevor er solche Aussagen macht.

    Für jeden betroffenen Bürger, der durch den Lärm der Anlagen empfindlich gestört wird, den Schlagschatten erdulden muss, dem Infraschall ausgesetzt ist, der wegen all dieser massiven und sehr wohl nennenswerten Probleme erfolglos versucht seine Immobilie zu verkaufen, ist das ein grüner Schlag in’s Gesicht.

    Und nun fasst man mit Buchholzer und Hardter Wald auch noch Landschaftsschutzgebiete, lärmunvorbelastete Naherholungsgebiete ins’s Auge.

    Immerhin: Herr Diehl erwähnt zumindest den Artenschutz, wenn auch an letzter Stelle. Grün ist schon lange nicht mehr grün!!

  13. @Malte Stein,

    es gibt natürlich viele Studien in alle Richtungen, nun ist die Energiebranche natürlich eine extrem mächtige Lobby.

    Es wird ja auch gesagt, wenn man negativ denkt geht es einem schlecht und andersrum. Es gibt viele Argumente und jeder soll sich seine Meinung bilden.

    Sie brauchen nur selbst nachzudenken, Hand auf’s Herz würden Sie ein Haus kaufen und 500 m von einem 150 Meter hohen Windrad wohnen wollen?

    Angebot und Nachfrage regeln nunmal den Markt.

    Hier mal ein Link und anderer Bericht zum Immobilienverfall http://windkraftregion-boedefeld.de/aktuelles/presse.html

    und ein Beispiel eines WKA geschädigten, stellvertretend für viele Betroffene:

    http://gegenwind-mudau.de/resources/Anwohnerbericht_Tag_und_Nacht_ein_Brummen_und_Summen.pdf

  14. Ich würde gerne mal was zu den fallenden Immobilienpreisen hören. Ich hab mal gesucht, ob es dafür Beispiele gibt und bin nicht fündig geworden.

    Dies Argument gab es ja auch schon bei der Diskussion ums KRIZ, also ganz anderes Thema, gleiches Argument. Damals konnte ich auch kein Beispiel für fallende Preise finden.

    Allerdings findet sich in der Wikipedia was dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage#Immobilienpreise

    Da wird auf eine Studie hingewiesen nach der die Preise allenfalls fallen, weil die Menschen es schlecht reden. Schon wenig später sind die Preise dann aber wieder auf gleichem Niveau.

    Und sollte sich jetzt herausstellen, dass unter den Leuten die die WKA schlecht reden, Menschen sind die mit Immobilien handeln oder ähnliches, dann wäre ja auch mal zu schauen welches Interesse diese an Fallenden Preisen haben.

    Könnte ja sein, dass da jemand mal schell ein paar Schnäpchen abstauben möchte und das in dem Wissen, dass die Grundstücke sehr schnell wieder im Wert steigen.

    Das nur mal so als unbewiesene Gegenthese zu der unbewiesenen These, dass die Immobilienpreise fallen 😉

    Nett in der Wikipedia auch der nächste Bereich zu „Tourismus“. Da ist auch was über ne Befragung von Anwohnern.

    Da steht dann u.A.: „… 91 % der Befragten gaben an, dass sie auch bei einem weiteren Zubau von Windkraftanlagen wiederkommen würden …“

  15. Diehl plaudert mal wieder so dahin!

    Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, aber Diehl wird es wohl nie lernen mal gründlich zu arbeiten. So plaudert er mal eben zu den von der NEW geplanten Riesen-Windrädern in den lärmunvorbelasteten Landschaftsschutz- und Naherholungsgebieten um Buchholzer- und Hardter Wald.

    Einen anderen Betreiber würde er bevorzugen, es gibt, jenseits der Ästhetik keine nennenswerten Probleme für die Anwohner!

    Der weiterhin näher rückende Braunkohlentagebau machen die Notwendigkeit der Windenergie zur Überwindung der Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen noch deutlicher.“

    1.
    Handelt es sich lt. WEE bei lärmunvorbelasteten Landschaftsschutzgebieten, um Gebiete die für die Aufstellung von WKA ausgeschlossen sind, wenn überhaupt nur mit ausdrücklichen Sondergenehmigungen in Frage kommen. Dem ist nicht einmal bewusst, dass Zuwegung für 140 Tonnen Gesamtgewicht Schwerlasttransporte geschaffen werden muss, mit einem Kurvenradius von ~ 35 m, das ganze in einem Gebiet, wo die Wege gerade knapp die breite eines Trackers zuläßt.

    2.
    Immobilienpreise fallen, die Eigenheimbesitzer, die teils jahrelang in ihr Eigenheim, auch als Rentenabsicherung sparen, werden mal eben entwertet, aber ansonsten natürlich keine Einbußen.

    3.
    Infraschall, dem die Anwohner permanent ausgesetzt sind. Es handelt sich um langwelligen Schall der im für das menschliche Gehör nicht hörbaren Frequenzbereich liegt. Dennoch ist er permanent vorhanden, man kann ihn nicht durch Dämmung verringern. –

    Es stimmt ja auch nicht, was nicht hör- oder sichtbar ist, ist nicht vorhanden, s.h. Röntgenstrahlen, Radioaktivität u.a.- Die Symptome sind vereinfacht ausgedrückt vergleichbar mit Seekrankheit, nur das man diesem Problem 365 Tage ausgesetzt ist und es dafür keine Pille gibt!

    4.
    Braunkohle, Diehl kann nicht ernsthaft behaupten wollen, dass die RWE Bagger nur einen Meter weniger abbaggern, wenn WKA gebaut werden. Wenn Diehl solche Aussagen trifft, ist er in seiner Entwicklung erheblich zurück geblieben.

    Die Landschaftsschutz- und Naherholungszonen sollen zerstört werden, weil einige wenige die Profitgier treibt. Denn die WKA sind nicht geeignet die fossilen Brennstoffe zu ersetzen. Es ist kein höheres Ziel wofür man die Natur opfern will.

    (Zitat von Diehl aus der RP vom 3.4.2012): Darum hat er sich Basisdemokratie und Naturschutz auf die Fahnen geschrieben –
    Die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung seien noch ausbaufähig, findet Diehl.

    „Es fehlt in der Stadt ein Bewusstsein dafür, was Natur ist.“ Der Begriff werde zu sehr in ein enges kulturelles Konzept gezwängt: „Und dann haben wir Parkanlagen mit Golfrasen.“

    Naja, wenn es nach den Grünen geht, haben wir Windindustrieanlagen anstatt Naherholungszonen im Grünen!

    Der Bürgerwille von 5.000 Unterstützern, die sich gegen die WKA mit nur 500 m zur Wohnbebauung und gegen die Zerstörung der Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiete, durch ihre Unterschrift aussprechen, spielt dann allerdings auch keine Rolle mehr, wenn die Bürger nicht das wollen was die Grüne Demokratie diktiert!

    Hier noch ein passender Song „Grün ist keine Farbe mehr“ http://youtu.be/ItzkyIOG3Nw

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