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Ehemaliger Praktikermarkt in Holt: Werden die Bücker-Brüder (Jessen) die Stadt verklagen?

Herbert Baumann [ - Uhr]

Der Streit um ein neues SB-Warenhaus der Lebensmittel-Kette Kaufland auf dem verwaisten Praktiker-Areal in Holt geht weiter.

Nachdem die Stadtspitze eine erste Bauanfrage des Investors Jessen der CDU-Brüder Bücker „wegen zahlreicher Bedenken“ abgelehnt hatte (wir berichteten), unternahmen die Bückers bei der Stadt nun einen weiteren Versuch, das Millionen-Projekt kurzfristig zu realisieren, wie in der Verwaltung zu hören ist.

Hier richtet man sich zudem auf ein Klageverfahren „Bücker versus Stadt“ ein, wie ein Sprecher erklärte.

In Holt selbst formiert sich Widerstand gegen das Projekt, wie nicht nur aus Schreiben an OB Norbert Bude (SPD) hervorgeht.

Das ist bislang passiert:

Die zwei Brüder von Gladbach, die zu Bude beste Kontakte unterhalten (und umgekehrt), haben nach der Pleite der Baumarkt-Kette den Praktiker-Komplex im Bereich Aachener-, Monschauer Straße, Bahnstraße erworben.

Ihr Ziel: Abriss des Gebäudes und rascher Neubau eines Warenhauses mit unzähligen Artikeln fürs Alltägliche, sortiert auf mehr als 5.000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche.

Für das Pleite-Areal existiert kein Bebauungsplan, somit könne es laut Bücker flott und nach Paragraph 34 Baugesetzbuch (BauGB) gehen.

So müsste auch die Politik nicht grundlegend beteiligt werden.

Während Bude dem Projekt positiv gegenübersteht, wie er u.a. in der SPD-Stadtratsfraktion erklärte, haben Stadtjurist Michael Schmitz (CDU) und Stadtplaner Andreas Wurff (parteilos) massive Bedenken – was zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb des Stadtverwaltungsvorstandes geführt haben soll.

Dem ablehnenden Brief an Jessen habe Bude, der sich nicht öffentlich zum „Fall Kaufland“ äußert, nur widerwillig zugestimmt.

Kritik-Punkte der Vorstandskollegen Budes sind unter anderem: ein solch großer Markt der Neckarsulmer sei nicht vertretbar mit gültigen Einzelhandels-Konzepten, er gefährde zudem umliegende Geschäfte.

Hinzu kommen große verkehrliche Belastungen (Lkw-Anlieferung, hunderte Kunden-Autos täglich) in einem Bereich, der sowohl in Teilen Umweltzone ist und für viel Geld verkehrsberuhigt bzw. neu gestaltet wurde.

Gemeint ist die Aachener Straße.

All das – Emissions-, Verkehrsprobleme usw. – müssten in einem ordentlichen Bebauungsplan geregelt werden. Doch das kostet viel Zeit – die die Bückers nicht ungenutzt verstreichen lassen wollen.

Einzelne Holter Kaufleute, aber auch die Gemeinschaft Handel und Handwerk „Holt – hats.de“ halten in Schreiben dem OB wenig Fingerspitzen-Gefühl vor.

Kaufland da, wo es die Bückers wollen, sei ein heftiger Rückschlag für das kleine Stadtzentrum Holt, das nach der Neugestaltung (Aachener Straße) attraktiver geworden sei.

Käme Kaufland mit seinem Shop in Shop-System, wäre die Existenz bestehender Läden gravierend gefährdet.

Roland Lehmann, Vorsitzender von „Holt hats“, schlägt vor, auf dem Praktiker-Grundstück eine altengerechte Wohnanlage zu errichten.

Ein ansprechendes Umfeld mit Einkaufs- und Verweilmöglichkeiten gebe es bereits für diese ältere Zielgruppe.

Auch die Metro-Group und ihre SB-Warenhaus-Tochter Real haben sich gegenüber Bude ablehnend zu dem Vorhaben geäußert. Kaufland ist ein scharfer Konkurrent von Real.

Im Mai will die Verwaltung in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses eingehend über den Kaufland-Knatsch informieren.

Und sagen, wie es weitergeht. 

Praktiker bzw. die Tochterfirma Max Bahr betrieben bis zum Kollaps in Gladbach drei Märkte.

Für den an der Lürriper Straße interessiere sich die Hellweg-Profibaumarkt-Kette.


3 Kommentare zu “Ehemaliger Praktikermarkt in Holt: Werden die Bücker-Brüder (Jessen) die Stadt verklagen?”
  1. Bude ist ein Opportunist.

    Wem fühlt er sich oder ist er verpflichtet? Jessen oder Viehof? Oder beiden?

  2. …mein Tipp an Jessen, für mal wieder eine schnelle Lösung…,lasst OB Bude mit Gespielin Barbara Gersmann, womöglich weiter kostengünstig in einer Bücker „Bude“wohnen oder bietet den Herrn OB Bude ein nettes Plätzchen nach seiner Amtszeit in der Wirtschaft an…

    Für die armen Einzelhändler in Holt würde ich vorschlagen, kauft mit Kaufland oder allein den Händlern den Laden ab, zum Spottpreis und erklärt Ihnen, dass Sie eh keine andere Wahl haben.
    …dann lasst diese zum Hungerlohn bei Kaufland arbeiten..
    ..und wenn diese dann auf Grund von Hungerlöhnen ihr zu Hause verlieren…,dann kauft diesen doch einfach, ihr mühsam gespartes Eigenheim ab und baut Sozialwohnungen rein, damit das Geld, was dann der Steuerzahler in Form von Hartz 4 zur Miete beträgt, wieder bei euch landet…
    Moderne Sklaverei ist das!

    Dann können alle liebevoll bei Kaufland einkaufen und nicht in so kleinen persönlichen Läden wie früher…

    Ach Leute… Stadtfilzer hat so recht mit seinem Kommentar….

    und keiner merkt es wieder… Steht auf Menschen!!!…

    Pfui Jessen, Pfui Bude, PFUI PFUI PFUI!!!

  3. Och, der arme Herr Bude! Der Kümmerer für die großen und kleinen Sorgen der Bürger.

    Da kümmert er sich rührend um die großen (oder doch nur kleinen – finanziell kann’s denen doch schon schnuppe sein?) Sorgen der Bücker-Brüder und nicht alle wollen mithelfen, deren Sorgen und Nöte zu vertreiben.

    Wie gemein!

    Immer diese Bürger, die es anders wollen und dann auch noch Widerstand in den eigenen Reihen!

    Wäre interessant wie Bude auf die großen Sorgen der (für ihn im Verhältnis uninteressanten „kleinen“) Bürger und Kaufleute aus Holt reagiert.

    Wenn zwei sich um dasselbe große Sorgen machen, ist das noch lange nicht dasselbe.

    Interessant auch, wie wieselflink die Bückers direkt zugeschlagen haben und das Praktikergelände kauften. Dass sich das lohnt, von wegen kein Bebauungsplan, konnte denen sicher die Krämerseele, die nun im Jessen-Mutterhaus weilt, ohne großes Zögern mitteilen.

    Ach, man macht es manchen wichtigen Leuten in dieser Stadt wirklich schwer, zu deren „Gestaltung“ und „Weiterentwicklung“ beizutragen!

    Vielleicht haben die Bücker-Brothers auch schon Ideen oder einen Plan, was mit den Geschäften hätte passieren sollen, die gegen Kaufland nicht angekommen wären?

    Wenn man nämlich nur lange genug wartet, könnte das auch zu lohnenden Schnäppchenkäufen führen. Spielgeld haben die BBs ja wohl genug. Monopoly a la MG.

    Zum Kuckuck, was ist das für ein OB!

    Vielen Dank an die Herren Wurff und Dr. Schmitz! Wenigstens machen die sich noch echte Gedanken oder gar Sorgen um diese Stadt und vor allem die betroffenen Bürger!

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