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Groß-Verbrauchermarkt Kaufland in Holt: Auseinandersetzung um Ansiedlung spitzt sich zu

Herbert Baumann [ - Uhr]

OB Norbert Bude (SPD) sowie CDU und FDP sind trotz massiver Bedenken von Holtern, Einzelhandel und der Bündnis-Grünen gewillt, das Millionen-Projekt durchzuboxen. Und das noch vor der Kommunalwahl am 25. Mai?

Erste Entscheidungen „Pro Kaufland“ könnten am 05.05.2014 in der Sondersitzung der BV West (TOP 5) und in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 06.06.2014 (TOP 25) fallen.

Wie berichtet, haben die CDU-Brüder Bücker der Gladbacher Baufirma Jessen den Praktiker-Baumarkt an der Aachener Straße aus der Insolvenzmasse gekauft.

Ihr Ziel: Abriss Praktiker, dann Neubau eines gut 5.000 Quadratmeter großen Konsumtempels mit allem Drin und Dran.

Damit es möglichst schnell geht, wollen die Bückers kein ordentliches Bebauungsplan-Verfahren – das würde zu lange dauern – sondern ein Schnell-Verfahren nach Art des Paragraphen 34 Bundesbaugesetz.

Hierbei gäbe es beispielsweise keine Bürgerbeteiligung, Aspekte der Verträglichkeit hätten eher untergeordnete Bedeutung.

Zwar hat die Verwaltungsspitze – das sind mehrere Beigeordnete – gegen den Willen von Bude eine erste Bauanfrage „Kaufland“ der Bückers „wegen vieler offener Fragen“ abgelehnt, doch die hartnäckigen Brüder und ihr sie bedienendes Netzwerk geben nicht auf.

Schließlich geht es auch um hohe Gewinnaussichten.

Die Bückers drohen mit Schadenersatzklage, und mittlerweile haben sich sowohl Bude als auch große Teile der CDU zu einem Ja entschlossen.

Tenor: Man könne solche Investoren wie die Bückers nicht noch länger warten und damit hängen lassen.

Kritiker wie der Holter Einzelhandel, aber auch die Grünen und die Linken halten den Befürwortern „schwerwiegende Bedenken“ entgegen.

Käme es zu dem Großprojekt, würde das Umfeld im Verkehr (Kunden, Lieferanten usw.) ersticken.

Errichtete Umweltzonen würden zur Farce, Ziele der verkehrsberuhigten Aachener Straße über Bord geworfen.

Ebenso das Einzelhandelskonzept, das derartige großflächige Ansiedlungen nicht vorsehe, weil es eine bestehende Klein-Laden-Struktur in Holt existenziell bedrohe.

In den Chor der Kaufland-Ablehner stößt (aus Eigeninteresse) nicht nur die SB-Warenhaus-Kette Real mit Deutschland-Zentrale im Volksgarten, sondern auch die einflussreiche Gruppe „Gladbacher Masterplan“ mit Unternehmern und Architekten.

Hier ist man empört, weil durch die Ansiedlung eine „krasse Fehlentscheidung“ drohe.

Wenn man in und für Holt schon etwas tun wolle, dann sei die Eröffnung eines Frischemarktes „sinnvoll“.

Der müsse aber viel kleiner sein, etwa 1.500 Quadratmeter groß, so ein Vorstandsmitglied.

Auffallend in der aktuellen Debatte ist, dass sich die SPD in der ganzen Kaufland-Diskussion zurückhält.

In der Sondersitzung der Bezirksvertretung West muss sie aber Farbe bekennen: am Montag, den 05.05.2014 ab 16:00 Uhr Uhr in der Verwaltungsstelle Rheindahlen, Plektrudisstraße 25-27.

Tags darauf ist „Kaufland“ wieder Thema: Im Stadtratsgremium für Planen/Bauen (15:00 Uhr, Rheydter Ratssaal).


3 Kommentare zu “Groß-Verbrauchermarkt Kaufland in Holt: Auseinandersetzung um Ansiedlung spitzt sich zu”
  1. Trotz Bedenken der Grünen! Wenigstens die wissen noch was Bürgerwille und nicht Selbsterhaltungstrieb oder Eigenwohl ist. Hut ab!

    Nicht nur die Grünen müssen in diesem Wahlkampf „Farbe“ bekennen.

    Wer den Filz durch Bude in dieser Stadt mitträgt,dessen „offensichtlich krumme Geschäfte“,dessen Machenschaften und Intrigenspiel,…,wird sich am Tag der Wahl/evtl Stichwahl zeigen!

    Hoffentlich beweisen die Grünen und andere Parteien Stärke.

    Es wird Zeit, dass man gerade jetzt im Wahlkampf,nicht nur von Seiten der Politik, Bude die rote Karte zeigt.

    [… wegen Überschreitung von Grenzen des fairen Umganges beim Kommentieren auf BZMG von der Moderation gekürzt …]

  2. Bude was peinlich sein?

    Sein Sohn soll bei Jessen eine Ausbildung machen.

    Das hat, wenn es stimmt, selbstverständlich überhaupt nichts mit Vitamin B oder so zu tun. Keinesfalls!

    Wenn das alles stimmt, passt es nicht. Weder die Bude von Bude bei Jessen noch die Ausbildung oder Anstellung seines Sohnes bei Jessen. Ein OB darf sich sowas nicht erlauben. Das hat dann nicht nur ein Gschmäckle, das stinkt richtig.

    Gibt Menschen ohne jedes Fingerspitzengefühl, denen gar nichts peinlich ist.

  3. Bude, CDU & FDP? Logo. Tolles Trio.

    On Top auch noch die Masterplaner. Sorry, was haben die grundsätzlich mit diesem Bereich zu tun, der im Masterplan gar nicht vorkommt? Das nur mal so als Frage generell.

    Da Bude eher mehr als weniger macht was die CDU will, kann es der CDU (fast) egal sein, wie die Kommunal- und OB-Wahl ausgeht.

    Ob der nächste OB Bude oder Reiners heißt. Die Interessen der CDU bedienen beide. Ist also schnuppe.

    Oder hat die CDU Sorge, nach der Kommunalwahl nicht mehr stark genug zu sein, um mit der FDP (die ja schon von einer Kooperation, diesmal wieder mit der CDU träumt, ist eben eine Wendehals-Opportunisten-Partei) diesen Schwachsinn durchzuboxen?

    Aktuell braucht die CDU auf jeden Fall noch Stimmen, wenn sich z.B. SPD, Grüne und Linke gegen Kaufland aussprechen.

    Wäre also hochinteressant, die Meinung der SPD zu diesem Vorhaben zu erfahren.

    Sind die aus Panik in der Versenkung verschwunden, stumm vor Schreck, eine Entscheidung treffen zu müssen oder hoffen die darauf mit einer eigenen (nicht Bude-Gersmann-gesteuerten) Meinung erst um die Ecke kommen zu müssen, wenn die Wahlen vorbei sind?

    Haben die angst vor dem Bürger und Wähler?

    Bude und Gersmann (wie war das bei der Mayerschen??) das Dreamteam der CDU, äh sorry, SPD.

    Vorauseilenden Gehorsam zeigte Gersmann (im Auftrag Budes?) schon 2011 für das Jessen-Projekt „Mayersche“, wo weiteres Gladbacher Tafelsilber sinnlos verramscht wurde:

    http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/fdp/bv-sud-nimmt-bebauungsplanentwurf-ehem-hemden-moller-von-der-tagesordnung.html

    sogar die Jusos meinten damals auch mal was sagen zu müssen:

    http://www.bz-mg.de/rheydt-innenstadtkonzept-ik/rheydt-10-marktplatz-stresemannstrasse/jusos-weg-frei-machen-fur-mayersche-am-neuen-standort.html

    auch Herr Elsen begeisterte sich brav für die Mayersche:

    http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/spd/elsen-zum-bebauungsplan-ehem-hemden-moller-%e2%80%9ealle-beteiligten-sind-mit-der-jetzt-vorgeschlagenen-losung-einverstanden%e2%80%9c.html

    Das Ergebnis ist mehr als fragwürdig. Schöner wurde die Rheydter Innenstadt jedenfalls nicht und die Hinterhof-Atmosphäre blieb:

    http://www.bz-mg.de/rheydt-innenstadtkonzept-ik/rheydt-10-marktplatz-stresemannstrasse/unser-dorf-jesseniger-werden.html

    Nun also Kaufland das nächste Spiel an dem sich Bude beteiligt. Schweigt die SPD vielleicht nur, weil Bude noch niemanden aus der SPD-Nord für das Projekt begeistern konnte, der/die geeignet wäre, ähnlich wie seinerzeit Gersmann in Süd, sich für das Jessen-Projekt Mayersche einzusetzen?

    Wo steht dieser Mann überhaupt? Reicht es nicht schon, dass Bude mit Gersmann zusammen in einem Jessen-Objekt wohnt?

    Scheint denen noch nicht mal peinlich zu sein …

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