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Banken verweigern Dr. Schrammens niederländischem Geschäftspartner van Pol Kredite • Auch Kerkrades Gemeinderat versagt 23,5 Mio.-EURO-Darlehen • DIE LINKE will Klarheit über die Auswirkungen auf die „Roermonder Höfe“

Red. Politik & Wirtschaft [ - Uhr]

Bekanntlich ist gegen den niederländischen Investor Piet Van Pol, der gemeinsam mit dem Mönchengladbacher Planungsbüro Dr. Burkhardt Schrammen das Gelände des ehemaligen Stadtbades an der Fliethstraße entwickeln möchte, ein Strafermittlungs­verfahren anhängig.

Die Situation um dieses umstrittene Bauvorhaben hat in den letzten zwei Monaten auf niederländischer Seite eine „neue Qualität“ erhalten.

Piet van Pol, der verdächtigt wird, Schmiergelder an den Roermonder Politiker Jos van Rey gezahlt zu haben, plante die Entwicklung des Kerkrader Stadtzentrums u.a. mit einem Einkaufszentrum, einem Theater, Appartements und einer Bibliothek einschließlich der Finanzierung.

Etwa 10 Mio. EURO wollte van Pol selbst zuschießen, der Rest in Höhe von 23,5 Mio. EURO sollte über niederländische Banken finanziert werden.

Diese wollen van Pol nun aber nicht mehr mit Krediten bedienen, auch weil sie sich angesichts der schwierigen Marktsituation bei derartigen Großprojekten lieber zurück halten, berichtete http://www.dichtbij.nl am 19.09.2014.

Am 24.09.2014 wollte die Stadt Kerkrade mit einem Darlehen in Höhe von 23,5 Mio. EURO einspringen.

Nachdem van Pol darum gebeten hatte, stimmte der Rat gegen den heftigen Widerstand der Ratsopposition diesem Vorgehen zu.

Vier Wochen später, am 29.10.2014, einigte sich der Rat von Kerkrade in seiner Gesamtheit darau, den Kredit an den Roermonder Projektentwickler solange einzufrieren, bis die Untersuchungen abgeschlossen seien.

Dies hatte die niederländische Tageszeitung ‚Dagblad De Limburger/ Limburgs Dagblad‘ am 30.10.2014 berichtet.

Spätestens am 26.11.2014 will sich der Rat erneut mit dem Antrag van Pols befassen und möglicherweise entscheiden.

Man will nun erst einmal abwarten, wie die Schmiergeldaffäre Van Pol/van Rey ausgeht.

Darüber hinaus soll ein externer Berater klären, ob die Stadt Kerkrade ihre Geschäftsbeziehung zu Van Pol nicht besser beendet.

„Das wirft natürlich automatisch auch Fragen für Mönchengladbach auf“, erklärt Ratsherr Mario Bocks von DIE LINKE.

Immerhin sei es nun etwas verständlicher, warum der Investor der „Roermonder Höfe“ sich so vehement gegen etwaige Investitionserweiterungen im Zusammenhang mit den Höfen gewehrt habe.

Anscheinend sei durch die Situation in den Niederlanden die Reputation Van Pols deutlich gesunken.

Die Linksfraktion im Rat fragt daher, welche der Versagung des 23,5 Millionen € Darlehens Auswirkungen auf den Erwerb des städtischen Grundstückes an der „Bleichwiese“ und die Planung und Durchführung haben könnte.

„Da steckt der Wurm drin“, sagt Bocks und ergänzt: „Alle paar Wochen erfahren wir immer wieder neue Details zu diesem Investor. Dass er in einem Bestechungs- und Korruptionsfall verstrickt ist, war den Verantwortlichen der Stadt doch bekannt. Dass der Gemeinderat Kerkrade aber nun das Darlehen bis zur Klärung der Bestechungsaffäre van Rey auf Eis legt, hat eine gänzlich neue Qualität, zumal van Pol ja bereits von den Banken in den Niederlanden keine Kredite mehr bekommt. Wir müssen da doch die Frage stellen, ob die Finanzierung dieser chaotisch geplanten „Höfe“ auch weiterhin steht, wenn der Investor kein Kapital mehr bekommt.“

Auch der Fraktionsvorsitzende Torben Schultz erwartet nun eine schnelle Auskunft von der Stadt, inwiefern die Finanzierung dieses Projektes überhaupt noch sicher ist und betont: „Hier hat die Stadt von Beginn an auf den falschen Investor und das falsche Projekt gesetzt. Sie sollte nun die Kaufoption für van Pol zum Erwerb des Grundstückes, die am 31.12.2014 gezogen werden muss, endlich zurückziehen. Nach den immer wieder veränderten Plänen des Projektes ist es jetzt an der Zeit, ein Schlussstrich unter dieses Kapitel zu ziehen und für die „Bleichwiese“ einen Neuanfang in Form einer neuen Ausschreibung mitsamt einem Ideenwettbewerb für das Gelände zu starten.“

Mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung bzgl. der Sicherheit der Projetfinanzierung durch den Investor hofft die Linksfraktion, dass die Stadt hier schnell Licht in dieses für sie immer fragwürdiger werdende Projekt bringen kann.

Auch B90/Die Grünen möchten lieber heute als morgen für das Gelände „Bleichwiese“ ein „Reset“, wie sie in ihrer Mitteilung vom 03.09.2014 forderten.

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