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Erste Auswirkungen der „Roermonder Höfe“ auf die Umgebung • Arbeits­losen­zentrum massiv beeinträchtigt • OB Reiners wiegelt ab [mit Videos]

Herbert Baumann [ - Uhr]

Lärm, Erschütterungen, Staub – derzeit ist ein Arbeiten bzw. ein Aufenthalt im Stadtmitte-Arbeitslosenzentrum (ALZ) so gut wie nicht möglich.

„Wären wir rechtzeitig über die umfangreichen Abbrucharbeiten informiert worden, wir hätten uns besser darauf einstellen können“, sagt ein genervter ALZ-Leiter Karl Sasserath.

Die Sachlage: Seit Montag dieser Woche leistet ein Abbruchunternehmer „ganze Arbeit“.

Mit ohrenbetäubendem Krach machen Bagger die lange Fußgängerbrücke zwischen ALZ und Stadt-Musikschule über der in dem Bereich voll gesperrten Lüpertzender Straße platt.


Bis zum 10. Juni soll erledigt sein, sagt ein Stadtsprecher.

Die Brücke verschwindet für das umstrittene Millionen-Neubau-Projekt „Roermonder Höfe“ des laut niederländischer Staatsanwaltschaft in schwerwiegende Korruptionsvorwürfe verwickelten dubiosen Holländer Investors Piet van Pool.

Während die Musikschule „rechtzeitig“ über die Lärmbaustelle informiert wurde – und sich darauf einstellen konnte – gab es für das täglich von vielen Menschen frequentierte ALZ keinen Hinweis aus dem Stadtressort des zuständigen Baudezernenten Gregor Bonin (CDU).

Absichtlich, weil auch Bonin dem ALZ an seinem jetzigen Standort Lüpertzender Straße 69 mehr als ablehnend gegenübersteht?

Sasserath jedenfalls schrieb am 2. Juni – also vor Beginn der lärmintensiven Abbrucharbeiten – an OB Hans Wilhelm Reiners (CDU), formulierte sein Unverständnis darüber, dass es seitens der Stadtverwaltung bis dahin keine Infos für das ALZ gab, bat um Details und kritisierte dann Tage später, weil vom OB nichts kam, die Vorgehensweise als „inakzeptables Behördenversagen“.

Am 7. Juni antwortete Reiners dann Sasserath per Mail.

Er weist die Kritik Sasseraths zurück, schließlich habe die Pressestelle der Stadt die lokalen Medien am 31. Mai auf die komplexen, einwöchigen Arbeiten, die Vollsperrung und die damit verbundenen Belästigungen aufmerksam gemacht.

„Einzelne Anwohner“ zu informieren, halte er, Reiners, wegen des damit verbundenen Arbeitsaufwandes für nicht vertretbar. Die Beschwerde Sasseraths habe Reiners an Bonin weitergeleitet. Doch der rührt sich nicht.

Aber warum wurde dann der einzelne „Anwohner“ Musikschule informiert und nicht auch die bedeutende Einrichtung Arbeitslosenzentrum?

Dazu sagt Reiners nichts.

Sasserath: „Wenn ich das alles gewusst hätte, hätte ich vorgeschlagen, die Einrichtung für die Zeit des Abbruchs zu schließen bzw. den Betrieb einzuschränken.“

Denn derzeit ist eine (störungsfreie) Beratung kaum möglich, viele Besucher des Begegnungsbereichs und vor allem des preiswerten Mittagstisches kommen nicht – weil auch der ÖPNV-Busverkehr nicht rollt und umgeleitet wird.

Sasserath: „Bei einer frühzeitigen kurzen Info der Stadt hätten wir unsere Besucher eingehend informieren können.“

So stehe man vor vollendeten Tatsachen.

 

Am Rande:

Weil Arbeiter der Abbruchfirma keinen Strom hatten, um erforderliche Arbeiten durchführen zu können, schellten sie beim ALZ – die Stromentnahme erfolgt jetzt über den städtischen Zähler im Haus Lüpertzender Straße 69 – hier ist das ALZ untergebracht.

 

Der durch den Abbruch der Brücke entstandene Lärm scheinen nur der Anfang der Beeinträchtigungen des Baues der „Roermonder Höfe“ auf die Nachbarschaft sein.

Stetig steigende Lkw-Verkehre und andere Bautätigkeiten, wie beispielsweise das Setzen von Spundwänden dürften während der gesamten Bauzeit die Geduld der momentan noch „ruhigen“ Anwohner auf eine harte Probe stellen:


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