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Roermonder Höfe: Grüne fordern „RESET“ • Interessen der Bürgerschaft vernachlässigt? • Barrierefreie „Achse“ Hermges – Volkshochschule schaffen

[1]Bei den Planungen für die „Roermonder Höfe“ muss die Stadt Mönchengladbach nach Auffassung der Bündnisgrünen auf den Reset-Knopf drücken.

Der Rat der Stadt sollte aus grüner Sicht vielmehr dafür sorgen, dass für diese zentrale Stelle Mönchengladbachs eine hochkarätige Planung entwickelt und umgesetzt wird.

Die jetzt in Rede stehende kompromissbehaftete und „verschlimmbesserte“ Planung hält nicht nur Dr. Boris Wolkowski, Vertreter der Grünen im Rat der Stadt, für untauglich.

Er fordert jedenfalls klare Verhältnisse: „Der Optionsvertrag mit dem Roermonder Investor Piet van Pol darf nicht verlängert werden, der Verkauf an van Pol und das damit verbundene Bebauungsplanverfahren gehören gestoppt. Von dem investorenfreundlichen Ziel, durch eine überzogene Ausnutzung des Grundstücks maximale Kaufpreiserlöse zu erzielen, sollte sich der Stadtrat schnellstens verabschieden“..

Die beabsichtigte Bebauung des Investors ist nach grüner Auffassung viel zu dicht für den Standort.

„Es geht wohl ausschließlich darum, die Fläche möglichst maximal zu vermarkten. Das ist im Interesse des Investors und des planenden Architekten, aber nicht im städtischen Interesse und auch nicht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger“, stellt Wolkowski fest.

Die Entwicklung zentraler Areale wie der „Roermonder Höfe“ müsse vielmehr ganz konsequent städteplanerischen Leitlinien folgen und zu einer Verbesserung für das Quartier insgesamt führen.

„Vor einer neuerlichen Vermarktung sind zuerst die stadtplanerischen Qualitäten zu definieren und nach einem städtebaulichen Wettbewerb festzuschreiben. Klare stadtplanerische Vorgaben geben einem Investor Planungssicherheit, anders als das bisherige Verfahren, bei dem Politik und Verwaltung immer nur reagieren können und gezwungen sind, einer suboptimalen Planung hinterherzulaufen“, ergänzt Dr. Gerd Brenner, Ratsherr der Grünen aus dem Bezirk Nord, dazu.

Monika Halverscheid, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Nord, verdeutlicht die Problematik: „Die Umsetzung der jetzt kommunizierten Planung der ‚Roermonder Höfe’ würde zu einer Einbuße an Lebensqualität in dem Viertel führen. Der Kinderspielplatz soll ersatzlos wegfallen und der Parkdruck für die Anwohnerinnen und Anwohner würde sich massiv verstärken – dies kann nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und der vorhandenen Einrichtungen sein.“

Ihr Vorschlag dazu: „Wenn es zu einer Verringerung der Parkplatzflächen in diesem Bereich kommt, müssen die Anwohnerinteressen über Anwohnerparken berücksichtigt werden.“

[2]Aus Sicht von Dr. Boris Wolkowski ist eine der größten Schwächen der vorliegenden Planung der städtebauliche Verzicht auf die Möglichkeit, den Bereich Hermges barriere- und kreuzungsfrei  – über die Ausnutzung der vorhandenen Brücken über die Fliethstraße und die Lüpertzender Straße durch den Bereich der Volkshochschule und der Musikschule am „Step“ vorbei – an die Bismarckstraße anzubinden.

„Diese Möglichkeit“, so Wolkowski, „böte für Fußgänger und Radfahrer, aber insbesondere auch für Kinder die Möglichkeit eines schnellen und gefahrlosen Weges über diese viel befahrenen Straßen.“

Er hofft nun, dass viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem Recht, sich im Rahmen der bei der Stadtverwaltung offengelegten Planungen zu beteiligen, Gebrauch machen werden.

5 Kommentare (Öffnen | Schließen)

5 Kommentare Empfänger "Roermonder Höfe: Grüne fordern „RESET“ • Interessen der Bürgerschaft vernachlässigt? • Barrierefreie „Achse“ Hermges – Volkshochschule schaffen"

#1 Kommentar von wir-leben-jetzt am 4. September 2014 @ 21:36

Herr Wolkowski meint „böte für Fußgänger und Radfahrer, aber insbesondere auch für Kinder die Möglichkeit eines schnellen und gefahrlosen Weges über diese viel befahrenen Straßen.“

Welche Verkehrsplanung in den letzten Jahren hat den dazu geführt, das sich hier tatsächlich innerstädtische Autobahnen entwickelt haben?

Verdichtung des Verkehrs auf wenige Strassen…war da nicht mal was, Herr Wolkowski?

Hier scheint die Realität die theoretischen Planspiele am Reissbrett in schrecklicherweise zu überholen.

#2 Kommentar von Ypsilon am 4. September 2014 @ 22:19

@ wir-leben-jetzt

Meine Güte! Jetzt haben Sie mal was anderes geschrieben – und schon versteht man gar nichts mehr! Ich meine zwar zu ahnen, was Sie schreiben wollten – aber soviel Kryptisches auf einmal ist schon eine Kunst.

Verraten Sie doch schlicht, was genau Sie da „in schrecklicher Weise“ ausdrücken wollen.

#3 Kommentar von Ypsilon am 4. September 2014 @ 22:55

Diese neue, klotzige Scheußlichkeit ist unfassbar.

Wie konnte einer solchen Idee überhaupt zugestimmt werden! Weil Dr. Schrammen der Architekt mit dem richtigen Parteibuch ist?

Getreu dem Gladbacher Motto: unsere Stadt soll hässlicher werden!

Wie man aus einem Bauvorhaben das optimale an Geld/Profit herausholen kann, das weiß Dr. Schrammen und hat es schließlich (dank Beziehungen?) schon häufiger unter Beweis gestellt.

Wie hier, wo es ebenfalls „etwas mehr“ geworden ist:

[3]

Warum musste es ausgerechnet dieser Investor sein?

[4]

#4 Kommentar von Boris Wolkowski am 5. September 2014 @ 08:58

Liebe/r wir-leben-jetzt,

ich habe mir Ihren Beitrag mehrmals durchgelesen, doch kann ich leider Ihre genaue Absicht nicht erkennen. Da Sie auch an anderer Stelle grüne Politik kritisieren, gehe ich davon aus, dass Sie uns einige Entscheidungen im Planungs- und Verkehrsbereich vorwerfen.

Konkret bezüglich dieser „innerstädtischen Autobahn“ muss ich zu gestehen, dass ich die Situation nie anders kennengelernt habe.

Gerne nutze ich hier aber die Gelegenheit um den Vorschlag hinsichtlich der Querung Fliehtstraße etwas auszuführen. Kurz gesagt geht es darum die beiden vorhandenen Brückenpfeiler an der Fliehtstraße und Lüpertzender Straße zu verbinden.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass die Straßenzug Fliehtstr. – Hittastr. eine Barriere zur Innenstadt bildet.

Dies mag als PKW-Fahrer nicht so dramatisch sein, da ein Umweg von wenigen 100 m nicht weiter ins Gewicht fällt. Als Fußgänger und Radfahrer muss man hingegen immer wieder nach Seitenwegen, Ampeln und Überquerungen suchen.

Dazu kommt auch noch, dass die Topografie über Rheydter Straße und Abteiberg buchstäblich ein Auf und Ab darstellt und auch für Radfahrer beachtliche Einbahnstraßenregelungen bestehen.

Durch die Überbrückung der Bleichwiese, oder dem was daraus werden soll, würde man einen ampelfreien, relativ höhenstabilen und sogarl barrierefreien Zugang zur Innenstadt bis zum Sonnenhausplatz erreichen.

Hierdurch würde die gesamte Radverbindung zwischen den Innenstädten Rheydt und Gladbach deutlich aufgewertet und eine Verbindung der Anwohner, Schule und Unternehmen erreicht.

Sollte die Stadt dabei bleiben, das Gelände durch Dritte entwickeln zu lassen, wären dafür auch die Kosten überschaubar. Im Endeffekt führt dies dann sogar zu einer Steigerung des Radverkehrs und einer Entlastung der Straßen.

#5 Kommentar von Stadtfilzer am 5. September 2014 @ 10:39

@ Boris Wolkowski

Richtig!

Die Fliethstraße gehört seit Jahrzehnten (also CDU und CDU/FDP-Autofahrer-Politik-Zeiten, weshalb wir die Probleme schließlich haben) zu denen in MG, die für Fußgänger, die es nun mal überall gibt wo Menschen leben, auch falls das @ wir-leben-jetzt stets auszublenden scheint, gibt, ein echtes Problem ist.

Auch für Autofahrer, wenn man „nur“ zu seinem geparkten Auto auf der anderen Straßenseite will.

Wer da rüber will, sollte (wie auch an anderen Stellen) am besten auf der anderen Straßenseite geboren sein.

Die Straße ist seit Jahrzehntenn eine einzige Katastrophe.

Der gute Ansatz mit der Brücke von der Rheydter Straße sollte unbedingt fortgesetzt/erhalten werden.

Bin mir nicht sicher, meine aber, dass die dortige vor allem wegen des Gymnasiums (vor mindestens 15 oder 20 Jahren) entstand.

Auf jeden Fall eine hervorragende Möglichkeit ohne große Fußmärsche, die auch noch rauf und runter gehen, „rüber“ zu kommen.

Denn: Es soll tatsächlich Menschen geben, die aus vielfältigen Gründen (kein Geld, zu jung, zu alt, also Senioren, die oft auch noch wegen körperlicher Einschränkungen nicht mehr so gut laufen können usw.) kein Auto haben!

Menschen, die auch in dieser Stadt leben und Steuern zahlen und doch hoffentlich, neben den wichtigen Autofahrern, auch noch eine Daseinsberichtigung zugestanden wird!

Dieses Auf und Ab z.B. mit Einkaufstauschen bepackt (soll ja auch vorkommen!), mit Kinderwagen oder Rollator zu überbrücken ist sehr fordernd. Da brauche ich nicht mal Fahrradfahrer zu bemühen.

Die Roermonder Höfe sind schon als Modell eine einzige Hässlichkeit.

Warum werden in diesem Fall nicht die Masterplaner involviert? „Die“ Politik weiß sehr wohl warum!

Sonst werden die bei jeder (passenden) Gelegenheit von „der“ Politik herbeigerufen.

Dieser neue Schandfleck würde dann so auf keinen Fall entstehen!

Wenn Stadtentwicklung von Klüngel und Lobbyisten „gemacht“ wird, die sich Geschäfte zuschanzen, kann nichts besseres dabei heraus kommen.

So war es in dieser Stadt und wird es, so wie es aussieht, leider auch zukünftig sein. Ergebnisse sind schließlich überall zu besichtigen.

Monopoly einiger weniger Einflussreicher und Vermögender.

Die Deppen dabei sind die Bürger, die den Ausverkauf (nahezu nie dank der „diskreten Abwicklung“ über städtische Gesellschaften) gar nicht erst mitbekommen.