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Sperrbezirk

Glossi [ - Uhr]

Mist, immer wenn es inter­es­sant ist, hab ich mal wieder keinen Fotoapparat dabei. Aber Gott sei Dank habe ich ja ein Art fotografisches Gedächtnis.

Es war am letzten Samstag. Weil ich Lust auf ein leckeres Eis hatte, schlenderte ich über den Kapuzinerplatz zu meiner Lieblingseisdiele.

Was machen denn die ganzen bunten Uniformen hier? Ach ja, heute ist ja auch schon Stadtschützenfest.

Dass am nächsten Tag Parade war, wusste ich schon, aber dass am Tag vorher der neue Bezirkskönig (aus)geschossen wurde, hatte ich doch glatt nicht mehr auf dem Schirm.

Ich bin ja kein typischer Schützen-Mitläufer, aber hin und wieder guck ich mir das ganze Schützenspektakel mal an.

Na, dachte ich, morgen bekomm’ ich sicher wieder allerhand zu sehen und zu hören. Könnte ein prima Artikelchen werden. Der vergessene Fotoapparat ist nicht so schlimm.

Doch halt, stopp, was ist denn da los? Mitten auf dem Platz eine Ansammlung kleiner, großer und Möchtegern-Prominenter.

Ok, die knubbeln sich ja gerne umeinander und mancher Schützen-Vordere liebt es ja, sich im vermeintlichen Glanz von tonangebenden Stadtpolitikern zu sonnen. Wem’s gefällt – ich bin da tolerant. Irgenwie.

Eigentümlich nur, dass sich der „Knubbel“ hinter Absperrgittern knubbelte.

Irgendwie ein „Sperrbezirk“. Zutritt nur für „Auserwählte“ (fehlt nur noch die Security).

Das macht natürlich neugierig. Beim näheren Hinsehen ist alles klar: Hier gibt’s Freibier!

Und das Schützen-Fuß- und „gemeine“ Volk musste draußen bleiben und die Schützen ihre Getränke selbst kaufen.

Na dann Prost. Hoch lebe die Volksnähe, die stete Gesprächsbereitschaft und das Promi-Rudelknuddeln.

Das wollte ich nur mal gesagt haben…

Euer Glossi

Ein Kommentar zu “Sperrbezirk”
  1. Hallo Glossi.

    der Teufel sch … bekanntlich immer auf den großen Haufen.

    Und mal ehrlich, welche Investition rentiert sich mehr:

    Wenigen mindestens Gutbetuchten und/oder Einflussreichen oder was man dafür hält, was auszugeben oder so ein paar Normalos, die wenig oder womöglich nix auf der Naht und noch nicht mal irgendwo Einfluss haben?

    Kein netter Zug das zu schreiben? Na ja, so ist die Welt und der Beweis wurde ja mit „Freibier (und mehr?) für die, die sowieso schon genug haben, gerade wieder, wie von Dir beschrieben, angetreten.

    Die „Stadtprominenz“ ist eben gern unter sich, notfalls auch hinter Absperrgittern zwecks Wahrung des Promi-Sonderstatus, auf dass sich da nur ja keine Plebs drunter mischen und die Elite unserer Stadt mit ihrer Anwesenheit behelligen.

    Machen die doch immer so, nur selten so öffentlich.

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