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Verkehr Hindenburgstraße • Teil IX: „Schieß nicht auf den Pianisten, wenn Dir das Musikstück nicht gefällt“ • Untersuchungsergebnis in der BV Nord vorgestellt • „Grenzwertige“ Diskussionsbeiträge

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[15.11.2015] Diesen Leitsatz politisch korrekten Verhaltens kannten einige CDU-Vertreter in der Sitzung der Bezirksvertretung Nord entweder noch nicht oder wollten ihn nicht beherzigen.

„Pianist“ war in diesem Fall Nahverkehrsconsultant Matthias Schmechtig und das „Musikstück“ das Ergebnis der vom Planungs- und Bauausschuss am 14.04.2015 beauftragten Untersuchung zur alternativen Führung des Busverkehrs in der Hindenburgstraße für die „Talrichtung“, also vom Alten Markt in Richtung Hauptbahnhof.

Es waren sicherlich nicht die Detailfragen, die aus der CDU-Fraktion an den Gutachter gerichtet wurden, sondern die teilweise provozierende, tendenziell aggressive Art wie die Fragen gestellt wurden, die SPD-Ratsherr Reinhold Schiffers zu der Äußerung bewog, dass man beim Umgang mit einer solchen Studie doch „mehr Gelassenheit“ an den Tag legen solle.

Mit Ausnahme von Claus Flören (B90/Die Grünen) beteiligten sich nur CDU-Vertreter an der Diskussion über den Inhalt der vorgestellten Untersuchungsergebnisse.

Ein CDU-BV-Mitglied, das hervorhob, dass er Mathematiker sei, zweifelte offensichtlich die Befragungsergebnisse von Nutzern der Hindenburgstraße generell an, die Schmechtig in seiner Empfehlung vorstellte. Diese Ergebnisse stammten überwiegend aus Quellen, die nicht das Gutachterbüro selbst erhoben hatte, sondern beispielsweise von der NEW zur Verfügung gestellt wurden.

Welchen Sinn die in diesem Zusammenhang vom „Mathematiker“ gestellte Frage haben sollte, ob auch „Nicht-Nutzer“ der Hindenburgstraße befragt worden seien, erschloss sich den meisten Anwesenden kaum.

Schmechtig erklärte, dass das im Gutachten dargestellte Meinungsbild auf Erhebungen und Befragungen von Nutzern der Hindenburgstraße und der Nutzer der Busse in der Hindenburgstraße im Rahmen einer Vollerhebung basiere; eine Befragung von „Nicht-Nutzern“ habe nicht stattgefunden.

Schmechtig prognostizierte auf Nachfrage, dass durch die ebenfalls in Bearbeitung befindliche Untersuchung zur „Gesamtnetzoptimierung“ für die Busführung auf der Hindenburgstraße kaum ein anderes Ergebnis zu erwarten sei.

Im Verlauf der Diskussion machte der Gutachter mehrfach deutlich, dass es Aufgabe der Studie sei, Chancen und Risiken aus der Verlagerung der talwärts fahrenden Busse auf Viersener und Steinmetzstraße aufzuzeigen.

Insgesamt waren die CDU-Beiträge kaum anders zu werten, als der Versuch, die in der Pressemitteilung von Anfang Oktober 2015 erhobenen Vorwürfe an die Untersuchung zu wiederholen:

 Verkehr Hindenburgstraße • Teil VIII: CDU spricht von „Hinterzimmer“ und will „sorgfältig Alternativen zur Busführung prüfen“ • Entspricht Untersuchungsergebnis nicht den Vorstellungen der CDU?

Seitdem haben sich einzelne CDU-Mitglieder auf Nachfrage gegenüber BZMG geäußert, die diesen Vorstoß weder verstanden haben, noch ihn mittragen würden.

Ein CDU-Mandatsträger meinte, dass er nicht verstehe, was die sich in der Pressemitteilung zu Wort gemeldeten erreichen wollten.

Vielleicht würden sie der absurden Idee anhängen, ein anderes Gutachterbüro solle mit einer erneuten Untersuchung zum Problemfeld „Busse in der Hindenburgstraße“ beauftragt werden und dieses käme zu anderen Ergebnissen, vermutete er.

Ein Kommentar zu “
Verkehr Hindenburgstraße • Teil IX: „Schieß nicht auf den Pianisten, wenn Dir das Musikstück nicht gefällt“ • Untersuchungsergebnis in der BV Nord vorgestellt • „Grenzwertige“ Diskussionsbeiträge”
  1. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, pöbelhaftes Verhalten gehört heute zum ganz normalen Umgangston.

    Das haben wir der Lichtgestalt der Christlich Demokratischen Union, Gott verschone uns vor Lichtgestalten, Helmut Kohl zu verdanken.

    Der hat uns ja die geistig-moralische Wende versprochen und mit der Einführung des werbefinanzierten Fernsehens auch auf den Weg gebracht.

    Das er später von Leo Kirch, dem Filmrechtehändler, Millionen für eine Beratertätigkeit bekommen hat, hat damit aber nichts zu tun.

    Wie gesagt, seitdem können sie rund um die Uhr im Doof-TV sehen, was man alles braucht, wenn man die gesitteten gesellschaftlichen Umgangsformen für ein Relikt aus uralten Zeiten halten will.

    Mathematiker scheinen mir hier besonders gefährdet, da sie ja der Auffassung sind, dass Minus mal Minus Plus ergibt.

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