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Wie breit wird der städtische Grund, den die Stadt wirklich an den Investor „abtreten“ muss, 5 Meter oder 50 Meter? Wie passt eine Verkleinerung des ZOB in den Nahverkehrsplan?

Hauptredaktion [ - Uhr]

[02.03.2017] Am 20.02.2017 kürte eine Jury aus Eigentümer des Areals „Haus Westland“ (nichtstädtische Projekt Mönchengladbach GmbH), externen Fachleuten, örtlichen Politikern und Vertretern der Verwaltung den Entwurf der KBNB Architekten aus Hamburg zum Sieger des Wettbewerbs für die zukünftige Nutzung des Geländes und damit auch des Europaplatzes vor dem Mönchengladbacher Hauptbahnhof.

Das KBNK-Konzept sieht in der endgültigen Ausbaustufe vier „Höfe“ mit insgesamt 19 Häusern vor.

In der Wettbewerbsausschreibung wurde den Planern vorgegeben, dass die Stadt bereit wäre, einen 5 Meter breiten Grundstücksstreifen an den Investor abzutreten/zu verkaufen.

Als Option sei auch eine Verbreiterung dieses Streifens auf 20 Meter möglich.

Würde die 5-Meter-Variante zum Tragen kommen, würden die „Höfe“ 3 und 4 entfallen und statt der neunzehn Häuser nur noch 12 realisierbar.

Selbst unter dem Gesichtspunkt der mit „MG+“ apostrophierten 20-Meter-Variante bliebe es dabei. diese hat somit beim KBNK-Vorschlag schon jetzt keine Bedeutung mehr.

Sollten Investor und Stadt dem Gesamtkonzept von KBNK weiterhin vollumfänglich folgen wollen, hätte das – wie leicht erkennbar ist – die Konsequenz, dass die Stadt anstelle des 5-Meter-„Streifens“ eine öffentliche Grundstücksfläche mit der Tiefe von etwa 50 Metern an den Investor „abtritt“.

Unverkennbar ist, dass damit die ÖPNV-Fläche auf dem Europaplatz derart dezimiert würde, dass befürchtet werden muss, dass nicht einmal die Hälfte der Busverkehre, die aktuell über diesen ZOB abgewickelt werden, dort erhalten blieben.

In jedem Fall wirkt sich die von der Jury favorisierte KBNK-Lösung auf die Linienführung im aktuell in der Entwicklung befindlichen Nahverkehrsplan aus, der die erforderliche Öffentlichkeitsbeteiligung – zumindest hinsicht des Linienkonzeptes – ja schon „durchlaufen“ hat.

Auch vor dem zeitlichen „Horizont“ (der Nahverkehrsplan muss bis Mitte 2017 beschlossen sein) werden sich Stadtplaner, Politik und Investor darauf verständigen müssen, ob es zu einer „Neunzehn-Häuser“- oder nur zu einer „Zwölf-Häuser“-Lösung kommen soll.

In jedem Fall müssen die Verkehrsplaner für den ZOB auf dem Europaplatz ein neues Betriebskonzept entwickeln, bei dem der motorisierte Individualverkehr (MIV), der den aktuellen ZOB noch „umrundet“ keine Rolle mehr spielen dürfte.

Das dürfte beinhalten, dass der MIV über die angrenzenden Straßen geführt werden muss.

 

Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass sich die übrigen drei Wettbewerbsteilnehmer bei ihren Entwürfen an die „+5-Meter-Variante“ bzw. an die „+20-Meter-Option“ gehalten haben:

Büro Eike Becker_Architekten

 Vollständige Präsentation 

 

COBE, Kopenhagen (DK)

Vollständige Präsentation 

 

Kaspar Kraemer, Köln

Vollständige Präsentation 

 

5 Kommentare zu “
Wie breit wird der städtische Grund, den die Stadt wirklich an den Investor „abtreten“ muss, 5 Meter oder 50 Meter? Wie passt eine Verkleinerung des ZOB in den Nahverkehrsplan?”
  1. der geniale Künstler Markus Lüpertz bringt es auf den Punkt, was Rheydt betrifft:

    „Erst malte er mit Worten ein ästhetisches, stilisiertes Bild einer blühenden Rheydter Vergangenheit, dann kontrastierte er dieses mit den Eindrücken, die er am Nachmittag bei einem Spaziergang gesammelt hatte. Er wetterte über „erstaunliche architektonische Verbrechen“, darüber, dass er „tief erschreckt“ gewesen sei. Das Mittagessen im Geneickener Bahnhof immerhin, das sei großartig gewesen.“

    Man denke nur an das wunderbare Freibad Beller Mühle, usw…

    und den Rheydter Spielverein

  2. Herr Schultz, ich habe herzlich gelacht!

    Tja, so wie Sie das beschreiben haben wir in der Tat jede Menge Tiere in der Stadt, die infrage kommen könnten. 🙂

    Das Schaf aus dem OB-Büro gefällt mir am besten. Meine ich wirklich. Ganz ohne Ironie.

    Ihre Entschuldigung nehme ich gerne an, dass Sie mich falsch verstanden haben ….. 🙂

    Wäre die geradezu beängstigende Bauwut von Prestigeobjekten in dieser Stadt nicht so befremdend, wäre mein Lachen ungetrübt. Nicht dass ich was gegen ein schöneres Stadtbild hätte, aber es verfestigt sich immer mehr der Eindruck, dass hier mehr auf Expansion und protzige (im Sinn von groß) Bauten zwecks Geldeinnahmen und mehr „bessere“ Bürger für diese Stadt gesetzt wird, als dieser gut tun wird.

    Schöner gestalten könnte man auch Vorhandenes. Das wäre sogar wichtig. Gerade diese 19 Häuser, wenn es so viele werden und diese seltsamen Roermonder Höfe, wirken auf mich klotzig und reichlich überproportioniert. Klar muss mit dem Haus Westland was geschehen, aber muss es direkt durch sowas ersetzt werden? Wäre nicht auch eine Nummer kleiner möglich? Weniger ist oft mehr.

    Die Brache dahinter bestand nun schon lange, da käme es auf eine etwas längere Entwicklung, die nicht die Gefahr hat, wie Kasernen wirkende Blöcke da hin zu setzen, auch nicht mehr an. Oder ist das Wachstum hier so dringend? Wie Investoren ticken kann ich mir vorstellen, aber wird da nicht das Kind mit dem Bad ausgeschüttet? Von einem Extrem zum andern?

    Ein weiteres Hotel mit 11 (!) Stockwerken? Freuen sich die anderen Hotelbesitzer schon über die Konkurrenz? Haben wir Pech endet das Hotel nachher ähnlich hässlich wie das in der Oberstadt. Welche Touristen sollen das in MG bevölkern? Finde die Idee sehr mutig.

    Sie erwähnten die Fohlen. Die wollen auch ein Hotel bauen.

    Mir gefällt in Gladbach die kleine Wallstraße. Die hat was. Die Friedrichstraße entwickelt sich angenehm. Das Minto ist ein Brocken und die Anwohner auf der Steinmetzstraße, die jetzt nur noch vor den Barcode der hässlichen Minto-Rückseite schauen, tun mir leid. Die Straße ist verhunzt. Die Hindenburgstraße ähnlich. Keine Aufenthaltsqualität. Überall nur Minto. Da helfen auch keine Esel, die ich auch nicht wirklich verstehe, warum die da rumstehen und dazu der empfindliche Straßenbelag.

    Die Rheydter Innenstadt war mal schön zum Einkaufen, aber das Minto hat da auch Kaufkraft abgezogen.

    Ich bin kein Fachmann aber ich empfinde die Stadtplanung in MG wie eine Vergewaltigung, weil unbedingt überall klotzige, oft hässliche, Leuchtturmprojekte entstehen müssen.

    Vorhandenes schöner gestalten, innen modernisieren und wirklich passendes dazu bauen, wäre für mein Empfinden schöner. Die Mischung aus alt und neu macht doch erst das Flair einer Stadt aus. Hier entstehen nur noch Klötze, die zumindest für mich, überdimensionierte Fremdkörper in dieser Stadt sind. Wie soll das weiter entwickelt werden? Was passt dazu? MG und RY sind nicht Düsseldorf oder Köln, wo allerdings auch nur an prominenten Stellen entsprechende Bauten entstehen.

    Klotzige Bauten und desolate Straßen, viele Buckelpisten, Schmuddelecken, verhunzte, kahlrasierte Bäume und Sträucher, vernachlässigtes bzw. nicht vorhandenes Grün, demontierte Springbrunnen und Blumenkübel, fehlende oder hässliche Spielplätze, wenig bis gar keine Jugendeinrichtungen, fehlende Gesamtschulen und sehr hohe Abgaben und Steuern – wie passt das zusammen?

    Na ja. Wie auch immer. Ihr Kommentar, Herr Schultz, ist jedenfalls erheiternd und humorvoll uind animierte mich zu diesem etwas lang geratenen Kommentar. Denke letzteres, also Humor, brauchen wir in dieser Stadt ganz dringend. Ganz viel davon.

  3. @ Torben Schultz

    Ein Schaf im OB-Büro.

    Das ist allerdings, wie es neudeutsch jetzt so schön heißt, ein no go.

    Herr Schultz, es gibt doch so schöne rote Figuren von Karl Marx, so eine gehört ins Oberbürgermeisterbüro.

    Damit unser OB das Wesentliche nicht aus den Augen verliert.

  4. Ach Frau Königs, sie Fragen wer die ganzen Höfe beziehen soll?

    Da wären die Esel am Sonnenhausplatz und die Fohlen im Nordpark.

    Dann noch das Schaf aus dem Oberbürgermeister Büro und ehe das jemand als Beleidigung auffasst, dies meine ich:

    https://www.facebook.com/TorbenSchultzLinkeMG/photos/a.1381755525406307.1073741828.1381708415411018/1892870317628156/?type=3&theater

    Dann waren da ja noch einige Schweine in der Wagenhalle und an der historischen Straßenbahn zu werke.

    Der weiße Ritter vom JHQ wurde zwar länger nicht gesehen, aber der muss ja auch irgendwo sein Pferd unterstellen.

    Also Viehzeugs haben wir genug 😉

    Sollte ich die Frage allerdings falsch verstanden haben bitte ich um Entschuldigung.

  5. Mal vom Verscherbeln städtischen Grund und Bodens in zentraler Lage abgesehen (welche Preise werden verlangt oder wird mehr oder weniger verschenkt?)- was ich keinesfalls befürworte, frage ich mich wer in all die „Höfe“ ziehen soll.

    19 Häuser mit Höfen. Roermonder Höfe, die demnächst vielleicht anders heißen aber sicher Höfe bleiben.

    Karneval ist vorbei, aber auch danach kann man singend fragen: Wer soll das (die sicher teuren Mieten) bezahlen!

    Was wenn dann dort Leerstände entstehen?

    Statt Gentrifizierung dann Segregation?

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