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SPD zum Leserbrief von Herrn Königsmark vom 28.08.2009

spdDer Endphase des Kommunalwahlkampfes ist es wohl geschuldet, dass sich Herr Königsmark (Noch-Vorsitzender des Gesamtvereins DJK/VFL Giesenkirchen), mit einem Leserbrief in einer örtlichen Tageszeitung (28.08.2009) zu Wort gemeldet hat. Leider verkürzt dieser Leserbrief den tatsächlichen Sachverhalt in einer unsachlichen Art und Weise.

Herr Königsmark bezieht sich auf einen „Offenen Brief“ von Herrn Küppers und mir, den wir bereits am 15. Juni 2009 an die Vorsitzenden und Abteilungsleiter der der beiden Giesenkirchener Sportvereine DJK/VFL Giesenkirchen und SV Schelsen geschrieben haben.

Ohne näher auf Einzelheiten einzugehen, die am „Runden Tisch“ besprochen worden sind und die wir in unserem Brief nochmals aufgreifen, nehme ich auch im Namen von Herrn Küppers nochmals Stellung, auch um Legendenbildungen vorzubeugen.

Wahr ist, dass der „Runde Tisch“ am 28. April dieses Jahr auf eine Initiative von Herrn Küppers und mir zurückging.

Wahr ist, dass von den Teilnehmern des Runden Tisches vereinbart worden ist, über die Inhalte in der Öffentlichkeit nicht zu diskutieren.

Wahr ist, dass die SPD Giesenkirchen bereits am 15. Juni dieses Jahr, wie bereits erwähnt, die Sportvereine angeschrieben hat.

Tatsache ist, dass die SPD Giesenkirchen weder mit dem Inhalt des „Runden Tisches“ noch mit dem besagten Brief an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Tatsache ist die Aussage des Bezirksvorstehers am 28. April, dass sich das Thema „2015“ nicht dazu eignen würde, Thema im Kommunalwahlkampf zu sein.

Durch den Leserbrief von Herrn Königsmark als Reaktion auf einen drei Monate alten Brief sieht sich die SPD Giesenkirchen nicht mehr an die getroffenen Vereinbarungen gebunden.

Daher geben wir unseren „Offenen Brief“ zur Kenntnis, damit die Wählerinnen und Wähler die tatsächlichen Beweggründe für die Entscheidung der SPD Giesenkirchen vor dem 30. August erfahren:

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Giesenkirchen, 15. Juni 2009

Offener Brief der SPD Giesenkirchen zur Diskussion um die Zukunft der Sportanlagen in Giesenkirchen

Sehr geehrter Herr Königsmark,
sehr geehrter Herr Reynders,
sehr geehrter Herr Esser,

seit fast zwei Jahren wird in Giesenkirchen über den Zustand der Bezirkssportanlage Puffkohlen und eines möglichen Neubaus einer Bezirkssportanlage auf dem Gelände des ehemaligen Freibades an der Trimpelshütter Straße diskutiert. Dabei spielen die Wünsche der örtlichen Fußballabteilungen von DJK/VFL Giesenkirchen und SV Schelsen, zukünftig mindestens einen Kunstrasenplatz nutzen zu können, eine zentrale Rolle.

Begonnen hat die Diskussion im Herbst 2006, als die NVV AG verkündete, das Giesenkirchener Freibad aus Kostengründen zu schließen. CDU und FDP in Giesenkirchen stellten im Frühjahr 2007 ihre Konzeption „Giesenkirchen 2015“ vor.

Dabei wurde im Vorfeld von den beteiligten Parteien die Bezirkssportanlage Puffkohlen als hoch sanierungsbedürftig bezeichnet, damit diese geschlossen und eine neue Bezirkssportanlage mit zwei Kunststoffrasenspielfeldern auf dem Gelände des ehemaligen Freibades errichtet werden kann. Gleichzeitig soll die tatsächlich hoch sanierungsbedürftige Schulsportanlage Asternweg „zurückgebaut“ werden.

Im Gegensatz zu den politischen Mitbewerbern favorisiert die SPD Giesenkirchen eine Sanierung der Bezirkssportanlage Puffkohlen. Der Projektbericht zum Sportentwicklungsplan vom März 2007 stuft die Anlage als gering sanierungsbedürftig ein. Die Sanierung beider Naturrasenspielfelder würde gemäß diesem Projektbericht zusammen ca. 170.000 Euro kosten.

In vielen Gesprächen mit Verantwortlichen der Giesenkirchener Fußballabteilungen ist der Wunsch an die SPD herangetragen worden, im Stadtbezirk die Errichtung zumindest eines Kunstrasenspielfeldes in die Wege zu leiten. Die SPD Giesenkirchen hat in Zusammenarbeit mit dem Straelener Sportplatzbauer Alfred Ulenberg ein Sanierungsplan für die Bezirkssportanlage Puffkohlen entwickelt.

Dieses Konzept sieht u.a. vor, ein Naturrasenspielfeld in ein Kunststoffrasenspielfeld umzuwandeln, eine rund 550m lange Laufstrecke, vier 100m Sprintstrecken, eine Weitsprunganlage sowie ein Kleinkunststoffspielfeld zu errichten.

Die SPD hat ihren Vorschlag als Alternative in die Diskussion eingebracht und mit den Sportvereinen, den Schulen und den Anwohnerinnen und Anwohnern diskutiert.

Mitte Januar 2009 wurde bekannt, dass die FDP vor dem Hintergrund von 15.076 Unterschriften und der daraus resultierenden genügenden Anzahl von Unterschriften für ein gültiges Bürgerbegehren eben diesem in der Sitzung des Mönchengladbacher Stadtrates am 4. Februar 2009 stattgeben wird.

Am 21. Januar 2009 haben Friedel Königsmark, Peter Kehren und Ortwin Peters und die Unterzeichner dieses Schreibens über daraus resultierende mögliche Konsequenzen für die Politik und den Sport in Giesenkirchen diskutiert. Ergebnis dieses Gespräches war, dass die Sportvereine die Mitglieder der Bezirksvertretung Giesenkirchen zu einem „Runden Tisch“ einladen werden. Dieser „Runde Tisch“ hat zwischenzeitlich am 28. April 2009 stattgefunden.

Leider mussten wir als SPD feststellen, dass der Vorwurf der Bürgerinnen und Bürger, die Politik würde nur in kleinen ausgewählten Zirkeln Absprachen treffen, sich in Punkto „Runder Tisch“ manifestiert hat.

Eine Teilnahme von Anwohnerinnen und Anwohnern der Bezirkssportanlage Puffkohlen war offensichtlich von Teilen der Politik und der Sportvereine nicht erwünscht. Dem Vorschlag der SPD in der Sitzung der Bezirksvertretung Giesenkirchen vom 26. März 2009, nämlich die interessierten Bürgerinnen und Bürger am „Runden Tisch“ zu beteiligen, wurde durch die Einladenden nicht entsprochen.

Zu den Ergebnissen des „Runden Tisches“ vom 28. April 2009 nehmen wir wie folgt Stellung:

Die SPD Giesenkirchen wird sich nicht an einer weiteren Diskussion oder an einem Fragenkatalog beteiligen, der letztendlich zum Ziel hat, die Bezirkssportanlage Puffkohlen an einen anderen Standort im Stadtbezirk Giesenkirchen zu verlagern.

Weder das Gelände des ehemaligen Freibades an der Trimpelshütter Straße, noch mögliche Neubauflächen im Bereich Ahrener Feld oder Schelsen sind für uns diskutabel. Die SPD Giesenkirchen hat ein in sich schlüssiges Konzept zur Sanierung der Bezirkssportanlage Puffkohlen vorgelegt. Ein zeitgemäßes Angebot für den Fußball am bestehenden Standort hat für die SPD Giesenkirchen oberste Priorität.

Darüber hinaus finden wir es bedauerlich, dass die Vorsitzenden der weiteren Abteilungen der DJK/VFL Giesenkirchen erst am 27. April 2009 per Email zum „Runden Tisch“ von Herrn Königsmark eingeladen wurden. Dies war in dem gemeinsamen Gespräch am 21. Januar 2009 anders vereinbart worden.

Die SPD Giesenkirchen bedauert es sehr, dass sich die Diskussion zur Zukunft des Sportes in Giesenkirchen einzig und allein darauf reduziert, den Fußball-Abteilungen im Stadtbezirk Kunstrasenspielflächen zu ermöglichen und dabei die Probleme anderer Abteilungen außer Acht gelassen werden.

Als allzu durchsichtig wertet die SPD auch den Versuch des Bezirksvorstehers, die Öffentlichkeit von der weiteren Diskussion auszuschließen.

Diese Tatsache leistet einer weiteren Politikverdrossenheit Vorschub und bekräftigt die Bürgerinnen und Bürger im vorherrschenden Urteil, dass Entscheidungen in kleinen Zirkeln „ausgeklüngelt“ werden.

Die SPD in Giesenkirchen ist nicht bereit, sich an weiteren Hinterzimmergesprächen zu beteiligen, die einzig dass Ziel verfolgen, Versprechungen der politischen Mehrheit im Stadtbezirk Giesenkirchen an die Fußball-Abteilungen der Sportvereine DJK/VFL Giesenkirchen und SV Schelsen doch noch umzusetzen und dafür die weiteren politischen Parteien zu instrumentalisieren.

Die Menschen im Stadtbezirk Giesenkirchen wollen in die Meinungsfindung und in Entscheidungen frühzeitig eingebunden werden. Sie wollen, dass ihre Meinung gehört wird und im Entscheidungsprozess berücksichtigt wird.

Die SPD Giesenkirchen wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Sport in Giesenkirchen auf zeitgemäßen und modernen Einrichtungen möglich ist. Für die weitere sach- und zielgerichtete Diskussion steht die SPD Giesenkirchen der DJK/VFL Giesenkirchen wie auch dem SV Schelsen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Büschgens
Vorsitzender SPD Giesenkirchen
Volker Küppers
Fraktionssprecher SPD Giesenkirchen

Hier der „Offene Brief“ als PDF [1]

2 Kommentare (Öffnen | Schließen)

2 Kommentare Empfänger "SPD zum Leserbrief von Herrn Königsmark vom 28.08.2009"

#1 Kommentar von Glossi am 28. August 2009 @ 12:21

Na wer sagt’s denn.

Was so ein scheinbar „unscheinbarer“ Leserbrief doch alles so ans Licht bringt.

Spät (aber nicht zu spät) haben die Mönchengladbacher Bürger – und besonders die Giesenkirchener – jetzt doch die Bestätigung dafür bekommen, dass der „Runde Tisch“ zur Sportanlage Puffkohlen wirklich nicht „rund“ war und das, was ich hier

[2]

vom „Hinterzimmer“ geschrieben hatte, sehr sehr nah an der Wahrheit ist.

Und wenn Herr Breymann in seinem damaligen Kommentar u.a. behauptete „Ich beobachte seit einiger Zeit, dass sich die BZ an Herrn Boss persönlich abarbeitet“, so liegt er damit natürlich vollkommen falsch.

Nicht die BZMG macht die Politik, sondern die Politiker. Und wenn sich einer an Herrn Boss „abarbeitet“, dann ist er das selbst!

Das wollte ich nur mal gesagt haben (nein: das musste mal gesagt werden)

Euer Glossi

#2 Kommentar von Der Giesenkirchener am 28. August 2009 @ 23:43

Im „offenen Brief“ erkennt die SPD:

„Als allzu durchsichtig wertet die SPD auch den Versuch des Bezirksvorstehers, die Öffentlichkeit von der weiteren Diskussion auszuschließen.“

Warum erkennt man das erst jetzt? Warum ließ man sich das bieten?

War niemand von der SPD in den letzten beiden Jahren auf den CDU-Infoveranstaltungen, die vom Giesenkirchener Bezirksvorsteher (Frank Boss, CDU) als „Bürgerversammlung“ bezeichnet wurden?

Warum erkannte auch dort niemand den „Versuch des Bezirksvorstehers, die Öffentlichkeit von der weiteren Diskussion auszuschließen“ ???

Es zeugte von dermaßen schlechtem Stil, dass Herr Boss nicht nur die Anwesenden informierte, sondern die Veranstaltungen (zum Umbau des Konstantinplatzes und zu „Giesenkirchen 2015“) auch moderierte.

Dadurch hatte er die kritischen Bürger und Fragesteller geschickt ausgebremst.

Beispiel 1:
„So dürfen Sie die Frage nicht stellen“ (Herr Boss an einen Bürger).

Beispiel 2:
Die Bürger benötigten für eine Frage 45 Sekunden, Herr Boss für die Antwort bis zu 5 Minuten, da blieb den Bürgern nicht viel Zeit zum Fragen, zumal Sie, liebe Leser ja jetzt wissen, wer die Gesprächsleitung hatte.