Die multimediale Mit-Mach-Zeitung für Mönchengladbach & Umland ... wirtschaftlich und politisch unabhängig ... aber nicht unpolitisch ...


Brand auf dem Drekopf-Gelände: Bezirksregierung eingeschaltet [mit Videos]

Bertel Schilling [ - Uhr]

[12.07.2018] Am vergangenen Montag (09.07.2018) kam es zu einem Groß­brand auf dem Gelände der Firma Drekopf an der Boettgerstraße in Neuwerk.

Da ich in unmittelbarer Nähe zu diesem Areal wohne, haben mich das Ausmaß dieses Brandes und die über Neuwerk ziehenden schwarzen Rauchwolken doch sehr beunruhigt.

2013 hatte es dort schon einmal einen Großbrand gegeben, so dass sich die Frage stellt, ob die für eine sichere Verarbeitung und Lagerung brandgefährlicher Stoffe notwendige Maßnahmen eingehalten wurden.

Ich habe mich daher in einem Schreiben an die Bezirksregierung Düsseldorf mit einem Überprüfungsantrag gewandt, um feststellen zu lassen, ob die seinerzeit erteilte Betriebserlaubnis widerrufen werden kann und auch um klären zu lassen, ob die mit der Genehmigung erteilten Auflagen eingehalten werden.

Insbesondere sollte hinsichtlich der verarbeiteten Kunststoffabfälle geprüft werden, ob die seitens der Firma beantragte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes rechtens ist.

Bei  Kunststoffabfällen lässt sich eine ständige Selbstentzündungsgefahr nicht 100 %ig ausschließen, so ein Brandexperte in der Panorama3-Sendung des NDR vom 08.10.2013, so dass wohl kaum von einer Lagerung nicht gefährlicher Abfälle gesprochen werden kann.

Plastikmüll: Gefährliche Selbstentzündung

Meines Erachtens ist eine derart gefahrgeneigte Lagerung unter freiem Himmel unter Würdigung nachbarrechtlicher Interessen und öffentlicher Belange nicht vertretbar.

Dies auch deshalb, weil das Betriebsgelände in unmittelbarer Nähe zur weiträumigen Wohnbebauung gelegen ist.

Zudem wird zur Zeit in direkter Nachbarschaft zum Betriebsgelände ein neues Wohngebiet für Einfamilienhäuser erschlossen, wo viele junge Familien ihr zu Hause haben werden.

Und außerdem befindet sich in Sichtweite der Firma eine Alten- und Pflegeeinrichtung des Diakonischen Werkes Mönchengladbach.

Das Ausmaß des Brandes können Sie selbst auf meinem Video beurteilen und je nach Windrichtung kann ein jeder Neuwerker Bürger von einem erneuten Brand betroffen sein.


Für Anwohner, die sich ebenfalls als gefährdet ansehen und sich dem Antrag anschließen wollen, steht hier der Entwurf eines entsprechenden Schreibens an die Bezirksregierung Düsseldorf zum Download zur Verfügung:

Download Bürgerschreiben an Bezirksregierung

Download Bürgerschreiben an Bezirksregierung

 

 


4 Kommentare zu “
Brand auf dem Drekopf-Gelände: Bezirksregierung eingeschaltet [mit Videos]”
  1. Ich verkenne keinesfalls, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen und auch die Entsorgung gefährlicher Abfälle wichtige Aspekte sind, die bei einer Problemlösung berücksichtigen werden sollten.

    Nach 2 Großbränden (2013, 2018) steht jedoch die Gesundheit der Bewohner von Neuwerk und Bettrath an erster Stelle.

    Beides ist wichtig. Deshalb halte auch ich den Ansatz von Herrn Mueller für richtig, nach Alternativen zu suchen.

    Die Firma Drekopf ist an 16 Standorten vertreten.

    Ihr Leistungsspektrum umfasst weit mehr als nur die Entsorgung gefährlicher Abfälle und Kunststoffe.

    Sie sollte daher überlegen, ob nicht unabhängig von der Überprüfung der ihr erteilten Genehmigungen auf die Verarbeitung dieser Abfälle am Standort Neuwerk verzichtet werden kann.

    Ich habe mich heute schriftlich an die Geschäftsleitung der Firma Drekopf mit der Bitte um einen Gesprächstermin gewandt.

    Dies ist der direkte Weg um hierzu Konkretes zu erfahren.

  2. Vielleicht wäre auch eine Befristung der Genehmigung möglich, um keine Arbeitsplätze zu gefährden.

    In dieser Zeit könnte die Fa. Drekopf und die Stadt Mönchengladbach nach alternativen Standorten an zu entstehenden Gewerbegebieten am Stadtrand suchen.

    Ganz nebenbei würde bei einem Umzug der der Fa. Drekopf sich der LKW Verkehr im Bereich Engelblecker Str. / Böttgerstraße, der bereits zu Todesopfer geführt hat, erheblich vermindern.

  3. Ja, die Firma Drekopf hat eine große Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten und deren Familie; aber auch eine große Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern von Neuwerk und Bettrath und deren Familien.

    Welche Bedeutung diese Verantwortung hat, zeigen die dramatischen Bilder von den schwarzen Rauchschwaden über Neuwerk (siehe das Video oben) und der Aufruf der Polizei an die Mönchengladbacher Bevölkerung, Fenster und Türen zu schließen. Glücklicherweise ist dank des massiven Einsatzes der Feuerwehr und der Polizei niemand zu Schaden gekommen.

    Nach dem Großbrand im Jahre 2013 ist das bereits der zweite Großbrand auf diesem Firmengelände.

    Die Betriebsgenehmigung für die Verarbeitung und Lagerung gefährlicher Stoffe nahe der Neuwerker Wohnbebauung sollte von der Genehmigungsbehörde aufgrund der aktuellen Vorkommnisse erneut überprüft werden.
    # Antragsschreiben für interessierte Bürgerinnen und Bürger – siehe oben.#

    Und noch ein freundlicher Hinweis an „DerEhrliche“:
    Nicht die Firma Drekopf, die Bürgerinnen und Bürger von Neuwerk und Bettrath waren zuerst da.
    Die nahegelegene Webersiedlung wurde bereits 1927 erbaut.

    1977 hatte die Firma Drekopf gerade mal 8 Mitarbeiter (2015: 700)
    1990 nach Neuwerk umgezogen.
    2011 wurde in Neuwerk das Zwischenlager für gefährliche Abfälle in Betrieb genommen.
    2013 ging das erweiterte Recyclingzentrum der Firma Drekopf in Betrieb.

    (Den Hinweis von „DerEhrliche“ auf eine einsamen Anwohnerbeschwerde über angebliche störende Tiergeräusche (Tiergarten Odenkirchen) möchte ich nicht weiter kommentieren.)

  4. Jetzt wollen wir die Kirche mal im Dorf lassen!

    Die Firma Drekopf ist seit über 25 Jahren schon am heutigen Standort, lange bevor das Altenheim gebaut wurde und das neue angrenzende Wohngebiet geplant.

    Wieso die neuen Nutzungen nun dazu führen sollen, dass eine lange bestehende Betriebserlaubnis entzogen wird, ist mir nicht klar.

    Sowohl Altenheim als auch die zukünftigen Anwohner wussten, dass sie sich in unmittelbarer Nähe eines Entsorgungsbetriebs begeben – was bestimmt auch Einfluss auf die Grundstückswerte hatte. Sie sind trotzdem hier hingezogen.

    Das ist vergleichbar mit dem Menschen der an den Pixbusch gezogen ist und sich dort darüber beschwert hat, dass der Tiergarten zu laut ist.

    Das hat ihr „Blatt“ auch angeprangert und nun hier genau das Gegenteil.

    Wer die Berichterstattung im WDR Fernsehen oder der Rheinischen Post verfolgt hat, hat auch mitbekommen, dass offenbar sehr strukturiert daran gearbeitet wurde, das Löschwasser sachgerecht und zügig zu verbringen. Es gibt Auffangbecken auf dem Gelände und diese wurden/werden gem. der Gesetze entsorgt.

    An der Betriebserlaubnis von Drekopf hängen 160 Arbeitsplätze.

    Wer soll für die denn dann Ersatz schaffen?

    Lieben Gruß
    Der Ehrliche

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.