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Gute Aussichten für den Trabrennverein – Vorsitzender Werner Pietsch rechnet mit jährlich 250.000 EURO Einnahmen

Red. Politik & Wirtschaft [ - Uhr]

DSC05502Als am 24.06.2012 ein Sturm die Dächer von etwa 60 Unterstellboxen an der Trabrennbahn abdeckte und aus diesem Grund die Juli-Rennen und auch das Sommerfest abgesagt werden mussten, sah es nicht rosig aus für den Trabrennsport in Mönchengladbach.

Mittlerweile hat sich die Situation wohl in mehrfacher Hinsicht etwas entspannt.

Zum einen stehen nach dem Wegzug eines Züchters von der Trabrennbahn ausreichend Boxen zur Verfügung, um auswärtigen Pferden adäquate Unterstellmöglichkeiten anbieten zu können, so dass das Rennen am Donnerstag, 23.08.2012 stattfinden kann.

Zum anderen hat die Versicherung den Sturmschaden an den zum Zeitwert versicherten Stallungen anerkannt und übernimmt dementsprechende Kosten für die Wiederherstellung der Dächer.

Sofern die EWMG als Verwalter des städtischen Objektes mit dem Geld der Versicherung mindestens einen Teil der Dächer wieder instand setzt, stünden dem Verein zur Förderung des Rheinischen Trabrennsportes e. V. mit seinem engagierten Vorsitzenden Werner Pietsch wieder geeignete Unterstellplätze dauerhaft zur Verfügung.

Dass eine solche „Dauerhaftigkeit“ politisch nicht gewünscht sein würde, ist allgemein bekannt.

An vorderster Stelle der Phalanx derer, die ein Aus der Trabrennbahn lieber heute als morgen sehen würden, steht der Fraktionsvorsitzende der Mönchengladbacher FDP, Dr. Anno Jansen-Winkeln.

inv9007Er hat innerhalb der Ampel durchgesetzt, dass das Gelände der Trabrennbahn in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden soll und hierfür im Haushaltsplan 2010/2011 für die Jahre 2010 und 2012 insgesamt ca. 1,5 Mio. EURO zur Verfügung gestellt wurden.

Davon sollen allein 1 Mio. EURO für die Vorbereitung des Grundstückes verwendet werden.

Momentan kann man beobachten, dass entsprechende Bohrungen für die schon beauftragten Bodengrunduntersuchungen durchgeführt werden.

Ein weiterer Aspekt, der auf eine Entspannung der Situation um die Trabrennbahn in Neuwerk hinweisen könnte, ist die Tatsache, dass dem Förderverein zukünftig regelmäßig nicht unerhebliche Finanzmittel zur Verfügung stehen werden.

Diese rühren vom Gesetz zur Besteuerung von Sportwetten her, das die Bundesregierung Ende Juni 2012 geändert hat.

Der Bundesrat hat diesen Änderungen am 29.06.2012 zugestimmt.

wettscheinDamit werden sämtliche Sportwetten in- und ausländischer Wettanbieter in Deutschland steuerpflichtig. Die Bundesländer können darüber hinaus ergänzende Regelungen zu Pferdewetten treffen.

Weiterer Bestandteil des Beschlusses des Bundestages vom 28.06.2012, Originalzitat: „Durch geeignete Rahmenbedingungen für Pferdewetten soll die Pferdezucht gefördert werden.“

Mit dem Gesetz wird ein System der Rückerstattung der Rennwett- und Lotteriegesetzteuer (auch Totalisatorsteuer genannt) geschaffen, in dem Buchmacherwetten auf inländische Pferderennen gleichwertig berücksichtigt werden.

Dazu erläutert Werner Pitsch: „Künftig muss auf jede Sportwette in Deutschland eine Steuer von fünf Prozent gezahlt werden. Von diesem Betrag fließen etwa 95 Prozent zurück an die beteiligten Vereine.“

Realistisch sei, dass bei privaten Buchmachern Wetten in Höhe von ca. 150 Mio. EURO pro Jahr platziert würden.

Fünf Prozent davon wären rund 7,5 Millionen, davon 95% bedeuten rund 7,125 Mio. EURO, die auf die fast 30 Trab- und Galoppvereine aufgeteilt werden. Das würde für den Mönchengladbacher Trabrennverein rechnerisch jährliche Einnahmen von einer Viertel Million EURO bedeuten.

Dies bedeutet „Nachhaltigkeit“, was die Aussichten des Trabrennsports in Mönchengladbach anbelangt.

Eben diese Nachhaltigkeit bezweifelte Jansen-Winkeln, als er nach der Kommunalwahl 2009 mit der Idee, das Gelände der Trabrennbahn in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, in die Ampel-Kooperationsverhandlungen ging.

Und das, obwohl WFMG-Chef Dr. Schückhaus die Größe des Geländes als nur einen Bruchteil dessen bezeichnet, was er jährlich zu vermarkten gedenke.

Fasst man die aktuelle Situation zusammen, kommt man zu dem Ergebnis, dass sich die Geschehnisse um die Trabrennbahn zu einem Politikum entwickeln könnten:

  1. Da setzt FDP-Fraktionschef Jansen-Winkeln darauf, dass der Verein zur Förderung des Rheinischen Trabrennsportes e. V. nicht mehr nachhaltig wirtschaften könne, überzeugt die Ampel-Partner davon, das Gelände zum Gewerbegebiet machen zu wollen und muss nun feststellen, dass der Verein sehr wohl nachhaltig existieren kann.
  2. Da hält die Ampel für 2010 bis 2012 an den Planungs- und Grundstücksvorbereitungskosten von fast 1,5 Mio. EURO fest, obwohl schon lange bekannt ist, dass das Gelände für gewerbliche Nutzungen schon aus geologischen Gründen ungeeignet ist.
  3. Da bewirbt sich die Stadt erfolgreich um die Teilnahme am Stärkungspakt, bei denen sie Millionen einzusparen hat, und es ist nicht zu erkennen, dass die Kosten für die Planungen und Grundstücksvorbereitungsmaßnahmen für die Trabrennbahn eingespart werden sollen.
  4. Da wirbt die Stadt für das Trabrennen am 10.06.2012 mit dem „Großen Preis der Stadt Mönchengladbach“ und Oberbürgermeister Norbert Bude übergibt dazu die Pokale, obwohl ihm bekannt ist, dass das Ende der Trabrennen in Mönchengladbach nicht zuletzt wegen des Interesses von IHK-Präsident IHK Heinz Schmidt an diesem Gelände eingeläutet werden soll, was die Preisüberreichung zusätzlich zur Farce werden ließ.

Bleibt abzuwarten ob die Ampel in der Lage ist, das „Projekt Gewerbegebiet Trabrennbahn“ noch einmal unter rein wirtschaftlichen Aspekten zu hinterfragen, die allein schon gegen dieses Gelände sprechen, da dessen Erschließungskosten mit großer Wahrscheinlichkeit zu Lasten der Bürger Mönchengladbachs gehen würden.

Kosten von denen noch nicht einmal abzusehen ist, was nach den Prüfungen, die aktuell und in den kommenden Monaten besagte 1,5 Mio. EURO verschlingen würden, noch auf die Stadt, also wiederum die Bürger zukommen könnte.

Denn diese Summe muss letztendlich mit Blick auf den Stärkungspakt definitiv an anderer Stelle eingespart werden.

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