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Hans Jonas • Teil IV: Eine Schule macht sich auf den Weg in die Gedankenwelt des Philosophen

Red. Neuwerk [ - Uhr]

Seit August 2013 trägt die im Stadtteil Neuwerk gelegene Gesamtschule den Namen „Hans-Jonas-Gesamtschule Neu­werk“. Die Schulgemeinde sieht darin die Verantwortung, das an der Philosophie von Hans Jonas orientierte Leitbild im Lebensraum Schule umzusetzen.

Der ehemalige Schülersprecher Julian Pieper beschrieb diesen Weg vor einem Jahr in der Jubiläumszeitschrift der Schule folgendermaßen: „Achtgeben auf sich und aufeinander, Rücksicht nehmen,… darauf achten, was passiert, nachdem man gehandelt hat, das sind Sozialkompetenzen, die es zu stärken gilt.“

Im Januar 2014 fand ein erster Hans-Jonas-Tag statt, bei dem sich alle Jahrgangsstufen innerhalb von Projekten dem Leben und Werk des großen Philosophen annäherten, unterstützt durch die Hans-Jonas-Gesellschaft Mönchengladbach, das Stadtarchiv und Pfarrer Till Hüttenberger.

Der Name Hans-Jonas ist Selbstverständnis und Verpflichtung“, so Schulleiterin Ina Klein und freut sich daher, dass am 5. September Professor Dr. Christian Illies in der Schule über Aspekte des Menschseins aus der Sicht von Hans Jonas vor Lehrern, Eltern, Schülern der älteren Jahrgänge sowie Gästen sprach.

Gerne nahm Professor Illies die besondere Gelegenheit wahr, die philosophischen Aussagen Hans Jonas vorzutragen, um damit der Schule wichtige Impulse für die weitere Entwicklung zu geben – eine Glanzleistung hinsichtlich der Zusammensetzung der Zuhörerschaft im Hinblick auf die Altersunterschiede und der Tiefe des Stoffs.

In logischer, geradezu bestechender, Gedankenfolge kam Hans Jonas zu dem Schluss, dass couragiertes Handeln jedes Einzelnen gefragt ist, um dem selbstzerstörerischen Wirken des Menschen Grenzen zu setzen.

Dass dies eine zwar düstere, aber nicht gänzlich hoffnungslose, Prognose des weiteren Verlaufs der Geschichte des Menschen ist, zeigen die nachdenklichen Fragen und Äußerungen des Publikums und deren ehrliche Beantwortung und Bewertung Professor Illies und Pfarrers Till Hüttenberger, der in den Vortrag einführte.

Professor Illies studierte Biologie, Philosophie und Kunstgeschichte.

Er promovierte in Oxford über Kants Ethik, habilitierte sich an der RWTH Aachen und lehrt nach Gastprofessuren an der University of Notre Dame, Universitäten in Berlin, Eindhoven und Delft seit 2008 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Schüler, Eltern, Lehrer und geladene Gäste nutzten im Anschluss die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und hinterlegten ihre ersten Eindrücke auf einer Pinnwand.

Die Anregungen fließen in die Arbeit des nächsten Hans-Jonas-Tages am 29. Januar 2015 ein.

Der Vortrag von Professor Illies setzt wichtige Impulse für die Weiterarbeit am Schulprofil.

Er setzt aber auch wichtige Impulse für diese Stadt, für die politisch Verantwortlichen, Dezernenten und Führungskräfte der Verwaltung genauso wie für den einzelnen Bürger – wenn man sich mit dem Ehrenbürger Hans Jonas und dessen Gedanken ernsthaft auseinander setzen will, so wie es die Schulgemeinschaft der Hans-Jonas-Gesamtschule Neuwerk macht.

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