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Niersverband will Versorgung mit „Eigenstrom“ ausbauen • „Kleinwindanlagen“ im Feldversuch

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Rund 10% des Gesamthaushalts wendet der Niersverband jährlich für den Energieverbrauch zum Betrieb der Abwasseraufbereitung auf. Neben den schon im Betrieb befindlichen gasbetriebenen Blockheizkraftwerken, will Niersverbandsvorstand Prof. Schitthelm zukünftig auch auf Windkraft setzen.

Dazu sollen neben einer gleichartigen Testanlage auf dem Gelände des NEW-Wasserwerkes am Reststrauch auf dem Gelände der Kläranlage in Neuwerk Windräder mit vertikalem Rotor (so genannte „Kleinwindanlage“) drei unterschiedlicher Hersteller aufgestellt und getestet werden.

Ausgewählt wurden die Hersteller nach ihren Geschäftsunterlagen und nicht nach objektiven Vergleichskriterien, erklärte Schitthelm, dazu lägen noch zu wenig Erfahrungen vor.

Ein weiterer Hersteller liefert pro Standort ein Windrad mit horizontalem Rotor. Dadurch soll ein Effizienzvergleich zwischen diesen beiden unterschiedlichen Bauweisen von Windkraftanlagen ermöglicht werden.

Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt soll 800.000 EURO, die jeweils zur Hälfte vom Niersverband und der NEW AG getragen werden; Fördermittel werden nicht beantragt.

In 2013 benötigte der Niersverband etwa 45.000 Megawattstunden, immerhin so viel wie ca. 11.000 Haushalte.

Begleitet wird das Projekt von Professor Dr. Ulrich Nissen von der Hochschule Niederrhein, der sein Augenmerk vornehmlich auf die Wirtschaftlichkeitsaspekte legen wird.

Sollte sich am Ende des Projektes herausstellen, dass die „Kleinwindräder“ wirtschaftlich betrieben werden können, denkt der Niersverband daran, solche Anlagen auf möglichst vielen der 75 ihrer Standort zu errichten und damit „Vor-Ort-Strom“ zu erzeugen.

Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Aufwendungen bei der Abwasserwirtschaft, wie beispielsweise unter dem Aspekt der Auswirkungen von Medikamentenrückstände im Abwasser, sich leicht verdoppeln könnten, wie Schitthelm andeutete.

An den Einsatz von „großen“ Windräder, wie sie beispielsweise im Raum Wanlo stehen und von der NEW in der Nähe von Buchholzer und Hardter Wald geplant sind, denkt der Niersverband nicht.

Zu sehr seien die großen Windkraftanlagen von Restriktionen „gebeutelt“, erklärte Schitthelm nach der Pressekonferenz am 27.11.2014. Abstandbedingungen und weitere Einschränkungen würden dafür sorgen, dass im Gebiet des Niersverbandes (gemeint waren die Flächen der Standorte) höchsten eine dieser Anlagen genehmigungsfähig wäre.

Die kleinen Anlagen hingegen seien von der Restriktionsseite her wesentlich weniger störend und damit verträglicher.

Auch wenn sich am Ende des Projektes die Strom-Ausbeute und damit die Wirtschaftlichkeit nicht einstellt, werden die Anlagen weiter betrieben, wie Schitthelm erklärte, schließlich seien sie erst nach 20 Jahren abgeschrieben.

Fast in den Hintergrund geriet der Anlass des Pressegespräches mit „großem Bahnhof“, nämlich die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Niersverband und der NEW AG, die zu Beginn der Veranstaltung vorgenommen wurde.

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