Gewerbekreis Odenkirchen zu den Plänen für eine Umgestaltung der Odenkirchener Innenstadt

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

Bekanntlich, sollen die rutschgefährlichen Gehwegplatten beizeiten ausgetauscht werden. Findige Köpfe haben sich gefragt, ob man mit dem gleichen oder erträglich höherem finanziellen Aufwand nicht vielleicht deutlich mehr Effekt erzielen kann. „Das ist gut so“, meint der Gewerbekreis.

Dabei haben sich alternativ zum schlichten Plattenaustausch zwei Grundpläne etabliert :

  • Zum Einen die Begradigung der Burgfreiheit – also der Rückbau der Einschnürungen – in Verbindung mit einer Tempo-20 oder -30-Zone. Dadurch sollen die Fußgängerbereiche gleichmäßig breit und im Schnitt breiter werden. Die in einer 20er-oder 30er-Zone kontraproduktiven Fahrradstreifen würden wegfallen können.
  • Zum Anderen die Umgestaltung des Martin-Luther-Platzes insofern, als dass die jetzige Straße davor, der Bürgersteig und die Parkplätze gegenüber mit ihrem Verschwinden Teil des Platzes würden; dessen Sperrung für den gesamten Verkehr bis auf die Busspuren, darüber hinaus ebenfalls Tempo-20 oder -30-Zone; die Burgstraße endet als Sackgasse an der Burgfreiheit. Als Umgehung des Martin-Luther-Platzes stehen die Wilhelm-Niessen-Straße und Pastorsgasse zur Verfügung.

Der Gewerbekreis hat sich im Vorfeld der Bürgerversammlung vom 28. Oktober mit seinen Mitgliedern ausgetauscht und einstimmig (!) festgestellt, dass der „Platzplan“ abzulehnen ist, und zwar aus folgenden Gründen :

  • Die oben beschriebene Umgehung des Martin-Luther-Platzes ist indiskutabel, auch wenn durch flankierende verkehrstechnische Maßnahmen nicht der gesamte sonst vor dem Martin-Luther-Platz vorbeifließende Verkehr diesen Weg nimmt; diese 3 Straßen vertragen eindeutig nicht ein Fahrzeug zusätzlich!
  • Die flankierenden Maßnahmen zur Begrenzung des zusätzlichen Verkehrs durch die Umgehung des Martin-Luther-Platzes können nur funktionieren, wenn u.a. der oben genannte erwünschte Durchgangsverkehr vermindert würde.
  • Durch diese Maßnahme wird die Burgfreiheit zerstückelt, wodurch Nicht-Ortskundige große Probleme mit der Anfahrt bekommen.
  • Wegen der weiterhin vorhandenen Busspur wäre der Platz in seiner neuen Größe dennoch nicht nutzbar.
  • Der Anteil des reinen Durchgangsverkehrs wird vom Gewerbekreis als nicht so dramatisch eingestuft und soll weiter die Burgfreiheit benutzen.
  • Die wegfallenden Parkplätze können voraussichtlich nicht anderweitig ausreichend neu geschaffen werden.

Darüber hinaus lehnt der Gewerbekreis bei jeder Variante ab:

  • Einbahnstraßenregelung, unserer Ansicht nach würde wieder der ortsunkundige Verkehr verunsichert und trotz 20er- oder 30er-Zone der Geschwindigkeitsschnitt erhöht.
  • die Freigabe des vorderen Platzrandes als Parkstreifen, sei es auf dem Platz oder am Straßenrand; bis auf eine „Egal“-Stimme wurde die von parkenden Fahrzeugen freie Blickachse auf die Kirche verteidigt.
  • Jegliche Mehrbelastung der umliegenden Straßen
  • Jeglichen Wegfall von Parkplätzen ohne Ausgleich in unmittelbarer Nähe

Wir sind ausdrücklich für:

  • Verlangsamung des Verkehrs durch eine Tempo-20- oder -30-Zone.
  • Verbreiterung der für Fußgänger gedachten Bereiche, auch zur Vereinfachung oder Ermöglichung der Sondernutzung.
  • Prüfung, ob durch beidseitig durchgehende Schrägparkplätze die hierüber genannte Verbreiterung ohne Parkplatzverlust ausreichend zu realisieren wäre.

Auf der Bürgerversammlung durften wir erfreut feststellen, dass sich unsere Sichtweise exakt mit der der anwesenden Bürger deckt; auch dort fand sich nicht ein Befürworter des „Platz-Planes“.

Wir möchten auch klarstellen, dass wir den Platz-Plan nicht des Platzes wegen ablehnen.

Ganz im Gegenteil. Der eigentliche Platz wäre rein städteplanerisch sicher ein Schmuckstück; die Probleme drumherum lassen uns ihn jedoch ablehnen.

Fazit des Gewerbekreises:

Der Gewerbekreis und offensichtlich auch die Bürgerschaft favorisieren eindeutig den oben erstgenannten Plan, wenn es denn über den reinen Plattenaustausch hinausgehen soll. [PM/bzmg]

pfeil-rechts1http://www.bz-mg.de/stadtbezirk-sued/odenkirchen/burgfreiheit-burgerversammlung-in-odenkirchen-lernstunden-nicht-lehr-stunden-fur-viele.html

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