Jahresabschlussveranstaltung des VdK Odenkirchen mit Politik und Unterhaltung

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

logo-vdk-ov-odenkirchenAm 1. Advent, in diesem Jahr am 28. November, fanden sich fast 90 Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Odenkirchen zur traditionellen Jahresabschlussveran­staltung im evangelischen Gemeindehaus an der Pastorsgasse ein.

bzmg-IMG_7976Geladen waren auch Bezirksvorsteher Karl Sasserath, der Landtagsabgeordnete Hans-Willi-Körfges, Kommunalpolitiker aller Parteien, sowie der Behindertenbeauftragte der Stadt, Henning Wimmers.

(Im Bild v.l.: Bezirksvorsteher Karl Sasserath, MdL Hans-willi Körfges, Bernhard Wilms, Uli Laubach, Vorstandssprecher von B90/Die Grünen, Hermann Klammer, Vertreter der FDP und langjähriges VdK-Mitglied, Behindertenbeauftragter Henning Wimmers)

bzmg-IMG_7963Mit seinen einleitenden Worten ging der VdK-Kreisverbands­vorsitzende Bernhard Wilms darauf ein, was sich in 2010 im VdK Mönchengladbach getan hatte und was ist für 2011 geplant ist.

„Nicht erst seit der UN-Konvention, der sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch das Land NRW beigetreten sind, versteht sich der VdK als Lobbyist für gesundheitlich und sozial benachteiligte Menschen“, leitete Wilms seine kurzen Ausführungen ein.

Seit 2009 verfolge man in Mönchengladbach das Ziel, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Mönchengladbach ein stückweit barrierefreier wird.

Dazu nannte er einige Beispiele.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Karl Sasserath und des Integrationsrates sei es nunmehr gelungen, dass die Stadt Mittel dafür bereit gestellt hat, damit im nächsten Jahr ein Teil des Rheydter Rathauses barrierefrei wird.

Zahlreich waren und sind die Barrieren, die u.a. der fachliche Leiter des VdK-Projektes „NULL Barrieren in MG“, Albert Sturm mit seiner Ehefrau Karin aufgespürt und an Politik und Verwaltung herantragen hätten und dies auch weiterhin tun würden.

Wilms weiter: „Wir hoffen, dass es uns gelingt, noch intensiver und früher als bisher in Planungen einbezogen zu werden; der gute Kontakt auch zu Herrn Wimmers lässt uns hoffen. Dazu sind Politik und Verwaltung aufgerufen, auch die organisatorischen Voraussetzung dafür zu schaffen und die ihnen seitens des VdK Mönchengladbach gemachten Vorschläge auch umzusetzen.“

In der Rheydter Citypassage hat der VdK einen CityTreff eingerichtet, der nunmehr ein Jahr besteht. Am Montag, dem 13. Dezember werde man ab 16:00 Uhr dieses „Minijubiläum“ mit Glühwein und Plätzchen begehen und bei dieser Gelegenheit auch die neue Infowand vorstellen.

Wilms dankte Manfred Janissen vom Ortverband Odenkirchen und Harald Wendler aus dem Ortsverband Giesenkirchen, die bei der Gestaltung des VdK-CityTreffs tatkräftig mitgearbeitet haben.

Am CityTreff sollen in der Infowand quasi rund um die Uhr Beiträge aus dem neuen VdK-Internet-Fernsehen und Informationen aus dem Kreisverband und den Ortsverbänden öffentlich zu sehen sein.

Abschließend ging Wilms auf ein – wie er sagte – weiteres sehr wichtiges Thema ein, dem man sich in 2011 in Mönchengladbach widmen werde. Der so genannten Inclusion, einem der Hauptanliegen der UN-Konvention für die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben von Geburt an.

„Bekanntlich gehen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in erster Linie so genannte Förderschulen. Viele von ihnen könnten auch in Regelschulen gehen, wenn dort die technischen, aber auch pädagogischen Voraussetzungen geschaffen wären,“ meinte Wilms, „Das ist in Mönchengladbach nur selten gegeben. Daher haben wir alle Schulleitungen um Stellungnahmen zu diesem Thema gebeten. Mit der Auswertung der Antworten rechnen wir im Februar, so dass wir dann wissen, warum behinderte Kinder nicht in den jeweiligen Schulen unterrichtet werden. Wir erwarten, dass wir dann auch erfahren, warum etwas nicht geht, sondern was zu tun ist, dass es geht.“

Die Hauptschule Kirchhecke habe genau dieser Frage gestellt und könne als beispielhaft gelten. Für die Schulleitung – an der Spitze Herr Onkelbach -, die Lehrer, Eltern und Kinder sei es selbstverständlich, dass behinderte Kinder gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern in einer Klasse lernen.

In dieser Schule gebe es keine unüberwindbaren Barrieren mehr, weder technisch, noch pädagogisch noch in den Köpfen.

Wilms gab der Hoffnung Ausdruck, dass die 6. Gesamtschule „inklusiv“ angelegt werde und damit allen Schülern, also auch nichtbehinderten offenstehen wird.

Anders scheine es in anderen weiterführenden Schulen zu sein, bei denen eine solche Bereitschaft nicht zu erkennen sei. Um dies herauszufinden, hat der VdK Mönchengladbach alle weiterführenden Schulen um die Beantwortung einiger grundsätzlicher Fragen gebeten. Erste Antworten seien eingegangen, andere ließen noch auf sich warten.

Im Januar/Februar wird der VdK-Kreisverband die Antworten zusammengestellt und analysiert haben. Mit diesen Ergebnissen wolle man weitere Maßnahmen in verwaltung und Politik initiieren.

Ziel des VdK sei es – und das nicht nur in Mönchengladbach – die schrankenlose und barrierefreie Teilhabe von behinderten Menschen in möglichst allen Lebenslagen zu erstreiten.

In seinem anschließenden Grußwort sagte Bezirksvorsteher Karl Sasserath, dass sich der VdK-Kreisverband Mönchengladbach, zu auch der Ortsverband Odenkirchen gehört, in den vergangenen Jahren in der Stadt als kompetente und engagierte Sozialorganisation profiliert habe. Er stellte fest, dass sich der VdK engagiert wie keine andere Organisation regelmäßig und beständig für die Ziele Barrierefreiheit und Inklusion einsetze.

Das Engagement des VdK zum Thema Barrierefreiheit finde sich beispielsweise im Projekt „Null Barrieren“ wieder.

Sasserath weiter: „Auf Barrieren stoßen behinderte oder in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkte Menschen auf Schritt und Tritt. Für diese Menschen verhindern Barrieren die Erfahrung von Gleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer nicht in einen Ratssaal gelangt, weil er oder sie im Rollstuhl sitzt, und zum Ratssaal kein Aufzug führt oder nicht über die erforderlichen Breiten verfügt, um dem Rollstuhl den erforderlichen Platz zu gewähren, macht hier die Erfahrung von Ausgrenzung von politischer Teilhabe am eigenen Leibe.“

Es seien zwei Barrieren gegen die der VdK kämpfe und die der Verband beseitigen wolle: Die sichtbaren Barrieren und die nicht sichtbaren Barrieren in den Köpfen der Nichtbehinderten.

„Seitdem ich 1984 erstmalig in den Rat gewählt wurde, stört mich persönlich, dass viele Menschen mit Behinderungen in Mönchengladbach an politischen Sitzungen nicht teilnehmen können, weil sie die Barrieren im Rathaus Rheydt, aber auch im Rathaus Abtei nicht überwinden können,“ erläuterte Sasserath.

In seiner zeitlichen Perspektive habe es 26 Jahre gebraucht, um jetzt einen zeitlichen Horizont herzustellen, in dem man endlich sagen können, die schlimmsten baulichen Barrieren im Rathaus Rheydt werden beseitigt sein.

„Dass dieses erste Ziel jetzt erreichbar wird, dafür gehört dem VdK unser politischer Dank. Ganz besonders möchte ich dabei den Eheleuten Sturm –  Herr Sturm ist Rollstuhlfahrer – danken,“ sagte der Bezirksvorsteher Süd, „Sie waren es, die zusammen mit Ihnen Herr Wilms, den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt haben, wie und wo Barrieren im Rathaus wirken und warum sie beseitigt werden müssen.“

Sasserath dankte dem VdK Mönchengladbach für das Angebot, als kompetenter Ansprechpartner zur Gestaltung barrierefreier Vereinsfeiern und Stadtteilfesten weiterhin gerne beratend zur Verfügung zu stehen.

Abschließend wünschte sich Sasserath: „Lassen Sie nicht nach, bleiben Sie bei dem Thema Barrierefreiheit und Inklusion und nicht nur da weiter am Ball.“

Und er versprach, sich weiterhin in seinen Zusammenkünften mit Kirchen, Vereinen, Geschäftsleuten und Vertretern des öffentlichen Lebens der einzelnen Stadtteile im Bezirk Süd dafür einzusetzen, dass das Thema „Barrierefreiheit“ und „Inklusion“ und die damit verbundenen Anforderungen, aber auch die Chancen weiterhin auf der politischen Tagesordnung bleiben.

bzmg-IMG_8000Den geselligen Teil, von Vorstandsmitglied des VdK-Ortsverbandes Odenkirchen, Herbert Otten moderiert, eröffnete das Damen-Bläser Quartett „Wonder Brass“ mit einem Potpourie vorweihnachtlicher Weisen.

Den Damen folgte eine Bambini-Gruppe des Turnvereins Odenkirchen, die zu weihnachtlichen Klängen ihrem spielerisch tänzerischen Bewegungsdrang freien Lauf ließen.

bzmg-IMG_7982Im wahrsten Sinne des Wortes verzauberte anschließend Magier „Bernhard“ (Hansen) vom Magischen Zirkel Mönchengladbach die staunenden Anwesenden mit überraschenden Tricks. Garniert mit humoristischen Sprüchen, band er auch die Zuschauer mit in seine Vorführung ein.

Auch als „Mentalist“ mit vermeintlich übersinnlichen Fähigkeiten betätigte sich Magier „Bernhard“, als er eine Damen der „Wonder Brass“ in seine Vorführung einband; die Auflösung kam, wird aber hier nicht verraten!

bzmg-IMG_7994Wie der Magier unter Klängen der Bläsergruppe einen Tisch zum Schweben bringen konnte, nahm er als sein „Geheimnis“ mit.

bzmg-IMG_8000Kein Geheimnis hingegen waren die tänzerisch anspruchsvollen Darbietungen der fünf jungen Damen des TV Odenkirchen: intensives Training und Spaß am Turnen und Tanzen. Durch Akrobatik und Harmonie setzen Sie die Choreographie ihrer Trainerin Margret Röders um.

bzmg-IMG_8004Wie im Vorjahr schloss der russisch-deutsche Raduga-Chor unter der Leitung von Viktor Rollmann mit deutschen und russischen Liedern die Veranstaltung.

Die Sängerinnen und Sänger verstehen sich als Brücke zwischen den Kulturen, als Zeichen der Integration. Fast alle sind deutschstämmig und haben die deutsche Staatsbürgerschaft, halten dennoch an ihren Traditionen fest, in denen sie aufgewachsen sind. Die Kleider in Regenbogenfarben sind echte Kaschimir-Trachten aus Nowosibirsk.

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