Polizeibeamter schwer verletzt – Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

zeichen-polizei-thb62In der Nacht vom 27. auf den 28.08.2010 wurde in Mönchengladbach-Odenkirchen an einem Supermarkt/auf einem Parkplatz im Bereich Zur Burgmühle ein Polizeibeamter in Ausübung seines Dienstes von einem Gewalttäter erheblich verletzt. 

Der Beamte soll vorher einen Einbruch an diesem Supermarkt in Odenkirchen verhindert haben. Der Polizist hatte einen mutmaßlichen Täter überwältigt als er von zwei weiteren Unbekannten überfallen und ins Gesicht getreten wurde. Die Täter konnten noch in der gleichen Nacht gestellt werden.

Der Polizeibeamter wurde vom Rettungsdienst in eine Klinik eingeliefert. Sein Gesundheitszustand wird von den behandelnden Ärzten als sehr ernst aber nicht lebensbedrohlich bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat Ermittlungen wegen versuchten Totschlages eingeleitet.

Weitergehende Angaben zu dieser Tat wollte die Polizei Mönchengladbach am Wochenende des 27./28.08.2010 noch nicht veröffentlichen.

Odenkirchen ist seit Jahren ein Kriminalitätsschwerpunkt in Mönchengladbach. Bereits mehrfach nahm die Polizei hier junge Gewalttäter fest, die auf der sogenannten JIT-Liste (Jugendliche Intensiv-Täter) stehen.

Der betroffene Supermarkt hat mittlerweile Wachleute engagiert, weil Jugendliche randalierten und der Verlust durch Ladendiebstahl besonders hoch ist. Bereits bei seiner ersten Schicht wurde ein Wachmann angegriffen.

Für Gladbachs Polizei hat der Angriff auf den Beamten noch eine andere Qualität. Denn die Gewalttaten gegen Polizisten nehmen erheblich zu. Bundesweit stiegen sie laut einer Anfang August veröffentlichten Studie von 2005 bis 2009 um rund 60 Prozent an.

Diese dramatische Tendenz spiegelt sich auch in Gladbach wider. Der Kriminalitätsbericht für das vergangene Jahr weist 117 Fälle auf, bei denen Täter gewaltsam Widerstand gegen die Polizei leisteten.

Die Mönchengladbacher Beamten werden auf diese Gefahren vorbereitet: Es gibt regelmäßig spezielle Einsatztrainings und unter anderem moderne Schutzwesten und Videokameras in Streifenwagen.

„Die Fälle von mangelndem Respekt über Beleidigungen und Bedrohungen bis zur Gewalt gegen Einsatzkräfte nehmen zu“, stellt Polizeipräsident Hans-Hermann Tirre fest. Um auf diese Entwicklung wirksam reagieren zu können, hat das Landeskriminalamt eine spezielle Untersuchung in Auftrag gegeben.

2 Kommentare zu “Polizeibeamter schwer verletzt – Ermittlungen wegen versuchten Totschlags”
  1. Prüfauftrag? Zauberwort in MG.

    Kein Prüfen – kein Abenteuerspielplatz. Kostet der wirklich so viel?

    Prüfauftrag/Gutachten Gewerbegebiet Trabrennbahn: € 460.000,00!!

    Hauptsache wieder ein Gewerbegebiet.

    Politik? Der OB wohnt in Odenkirchen, natürlich weit genug vom Ort des Geschehens. Er war mal Bezirksvorsteher dort. Hat er schon alles vergessen oder bekommt nichts mit?

    Frau Bude war (ist?) bei den Odenkirchener Gesprächen (gibt’s die noch?) dabei. Ergebnis im Hause Bude?

    Was muss passieren, dass Politik und Verwaltung aufwachen?

    Dat häls-de am Kopp net uut!

  2. Was muss noch passieren, damit die Verwaltung handelt?

    In diesem Zusammenhang hat die Partei DIE LINKE. noch im Juli zum wiederholten Male Maßnahmen von der Verwaltung im vorbeugenden Bereich gefordert. Und nicht nur das. Auf Initiative des ehemaligen Ratsherren der Partei DIE LINKE.,Rolf Flören, wurden im Bereich der Hochhäuser Zur Burgmühle Ferienaktionen organisiert.

    An sechs Donnerstagen in den Ferien gab es Spielaktionen und ein Basketballangebot. Des weiteren ein Kleinspielfeld-Fußballturnier. Beteiligt waren die Bezirkspolizisten vor Ort, die Hausverwaltung der Hochhäuser, der Karnevalsverein Ruet-Wiss Odenkirchen und viele Eltern. Finanziert wurde das ganze durch Spenden.

    Viele sind ehrenamtlich aktiv geworden und haben gehandelt, um ein Zeichen zu setzen, auch in der Hoffnung, dass die Verwaltung an dieser Stelle einsteigt und die begonnenen Aktivitäten weiterentwickelt.

    Der Polizeipräsident soll die Entwicklung der Jugendkriminalität in Odenkirchen zur Chefsache erklärt haben. Es soll ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister über diese Thematik gegeben haben.

    Und was ist passiert?

    Die derzeitige Problemgruppe ist zwischen 16 und 20 Jahre alt. Mit präventiven Maßnahmen sind diese Jugendlichen nicht mehr zu erreichen. Nur noch mit polizeilichen und gerichtlichen Maßnahmen, wenn sie dann direkt eingeleitet und nicht erst nach Monaten zum Tragen kommen.

    Seit über 20 Jahren werden präventive Maßnahmen in diesem Viertel gefordert. Die jetzige Gang ist die dritte, die sich aufgrund fehlender Angebote in diesem Bereich gebildet hat. Alle Verantwortlichen haben sehenden Auges zugeschaut. Und alle Verantwortlichen haben erklärt, wie schlimm das alles ist. Nur geändert hat sich nichts.

    Die Linke Liste Odenkirchen hat vor 14 Jahren einen einstimmigen Beschluss in der Bezirksvertretung Odenkirchen zwecks Prüfung der Notwendigkeit für einen Abenteuerspielplatz in Odenkirchen herbeigeführt.

    Bis heute ist dieser Prüfungsauftrag von der Verwaltung nicht umgesetzt worden. Die Begründung: Wenn wir feststellen, dass ein Abenteuerspielplatz notwendig wäre, dann hätten wir kein Geld, um ihn einzurichten. Also prüfen wir erst gar nicht.

    Ein Taxifahrer wird halb totgeschlagen, ein Polizist wird Zeit seines Lebens Gesichtsverletzungen behalten, Ladendiebstähle passieren täglich. Und die Verwaltung prüft erst gar nicht die Möglichkeit einer vorbeugenden Maßnahme, damit sich solche Gangs nicht erst entwickeln.

    Die Verantwortlichen der Ampel müssen nun durchsetzen, dass die Verwaltung den Prüfauftrag für die Notwendigkeit eines Abenteuerspielplatzes umsetzt und dass Mittel für vorbeugende Maßnahmen in den Haushalt eingestellt werden, damit eine wirkliche Lösung der Probleme angegangen werden kann.

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