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Da kann man glatt zum „Wutbürger“ werden • Barrierefreiheit auf „Mönchengladbacherisch“

[1]Hallo Leute, heute wird unser aller Landesmutter Hannelore Kraft in unserem lauschigen Städtchen weilen, um sich selbst davon zu überzeugen, wie sich alles „macht“ dank „Bude machts“.

Denn der glaubt ja, dass sich alles so prima „gemacht“ hat, weil er Oberbürgermeister ist. Dass er da manchmal total schief liegt hat er sicher nur verdrängt. Kann ja schon mal vorkommen, so ‘ne Schieflage.

[2]Vielleicht hat er ja deshalb kurz vor Wahl-Tores-Schluss den 2009 für ihn so erfolgreichen Slogan „Bude-Wahl“ wieder herausgekramt und „Bude machts“ überkleben lassen.

Sei’s drum.

Was wäre besser zu „machts“-Demonstrationszwecken geeignet (neben den Arcaden selbstverständlich) als der Rheydter Marktplatz!

Wenn er, der Herr SPD-Oberbürgermeisterkandidat Norbert Bude, also heute der SPD-Landesmutter Hannelore Kraft, ab 15:00 Uhr wahlkrampfmäßig den Rheydter Marktplatz vorführen wird, um stolz seine vermeintliche MG-Erfolgsstory am noch unvollendeten Werk zu demonstrieren, könnte es durchaus sein, dass er in Schieflage gerät, sollte er demonstrieren wollen, wie man mit Rolli, Rollator, Kinderwagen oder Gehilfen vom Marktplatz hinunter zum Ratskeller gelangt.

Tja, da wird Frau Kraft aber staunen, was das Wort „Rampe“ in Stein gewordener Form bedeutet – und in welch famose „Schieflage“ man dank einer solchen geraten kann!

Vermutlich wollte derjenige, der für die Rampe verantwortlich zeichnet, nur dafür Sorge tragen, dass alle, die  mit den oben erwähnten, rollenden Geräten in den altehrwürdigen Ratskeller gelangen wollen, dies in Highspeedtempo schaffen. Sozusagen ‘nen „Abflug machen“.

Wird die Eingangstür zum Ratskeller geöffnet,  kann diese als Einflugschneise dienen und die Gäste kommen „wie im Flug“ vor die Theke gerauscht oder werden regelrecht dort hinein katapultiert.

Sicher hat hier jemand eine Rampe mit einer Sprungschanze verwechselt.

Also hab‘ ich mal nachgeschaut, was denn der Duden zu einer Rampe sagt, nämlich, Zitat: „FLACH ansteigende Anfahrt, schiefe Ebene, die zwei unterschiedlich hoch gelegene Flächen miteinander verbindet“.

Von flach kann hier keine Rede sein. Vielleicht hätte man vor dem Bau dieser „Rampe“ mal den Duden zu Rate ziehen müssen, wenn man sonst schon keine Ahnung hat. Mit Duden wär‘ das sicher nicht passiert.

Oder: einfach mal jemanden fragen, der was davon versteht!

Gäste des Rheydter Ratskellers mutmaßten gestern Abend schon, diese gefährlichste aller Rampen sei nur für Eltern mit Kinderwagen angelegt worden … Dabei hat niemand der Stammgäste jemals Eltern mit Kleinkindern und erst Recht nicht mit Kinderwagen dort gesehen.

Wofür auch immer diese Ungeheuerlichkeit „gedacht“ sein soll. Fest steht, ein Lehrling im 1. Lehrjahr hätte diesen Mist nicht gebaut … oder wäre von seinem Meister direkt „in die Wüste“ geschickt worden.

Sollte also unser Oberbürger-Meister heute unserer Landesmutter auch den Ratskeller zeigen wollen (bitte nicht den Weg über die Rampe hinunter!), sollte er darauf achten, dass die Visite nicht am Fuß derselben in einer Stolperfalle endet.

[3]Denn ein Ratskeller-Gast demonstriert, was dem blüht, der der untersten Stufe zu nahe kommt.

Toll! Ich sage nur „Barrierefreiheit“ und „Verkehrssicherungspflicht“.

Leider kann der Oberbürgermeister unserer Landesmutter auch nicht mehr das historische, schmiedeeiserne Geländer zeigen, das dort bis vor wenigen Tagen da stand, wo heute die Stufen, nebst Rampe beginnen.

Verschwunden aus demselben Grund wie das Sparkassenportal?

Oder wurde aus dem Verkauf an einen Schrotthändler die leere Stadtkasse aufgebessert? Oder hat es inzwischen nur den Standort gewechselt und ziert eine Gartenkolonie oder gar die Terrasse dessen, der die Stufen und die Rampe für eine tolle Idee gehalten hat?

Und wo war der Denkmalschutz?

Der dafür Zuständige hätte ja geradezu aufjaulen müssen!

… wurde der „aus kollegialer Rücksichtnahme“ wegen Arbeitsüberlastung gar nicht erst eingebunden – oder so …?

… oder hat der „Zuständige“ einfach mal eben weggeguckt und schwupps, war das Geländer weg!

Wie auch immer.

Nach all dem, was ich zu dem neuesten Rheydter Schildbürgerstreich verraten habe, könnte es sein, dass diese Klippe, ich meine natürlich Rampe, im wahrsten Sinn des Wortes  weiträumig „umgangen“ wird, wobei „Schildbürgerstreich“ eine freundliche Umschreibung von Dummheit und Unfähigkeit ist … von wem auch immer!

Für den Fall eines „Umgehungsversuches“ wird sich doch sicher ein aufmerksamer Bürger finden, der Bude, Kraft & Co. gerne an die Rampe führt, denn sowas sieht man nicht alle Tage!

Das wollt ich nur mal gesagt haben.

Euer Glossi

7 Kommentare (Öffnen | Schließen)

7 Kommentare Empfänger "Da kann man glatt zum „Wutbürger“ werden • Barrierefreiheit auf „Mönchengladbacherisch“"

#1 Kommentar von Günter Heymanns am 13. Juni 2014 @ 12:26

Ich könnte wetten, daß „unsere Ministerpräsidentin“ diese Rampe (Kinderwagen – und behindertengerechter Zugang zum Ratskeller) nicht zu Gesicht bekommt. Oder es wird ihr als modernes Kunstwerk verkauft.

Mittlerweile scheint bei uns in der Stadt alles möglich zu sein.

Auch auf facebook wird ausführlich über die „Abschußrampe“ diskutiert.

[4]

Manche behaupten zwar es sein ein Fehler eines kleinen Beamten, der mit geringen Mitteln und umlegen einiger Steine wieder behoben sei:

facebook „Du bist MG, wenn…“: [5]

Sollten solche Projekte nicht mit dem VdK abgestimmt werden bevor sie geplant, geschweige denn ausgefühhrt werden?

Inklusion nur PR?

Mir stellt sich hier die Frage, wer hat´s gemacht in der Stadt?

#2 Kommentar von Vorstand VdK Mönchengladbach am 13. Juni 2014 @ 13:07

@ Günter Heymanns

In der Tat: der VdK wurde in diese „Aktion“ nicht eingebunden und nicht einmal informiert.

Wir betrachten dies keineswegs als „Schildbürgerstreich“, wie im Artikel zu lesen ist, sondern schlichtweg als „Ingnoranz“.

Die Mitgliedsorganisationen der ARGE (der Mönchengladbacher Behindertenverbände) wurden zwar mit Blick auf die barrierefreie Bestaltung des Rheydter Marktplatzes eingebunden und konnten die Belange der Menschen mit unterschiedlichesten Behinderungen einbringen.

Von einer Umgestaltung des Ratskellerzuganges war in der Planung von PLANORAMA keine Rede.

Mehr noch: Unabhängig davon hatten wir schon vor Wochen vorgeschlagen, eine der (vor Tagen nicht vorhandenen) Treppe zum Ratskeller zusätzlich mit einer Rampe zu versehen, die wesentlich flacher ausgefallen wäre.

Dieser Vorschlag wurde als nicht realisierbar abgelehnt, weil dadurch die Treppe als „Fluchtweg“ zu schmal würde. Bedauerlicherweise haben wir uns diese Aussage nicht schriftlich geben lassen.

Als einzige Lösung bietet sich nun nur noch an, die „Steilrampe“ zu entfernen und stattdessen entlang einer Seite des Ratskellerabganges eine wesentlich flachere Rampe anzubringen.

Für diesen Fall bietet der VdK konstruktive Gespräche VOR DER PLANUNG an.

Bernhard Wilms
Vorsitzender des
VdK-Kreisverbandes Mönchengladbach

#3 Kommentar von Bruno am 13. Juni 2014 @ 13:23

Kritik ist wohl berechtigt.

Hier aber den amtierenden Oberbürgermeister Bude anzugreifen, der stellvertretend für eine fleißige, arbeitsame Verwaltung stehen ist nicht in Ordnung.

Ebenso ist die gesamte Berichterstattung peinlich – genauso peinlich wie die Treppe.

Wo waren denn der Bezirksvorsteher mit seinem Dezernenten als die Planungen offen gelegt wurden. Das wird hier nicht hinterfragt. Wie gesagt Kritik ist hier berechtigt der Rest ist peinlich.

#4 Kommentar von D. Pardon am 13. Juni 2014 @ 19:05

Der Fleiss von Mitarbeitern kann nicht darüber hinweg täuschen, dass OB Bude es in zwei Amtszeiten nicht geschafft hat, das Thema „Inklusion“ innerhalb seiner Verwaltung zu platzieren.

Ein Hamster im Laufrad läuft auch fleissig…

Es ist allerdings Aufgabe des OB den Fleiss seiner Mitarbeiter in die richtige Richtung zu lenken, beim Bürger zu erfragen, was dieser unter einer zeitgemäßen Verwaltung versteht und ein Konzept zur Verbesserung von Verwaltungsvorgängen zu erarbeiten.

Auch in privatwirtschaftlich geführten Unternehmen ist es üblich, dass Arbeitorganisation, Öffentlichkeitsarbeit etc. immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden, Mißstände zu erkennen, Arbeitsflüsse zu optimieren…

Wer das als Mißtrauen in den Fleiss von Mitarbeitern versteht (oder sich gar diesen Schuh anzieht), trifft nicht den Kern des Problems.

Unter OB Budes Amtszeiten wurden Verbesserungen in der Kfz-Zulassungsstelle erreicht.

Das fand überall Lob und Zustimmung, doch wurde dieser Weg nicht auch in anderen Verwaltungsbereichen beschritten.

Ein „Weiter so“ und Kritik abwürgen mit Hinweis auf Personalmangel, ist eindeutig der falsche Weg.

#5 Kommentar von Ypsilon am 14. Juni 2014 @ 20:04

Also vielleicht sollte man das nicht so verbissen sehen.

Erich Kästner sagte: Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.

Heißt für diese Rampe, die eine verkappte Schanze ist: Nach der Hockey-WM, der Frauen-WM, vielleicht Rock im HQ, machen wir aus der Not eine Tugend und Gladbach bewirbt sich für die Vierschanzentournee.

Nachdem es auf der Hindenburgstraße keine Skiabfahrt mehr gibt, wäre das doch eine schöne Alternative, die sich förmlich aufdrängt.

Besonderheit: statt spätem Après Ski gibt’s das sofort nach jedem Start und Punktlandung an der Theke im Ratskeller.

Dort, quasi im „Auslauf“, wird auch gemessen, wer wie weit von der Theke entfernt landet. Wer direkt davor aufsetzt gewinnt.

Was ist schon die Schattenbergschanze in Oberstdorf gegen diese am Rheydter Markt!

Schon hätte die Stadt ein Event mehr. Das steigert bestimmt die „Marke Mönchengladbach“ noch mehr.

#6 Kommentar von gladbacher am 15. Juni 2014 @ 12:14

Die Sache ist doch ganz klar: Auf dem Marktplatz Rheydt entsteht eine Skateranlage. Ist doch prima, dass auch mal an die Jugend gedacht wird.

#7 Kommentar von Enne Buur am 25. Juni 2014 @ 20:52

Och wat es dat schön – on nocch enns – es dat schön – ähm – schön blöd!

Tja – wat soll esch saare – dä Maatplaz em Reet hat schon jät säldes an
sesch.

Vröjer – do es dä Maatplaz schon enns enjeweet wu’ede.

Do ko’em enne von de Käiservamellesch on ding möt de Jrundsteenläjung
vörr enn Brunne dat Dengen enweeje.

Blos – dä Brunne höt et net jedonn: do hodde se doch jlatt de
Waaterleitung vrjässe. Wat nu? Do hand die Klozköpp später en Äffe Pomp
do hin jestalt. Nojo – se wu’er wennigstens uut Jussiiser.

Och Jottsche – wat vü’er enn Blamasch – Jästre on Hüüt!

On nu es do en Ramp.

Tja – on dat Dengen es nu net vü’er et eronger ze komme jedeit – nä dat
es nur vör er eropp komme jedeit.

Dat mot doch jeddem klo’er senn – wä do so zemlisch de Hakke voll hat,
dä kritt doch an de Stufe de Bejovung – on överhaup – möt Häng on Knee
över de Stufe – dt deet doch wi’e an de Knö’ek.

Jenau dovü’er es die Ramp jedeit!

Op Häng on Knee de Ramp eropp. Dovü’er send och de Rille jedeit, domöt
mer noch e bisske Halt hat. O’ene de Rille es et ze Jlatt.

Wat die Stadtklötsche vrjä’ete hand, send de Schilder: O’eve an de Ramp
„Einbahnstroot – onge an de Ramp: dä Richtungsfeil no o’eve.

On Överhaup – wat brukk enne Beso’epene noch e Jeländer – dä es doch
vru’e, dat dä överhaup do eropp kütt.