23 Hektar großes Becken schützt vor Hochwasser – 15 Millionen-Bauprojekt heute, 22.03.2013, mit offiziellem Spatenstich eingeleitet: Archäologen begleiten die Bauarbeiten

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

Mit einem ersten Spatenstich wurde heute der Bau des Hochwasser­rückhaltebeckens Geneicken an der Niers zwischen Bresgespark und Schloss Rheydt durch Oberbürgermeister Norbert Bude und Prof. Dr. Dietmar Schitthelm, Vorstand des Niersverbands, offiziell eingeleitet.

Dem ersten Spatenstich sind bereits umfangreiche Arbeiten in den letzten Wochen vorausgegangen. Rund 40.000 Kubikmeter Erdaushub aus der Baustelle für die „Mönchengladbach Arcaden“ an der Hindenburgstraße wurden gegenüber von Schloss Rheydt zu einem weithin sichtbaren Wall aufgeschüttet.

Das Material wird für den Bau des rund 3,5 Kilometer langen und bis zu 2,50 Meter hohen Dammbauwerks rund um das Hochwasserrückhaltebecken benötigt. Weitere 30.000 Kubikmeter werden in den nächsten 18 Monaten angeliefert.

„Es handelt sich hier um ein wichtiges Naherholungsgebiet, das nach Abschluss der Baumaßnahme in zwei Jahren auch wieder so hergestellt werden, wenn nicht sogar verbessert werden soll“, so Schitthelm.

Oberbürgermeister Norbert Bude betonte zum Spatenstich, dass der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens zu den ganz großen Baustellen im Stadtgebiet zählt, die zudem unter besonderer Beobachtung steht.

„Der Eingriff in den Naturraum ist zum Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser absolut notwendig geworden. Das haben wir in den vielen Diskussionen mit der Bevölkerung auch so dargelegt“, betonte er mit Blick auf die Hochwasserereignisse in 2008 und 2010, die zu zahlreichen überfluteten Kellern im Bereich der Niers führte.

„Wir haben es in Mönchengladbach mit einer zunehmenden Flächenversiegelung zu tun, so dass die Niers die Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen kann. Ein solches Becken führt zu einer deutlichen Entlastung“, erläuterte Prof. Dr. Dietmar Schitthelm.

Durch die immer stärkere Versieglung der Flächen im Einzugsgebiet der Niers und den Ausbau einer leistungsfähigen Kanalisation seit den 50er Jahren hat sich der Hochwasserabfluss am Oberlauf der Niers stetig verschärft.

Dadurch wächst die Gefahr von Überschwemmungen. Um insbesondere der Überflutung von Verkehrsanlagen, Siedlungsgebieten, Gewerbegebieten und des Flughafens in Mönchengladbach nachhaltig vorzubeugen, hat der Niersverband das Hochwasserrückhaltebecken Geneicken geplant.

Der Rückhalteraum des Hochwasserrückhaltebeckens gliedert sich in zwei Beckenteile, die über Durchlässe miteinander verbunden sind.

Sie haben zusammen eine Größe von rund 23 Hektar und ein Speichervolumen von 200.000 Kubikmetern. Die Einström- und Entleerungsvorgänge werden durch ein neues Wehr in der Niers gesteuert.

Das etwa 1,40 Meter tiefe Becken ist zukünftig überwiegend als Grünfläche zu erleben. Bei Hochwasser wird es teilweise eingestaut und zeitversetzt wieder entleert. Erst bei außergewöhnlichen Regenereignissen kommt es zu einer vollständigen Füllung beider Beckenteile.

Bei der Planung wurde großen Wert darauf gelegt, die Ansprüche des Hochwasserschutzes mit denen der Naherholung in Einklang zu bringen.

Für die Rad- und Fußwegeverbindungen wurde ein eigens erarbeitetes Wegekonzept entwickelt. Die durchgehende Verbindung des Niersgrünzugs bleibt nach Fertigstellung erhalten.

Eine Besonderheit stellt die mitten im Beckenraum befindliche archäologische Fundstelle aus der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) dar.

Sie ist eine von nur zweien dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Amt für Bodendenkmalpflege wurden Vorgehensweisen abgestimmt, die sicherstellen, dass im Zuge der Baumaßnahmen keine Funde zerstört werden. Archäologen werden die Bautätigkeit über einen längeren Zeitraum intensiv begleiten.

Die Kosten der archäologischen Grabungen werden mit rund 800.000 Euro beziffert. Die Bauabläufe wurden im Vorfeld einvernehmlich so geplant, dass Behinderungen zwischen der Herstellung des Hochwasserrückhaltebeckens und den Ausgrabungen ausgeschlossen sind.

Informationen zum Projekt können Interessierte zu den regelmäßig stattfindenden Info-Nachmittagen im Info-Container auf der Baustelle oder über die Homepage des Niersverbandes bekommen.

Der Info-Container steht an der Ritterstraße von Rheydt kommend vor der Niersbrücke auf der rechten Seite. Die Termine der Info-Nachmittage werden auf der Homepage des Niersverbandes, in der Presse und direkt am Info-Container veröffentlicht

Weitere Fragen können auch über die E-Mail-Adresse niersinfo@niersverband.de oder die zentrale Telefonnummer 02162-3704507 an den Niersverband gerichtet werden.

Daten und Fakten zum Hochwasserrückhaltebeckens Geneicken

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