Ausstellung „Der Stadt ein Rathaus, den Bürgern ein Fest“ in Schloß Rheydt

Red. Brauchtum [ - Uhr]

001-AusstellungAm 13. März 2011 eröffnete Oberbürgermeister Norbert Bude in Schloß Rheydt die Ausstellung „Der Stadt ein Rathaus, den Bürgern ein Fest“, die am 14. Mai 2011 endet.

002-Ausstellung_Foto-KatzEr begrüßte die Anwesenden, insbesondere drei Gruppen: Einmal Michael Schroeren und die Bürgermeisterin Renate Zimmermanns für Rat und Verwaltung. Dann die Bylandt-Gesellschaft mit ihrem Vorsitzenden Werner Goertz.

Des weiteren den Bezirksverband der Schützen Mönchengladbach-Rheydt-Korschenbroich mit ihrem Bezirksbundesmeister Horst Thoren sowie den Bezirkskönig Michael Keinath und seine Minister.

005-Ausstellung_Foto-KatzEr erläuterte in anregenden Worten die Situation der Stadt Mönchengladbach im frühen 19. Jahrhundert, als aus dem ländlichen Gladbach eine Industriestadt wurde. Gladbach wurde später das rheinische Manchester genannt, da die Textilindustrie immer weiter ausgebaut wurde.

008-Ausstellung_Foto-KatzIn dieser Zeit wurde erstmals in Mönchengladbach eine Höhere Schule für Mädchen eingerichtet und zwar von Jacobine Mühlen. Aus der leer stehenden Abtei wurde das bis jetzt bestehende Rathaus.

Die ersten Vereinsgründungen fanden ebenfalls im 19. Jahrhundert statt. Außerdem fand im Jahre 1836 erstmals ein Schützenfest statt. Dieses wurde von einem Verein getragen und zwar ein Fest von Bürgern für Bürger.

003-Ausstellung_Foto-KatzIm Anschluß an die Begrüßung durch den Oberbürgermeister sprach Dr. Karlheinz Wiegmann als Museumsdirektor von Schloß Rheydt. Er bedankte sich vor allem bei Horst Thoren, der den Gedanken dieser Ausstellung an ihn herangetragen hatte, das Projekt mitbegleitete und Hilfestellungen gab. Eva Uebe, Kuratorin der Ausstellung und Stefan Kraus haben einen Film über diese Zeiten erstellt.

006-Ausstellung_Foto-Katz007-Ausstellung_Foto-KatzDes weiteren sprach er von Wilhelm Dietrich Lenssen, der 1827 nach Manchester gefahren war und alles über eine Dampfmaschine in Erfahrung gebracht hat.

Seine Erkundigungen würde man heute als Werksspionage bezeichnen. Diese Aufzeichnungen wurden dem Museum von einem Nachkommen von Lenssen geschenkt. Außerdem bedankte er sich bei Dr. Christian Wolfsberger vom Stadtarchiv für gute Zusammenarbeit.

024-Ausstellung_Foto-Katz015-Ausstellung_Foto-Katz004-Ausstellung_Foto-KatzHorst Thoren, Bezirksbundesmeister der Schützen, stellte dann die Ausstellung aus seiner Sicht vor. Christoph Nohn, Buchautor von „Tage der Freude“, stellt dort das Schützenfest von 1836 dar.

Er äußerte sich zu den Rheinländern: „diese verkleiden sich gerne und haben Spaß an der Freud“. Und so suchte man für das Schützenfest eine geeignete Bekleidung: Einmal grünes Sakko, weiße Hose, grüner Hut oder Frack, weiße Hose, schwarze Weste, schwarze Schleife und schwarzer Zylinder.

Für die Damen gab es folgende Kleidung: weiter Stufenrock, sogenannte Puffärmel, Tuch und Hut. Die Kleider wurden mit Bändern usw. von der Putzmacherin Ernestine Merkens verschönert.

009-Ausstellung_Foto-Katz013-Ausstellung_Foto-KatzKatholiken und Protestanten, Reiche und Arme feierten in dieser Zeit zusammen Schützenfest. Somit wurde 1836 und 1837 ein überkonfessionelles Schützenfest gefeiert. Der sonst schlichte Turm der Hauptkirche wurde mit der schwarz-weißen Preußenfahne geschmückt. Das nächste Schützenfest sollte 1853 gefeiert werden, ist aber leider gescheitert.

010-Ausstellung_Foto-Katz016-Ausstellung_Foto-KatzAls das Stadtschützenfest 1981 neu gegründet wurde, sah es sich in der Tradition von 1836. Noch heute werden Trachten und bunte Uniformen zu den Schützenfesten der Bruderschaften getragen und sie haben sich den Spruch „Glaube – Sitte – Heimat“ auf ihre Fahnen geschrieben. Er endete seine Rede mit den Worten „die Tage der Freude sind gekommen“.

011-Ausstellung_Foto-Katz019-Ausstellung_Foto-KatzDie Kuratorin Eva Uebe, die als Volontärin im Museum Schloß Rheydt die Ausstellung vorbereitete, begrüßte die geladenen Gäste und meinte zu Beginn ihrer Ausführen, sie mache dies zum ersten Mal und sei entsprechend nervös.

Sie bedankte sich ebenfalls bei Horst Thoren, der sie auf den Gedanken gebracht hatte, das 1. Schützenfest in Mönchengladbach wieder aufleben zu lassen. Sie zeigte das Leben von Beginn des 19. Jahrhundert auf wie z.B. die politische und wirtschaftliche Lage.

Außerdem führte sie an, daß Gladbach seit 1815 zu Preußen gehörte und in das an und für sich katholische Gladbach immer mehr Protestanten kamen wegen der Textilindustrie.

012-Ausstellung_Foto-Katz018-Ausstellung_Foto-KatzDie ca. 50 Archivalien, die im Stadtarchiv, im Rheinischen Schützenmuseum Neuss, im Münsterarchiv und im Bezirksarchiv des Bezirkverbandes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften „Dicker Turm“ dienen dazu, die Stadtgeschichte begreifbar zu machen. Die Besucher können auch selbst aktiv werden: eine Licht-Schießanlage für den königlichen Vogelschuß kann benutzt werden.

023-Ausstellung_Foto-Katz017-Ausstellung_Foto-KatzEva Uebe erläuterte zur Stadtgeschichte: 1827 wurde aus dem Flecken Rheydt die Stadt Rheydt. Bürgermeister Johann David Büschgens (1828 – 1857) (Foto links) errichtete in Rheydt das Rathaus und den Markt. 1830 wurde in Mönchengladbach die erste Höhere Töchterschule gegründet.

Der Gladbacher Bürgermeister Jacob Kühnhaus [*19. März 1782 in Velbert; + 4. Juni 1844 in Gladbach] errichtete 1835 in der leer stehenden Abtei das Rathaus, die Feuerwehr, Polizei und Gericht. 1838 wurde die Handelskammer in Gladbach erbaut.

027-Ausstellung_Foto-KatzBesonders bedankte sie sich bei Thomas Paulussen, der das Tagebuch seines Ururur-Großvaters Martin Paulussen, dem Museum überlassen hat.

014-Ausstellung_Foto-KatzNach den sehr informativen Erklärungen der einzelnen Redner wurden die Gäste zur Besichtigung der Ausstellung und einem kleinen Sektempfang eingeladen. Eine rundum gelungene Ausstellung.

025-Ausstellung_Foto-Katz028-Ausstellung_Foto-Katz020-Ausstellung_Foto-Katz021-Ausstellung_Foto-Katz026-Ausstellung_Foto-Katz022-Ausstellung_Foto-KatzINFO: originaler Text aus der Karte „Kreis Gladbach“:

Von den 46,907 Einwohnern, die der Kreis am Schlusse des Jahres 1829 zählte, gehören 23,513 dem männlichen und 23,394 dem weiblichen Geschlechte an.

Nach den Religionsverhältnissen bestehen sie aus 38,575 Katholiken, 7,885 Evangelischen, 6 Menoniten, und 441 Juden.

Während des Jahres 1829 wurden 1,598 Kinder geboren, (darunter 64 außer der Ehe) 338 Paare getraut, und 1,146 Individuen starben.

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