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BSK Mönchengladbach verstärkt öffentliche Präsenz und kündet „kontruktiv-kritischen Lobbyismus“ an

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Wochenmärkte bieten nicht nur Einkaufsmöglichkeiten für Produkte aus der Region.

Sie sind auch „Kommunikationszentralen“ und bieten so auch ehrenamtlichen Organisationen Platz, sich zu präsentieren und mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.

So, wie es die Kontaktstelle Mönchengladbach des BSK unter Leitung von Albert Sturm erstmals an einem der letzten Wochenmärkte auf dem Rheydter Marktplatz praktizierte.

Drei mal drei Meter und gut erkennbar war der Stand an einem der Zugänge zum Markt.

Rollstuhlfahrer Albert Sturm und seine Ehefrau Karin, die sich seit Jahren durch vielfältige Ideen und Aktionen in Mönchengladbach als „Lobbyisten“ für die Belange von Menschen mit Behinderungen einsetzen, kamen mit vielen bekannten und interessierten Menschen ins Gespräch, einige wollten auch Mitglied im BSK werden.

Angeregt durch das Markenzeichen des BSK, die Solidarität symbolisierenden verbundenen Hände, versuchten vier Vorschulkinder dieses Bild „nachzustellen“.

Nach zwei Versuchen gelang es ihnen und verstanden so auch nach kurzer Erläuterung den tieferen Sinn von Gemeinschaft und Solidarität.

Der BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.) ist ein durchaus streitbarer Behindertenverband, der sich beispielsweise seit Jahren bundesweit für die Mitnahme von Scootern in Bussen der ÖPNV einsetzt und auch vor Klagen vor Gerichten nicht scheut.

Kernaufgabe sind jedoch die Durchsetzung individueller Rechte für ihre Mitglieder aus den Sozialgesetzbüchern (SGB) und die Durchsetzung von Barrierefreiheit vor Ort.

Wobei letzteres in Mönchengladbach nicht nur kaum auf der Agenda steht, sondern nach Möglichkeit besonders von politischen Mehrheitskräften von eben dieser Agenda zu nehmen, hat Albert Sturm zu Genüge, teilweise „am eigenen Leibe“ erkennen müssen.

Sturm pflichtet der sicherlich nicht vollständigen Aufzählung der erheblichen Mängel der Inklusionsbeauftragten Ingrid Icking uneingeschränkt bei.

Die Rheinische Post Mönchengladbach hatte aus Ickings Inklusionsbericht 2016 einige Bereiche in Mönchengladbach herausgehoben, bei denen hinsichtlich der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen erhebliches Nachsteuern dringend geboten sei.

Das waren u.a. die medizinische Versorgung, der Bereich große Wohnen, Freizeit und Kultur, barrierefreie Toiletten, Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Verkehr und Parken.

Dies seien also fast alle Gebiete, die in der Verantwortung der Stadtverwaltung lägen, meint Albert Sturm und erklärt dazu aber: „Frau Icking zeigt sich zwar bemüht, Missstände zu benennen, beheben kann sie jedoch keinen einzigen. Denn zum einen ist sie Mitarbeiterin der Stadtverwaltung und daher ihrem Arbeitgeber und im weitesten Sinne auch der Politik verpflichtet. Zum andern scheinen beide, also Verwaltung und Politik ihre Funktion als Behindertenbeauftragte nur als notwendiges Übel anzusehen und sie nur dann eingebunden zu werden, wenn es dem jeweiligen Fachbereich „nützlich“ erscheint oder wenn es unabdingbar ist, weil Förderrichtlinien von Land, Bund oder EU die Beteiligung bzw. die Zustimmung der/des Behindertenbeauftragten zwingend vorschreiben.“

Wenn sich in der Mönchengladbacher Verwaltung und in der sie tragenden Politik nichts grundsätzlich ändere, werde Mönchengladbach weiterhin zu den deutschen Großstädten zählen, für die die Belange von Menschen mit Behinderungen an der untersten Stelle der Prioritätenskala stehen.

„Trotz dieser nicht gerade rosigen Aussichten wird sich der BSK Mönchengladbach – und werde auch ich mich – weiterhin konstruktiv-kritisch für die Belange meiner „Leidensgenossen“ einsetzen. Auch wenn es manch einem in Verwaltung und Politik nicht passt, werden wir von uns hören lassen,“ verspricht Sturm und kündigte an, in Kürze weitere Termine auf Wochenmärkten im Stadtgebiet von Mönchengladbach bekanntzugeben.

 

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