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Rheydt: Rathausneubau würde vsl. brutto 35,5 Millionen EURO kosten – mindestens [mit Slideshow]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[12.03.2008] Das ist nicht die Zahl, die CDU und FDP in ihrem Fraktionsantrag zum Rathausneubau „geschätzt“ hatte. Die sprachen von 30 Mio. EURO. Zu ungenau! 

Denn überraschenderweise kommt eine sogenannte „Standortanalyse Rathaus Rheydt“, die am kommenden Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Rheydt-Mitte behandelt werden soll, auf netto 29.823.000 EURO.

Netto wohlgemerkt, also ohne Mehrwertsteuer (MwSt).

Da eine Kommune nicht vorsteuerabzugsfähig ist, muss sie zusätzlich also noch 5,66 Mio. EURO zahlen. Zusammen würde der Rathausneubau also mehr als 35,5 Mio. EURO kosten.

Bei näherer Betrachtung entpuppt sich diese Analyse auch eher als „Projektvorbereitungsinstrument“, um den von Norbert Post (CDU) schon im August vorigen Jahres geforderten Neubau für das Rathaus in Rheydt voranzutreiben.

Dass schon eine Vielzahl von sehr detaillierten Plänen (datiert mit Dezember 2008) vorliegt, nährt die Vermutung, dass hier schon sehr weit vorgeplant wurde, ohne, dass hierfür ein konkreter Planungsauftrag erteilt wurde.

Antworten auf die Fragen an Kämmerer Bernd Kuckels (FDP) stehen schon seit vier Wochen aus. Aufgrund der Angaben, ein Neubau solle 30 Mio. EURO kosten hatte BZMG gefragt:

  • Trifft es zu, dass eine Kalkulation vorliegt?
  • Falls ja, sind die veranschlagten Kosten in Höhe von 30 Mio. EURO zutreffend?
  • Kalkulationen setzen entsprechende technische Planungen voraus. Liegen solche Planungen vor?
  • Falls ja (zu 3.), wo können diese Planungen eingesehen werden?
  • Falls ja (zu 3.), wozu soll dann der mit Ratsmehrheit beschlossene Planungsauftrag (521.000 EURO) dienen?
  • Sind in den Kosten für den Planungsauftrag (5.) interne Kosten der Verwaltung (Personal usw.) enthalten?

Nun liegen also, wie gesagt, detaillierte Pläne vor und es sind auch schon Bauabschnitte umrissen.

Es stellt sich natürlich – wie bei Giesenkirchen 2015 – die Frage, werde diese Vor-Arbeit geleistet und wer sie bezahlt. Fehlt doch auch hier das Schriftfeld des planenden Büros.

Und dass die Stadt nicht über eigene Planungskapazitäten verfügt ist bekannt.

Bekannt ist auch, dass dem Raum-Bedarfskonzept keine Optimierung der Arbeitsabläufe vorausgegangen ist. Nur dann, wenn Arbeitsabläufe optimiert sind, macht es Sinn, sich Gedanken über Größe, Anordnung und Ausstattung der Räume zu machen.

Aber das scheint die „fordernden“ Politiker nicht zu interessieren. Hauptsache Bauen, denn Geld spielt in Mönchengladbach keine Rolle.

Natürlich müssen vorher noch Gutachten her. Eines für eine „zeitgemäße Büroorganisation“ (150.000 EURO), ein anderes für Energetische Fragestellungen (90.000 EURO).

Darauf, wer für Letzteres in Betracht kommen könnte, braucht man nicht lange zu warten; spätestens, wenn sich ein Ratsherr im Hauptausschuss und im Rat als befangen erklärt, ist das bekannt.

Was die Kosten in Höhe von 35,5 Mio. EURO verursachen würde, ist in dieser BZMG-Bildergalerie erkennbar:

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