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Vis-á-vis mit … Dr. Winfried Tackenberg (Viersen): mfi-ARCADEN-Daten intransparent und mit falschen Zahlen und Annahmen? [mit O-Ton]

12-01-12-dr-tackenberg [1]Der Viersener Unternehmer und Unternehmensberater Dr. Winfried Tackenberg gilt als Fachmann für das Betreiben von Einkaufszentren und hatte sich mit einem Bürgerantrag an die Viersener Politik gewandt, um sie hinsichtlich der Auswirkungen auf den Viersener Einzelhandel zu sensibilisieren.

Zu seinen Analysen, Bewertungen, Einschätzungen und Befürchtungen hinsichtlich des geplanten Handels- und Dienstleistungszentrums „Mönchengladbach Arcaden“ sprachen wir mit Dr. Tackenberg.

Tackenberg, promovierter Maschinenbauingenieur und diplomierter Betriebswirt, befasst sich seit über 10 Jahren u.a. mit dem Betrieb von Einkaufscentern.

Als der Investor ECE mit Unterstützung der CDU/FDP-Mehrheit und OB Bude (SPD) plante, auf dem Gelände des ehemaligen Schauspielhauses und des Finanzamtes Stadtmitte unter Einschluss des C & A-Gebäudes ein Einkaufszentrum zu errichten, hatte Tackenberg kritisch die Auswirkungen analysiert.

Sehr interessant sein Vergleich zwischen dem ECE- und mfi-Vorhaben:

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-01-einleitung-vergleich-ece-mfi.mp3] [ca. 4 Min.]

Die Auswirkungen auf den Einzelhandel an der Hindenburgstraße sieht Tackenberg nach wie vor kritisch und befürchtet auf Dauer erhebliche Leerstände.

Leerstände Rheydter Hauptstraße [2]Für Rheydt sieht er kaum Lösungsmöglichkeiten zur Revitalisierung des Einzelhandelsstandortes.

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-02-auswirkungen-auf-moenchengladbach.mp3][ca. 5 Min.]

Den im GMA-Gutachten enthaltenen (geschätzten) Zahlen zur so genannten Flächenproduktivität stellt Tackenberg Ist-Werte von etwa 25% der Viersener Einzelhändler gegenüber und erläutert an Hand dieser die Auswirkungen der mfi-Arcaden auf Viersen.

11-12-19-produktivitaet [3]Tackenberg erklärt nachvollziehbar, wie die GMA zu dem Ergebnis einer falschen und für Viersen zu niedrigeren Kaufkraftabwanderung kommt.

11-12-19-umsatzentwicklung-konsequenzen [4]Ausführlich geht Tackenberg auf das Thema Flächenproduktivität und deren Auswirkungen ein und welche Schlüsse Centerbetreiber daraus ziehen.

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-03-auswirkungen-auf-viersen.mp3][ca. 7 Min.]

11-12-19-flaechengroessen [5]Maßgeblich für die Rendite eines Centers ist die Größe der Verkaufsflächen. Tackenberg vermutet, dass durch einen von mfi zu hoch angesetzten Gastronomieflächenanteil die Verkaufsflächen nachträglich vergrößert werden sollen.

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-04-gastronomieflaechen.mp3][ca. 3 Min]

11-12-19-cart-12 [6]11-12-19-zwischendecke [7]Eine weitere Option zur nachträglichen Vergrößerung der Verkaufsflächen bietet sich mfi durch das nachträgliche Einziehen einer Zwischendecke, wodurch mfi weitere 3.600 qm „gewinnen“ könnte, was mfi seit Neuerem nicht mehr bestreitet.

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-05-zwischendecke.mp3][ca. 3 Min.]

Tackenberg bemängelt, dass die mfi-Daten nicht nachvollziehbar seien. Es fehle an Überprüfungsmöglichkeiten anhand von detaillierten Plänen und Flächenzahlen besonders hinsichtlich der Verkaufsflächen.

Eine derart gravierende, schwerwiegende Entscheidung, von der sehr viele betroffen sind (auch, aber nicht nur, in Mönchengladbach), erfordere einen verantwortungs­volleren und nachweisbareren Umgang mit den Größenangaben und deren Offenlegung.

[audio:12-01-12-interview-tackenberg-06-mfi-flaechenangaben.mp3][ca. 3 Min.]

Die Kontakte zwischen der Stadt Mönchengladbach und mfi einerseits und Viersen andererseits sind sehr spät, nämlich erst am 19.11.2011 entstanden. Dieser erste Kontakt war ein „Geheimgespräch“ zwischen Herrn Wölfer (mfi) und Mitarbeitern der Stadt Viersen.

Momentan werde versucht, durch „bilaterale Gespräche“ zwischen OB Norbert Bude (SPD) und dem Bürgermeister Günter Thönnessen (SPD) Maßnahmen seitens der Stadt Viersen zu „torpedieren“.

12-12-23-tackenberg-mfi [8]Zwischenzeitlich wurde Tackenberg zu einem Gespräch bei mfi am Donnerstag, den 19.01.2012 eingeladen.

Von diesem Gespräch erhofft sich Tackenberg, dass mfi alle Pläne und Quadratmeter­zahlen offen legt und zur Verfügung stellt.

[audio: 12-01-12-interview-tackenberg-07-kommunikation-mit-viersen.mp3][ca.6 Min.]

Fazit aus diesem Interview:

Im Ergebnis scheinen hinsichtlich der Mönchengladbach ARCADEN noch diverse Informationen nicht offen gelegt und besonders bei den Flächenproduktivitätszahlen nicht transparent gemacht worden zu sein.

Insbesondere hinsichtlich der Flächenproduktivität müsste die Politik, bevor sie abschließende Entscheidungen zu dieser Maßnahme fällt, eine unabhängige Überprüfung durch eine andere Institution als GMA veranlassen und die Verwaltung entsprechend beauftragen.

Dies gilt für Viersen, aber auch für die in erster Linie betroffenen Innenstädte von Mönchengladbach und Rheydt und dies vor dem Hintergrund, dass Dr. Tackenberg gegenüber BZMG erklärte, dass seine sämtlichen Daten und Informationen auch einer gerichtlichen Nachprüfung standhalten würden.

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4 Kommentare (Öffnen | Schließen)

4 Kommentare Empfänger "Vis-á-vis mit … Dr. Winfried Tackenberg (Viersen): mfi-ARCADEN-Daten intransparent und mit falschen Zahlen und Annahmen? [mit O-Ton]"

#1 Kommentar von Henner Steigert am 15. Januar 2012 @ 17:57

Wenn ich mir das so anhören und lese, fragt ich mich allen Ernstes, ob die MFI-Zahlen für Rheydt überhaupt stimmen und sich die Politik von MFI an der Nase herum führen lässt.

Wenn die Kaufkraftabwanderung von Viersen schon höher wird, um wie viel höher wird die für Rheydt als bisher bekannt gegeben wird?

Wo bleibt der Aufschrei der Rheydter Einzelhändler und ihrer „Interessenvertreter“.

Das Rheydter Citymanagement pennt wohl auf ganzer Breite. Oder geht es den Einzelhändlern in Rheydt noch so gut, dass sie sich um nix kümmern müssen?

Mal sehen, ob da noch was passiert?

#2 Kommentar von M. Angenendt am 16. Januar 2012 @ 19:00

Wird hier mit allen Tricks „gearbeitet“? Mit Netz (Sicherheit: ist für den Einzelhandel in Restgladbach und Umgebung alles nicht so schlimm – im Gegenteil!) und doppeltem Boden bzw. noch einzuziehendem Boden gearbeitet?

Wenn das stimmt was hier steht und zu hören ist … Soll das wirklich niemandem aufgefallen sein? Weiß das wirklich niemand?

Ist der Traum des OB, der „Prinz von Arcaden“ *) zu sein, so groß, dass man wie die drei Affen handelt (handeln lässt): nichts sehen, nichts hören und erst recht nicht drüber sprechen?

Sehr interessantes Interview!

Dann besser die Idee des Kommentators Mario Bocks umsetzen: Statt Konsumtempel einen Bildungstempel, der eine „neue Mitte“ auf der Hindenburgstraße wäre.

*) Jaques Offenbach/Orpheus in der Unterwelt, Arie: „Als ich noch Prinz war von Arkadien“

#3 Kommentar von Glossi am 16. Januar 2012 @ 20:50

@ M. Angenendt

da kann ich doch was zu beitragen (Klicken genügt):

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#4 Kommentar von Ypsilon am 16. Januar 2012 @ 23:34

Hallo Glossi, ich habe auch mal in den weiten des WWW gesucht.

OB noch jemand ein passendes Karnevalskostüm sucht? Hier ein Vorschlag:

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