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Erlebnisse und Erfahrungen einer SPD-Stimmenauszählerin

Evamaria Enk [ - Uhr]

Das hektische Klicken der Kameraobjektive hallt durch das Atrium des Willy-Brandt-Hauses und gespannte Journalisten-Augen sind von unten auf uns gerichtet.

Die Medienvertreter warten auf ein Zeichen, einen winzigen Hinweis zum Ausgang des Votums, vielleicht auf einen „Daumen-hoch“.

Denn  auch wenn die Mandatsprüfungs- und Zählkommission (MPZK) das tatsächliche Ergebnis noch feststellen muss, wissen die 120 Freiwilligen schon seit den frühen Nachtstunden, dass die Genoss*innen Deutschland mit einer 2/3-Mehrheit erneut eine GroKo beschert haben.

Bereits vor der Auszählung und noch während der Sortierung der Stimmzettel zeigte sich, dass der Stapel der „ja“-Stimmen doppelt so schnell anwuchs, wie jener der „nein“-Stimmen.

Nichts desto trotz wurde jeder einzelne Stimmzettel gewissenhaft gezählt und vermerkt. So manche „persönliche Botschaft“ einzelner Genoss*innen, die handschriftlich auf die kleinen Zettelchen gekritzelt worden waren, sorgten für Erheiterung und brachten die MPZK ins Schwitzen, konnten solche Bemerkungen doch die Gültigkeit der abgegebenen Stimme beeinträchtigen.

Nach rund 12 Stunden Akkordarbeit und mit Druckertinte-geschwärzten Fingern war auch der allerletzte Stimmzettel gezählt.

Trotz Ruhe-Möglichkeiten und einem stets bereitstehenden Catering waren alle Beteiligten – Organisator*innen,  Freiwillige und MPZKler gleichermaßen – völlig erschöpft.

So mancher stellt sich wohl unter einer „durchgemachten Nacht“ etwas anderes vor.

Auch wenn mir nun die Augen zufallen und in den Fingerspitzen keinerlei Gefühl mehr ist, war dieses Ereignis eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Die SPD steht nun vor einer doppelten Herausforderung: die Verantwortung gegenüber der Bundesrepublik auf der einen und das Versprechen auf „Erneuerung“ gegenüber Bürger*innen und Genoss*innen auf der anderen Seite.

Doch das Mitgliedervotum zeigt, dass die Sozialdemokrat*innen ihre Mitglieder*innen basisdemokratisch in den Prozess einbinden und dass wir vor allem gemeinsam die Aufgaben stemmen werden, die auf uns zu kommen.

 


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