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Kleinode der Natur im Raum Mönchengladbach • Teil I: Knippertzbachtal [mit Video]

[1]Im Bereich der Stadt Mönchengladbach existieren derzeit 16 ausgewiesene Naturschutzgebiete.

Diese Gebiete werden hier in loser Folge einzeln durch den NABU vorgestellt, heute das Naturschutzgebiet „Knippertzbachtal“.

Dieses Gebiet hat die offizielle behördliche Kennung MG-002 und umfasst eine Fläche von 94,30 ha.

Das Naturschutzareal erstreckt sich entlang der beiden Bäche Knippertzbach und Hellbach. Der Knippertzbach beginnt als Entwässerungsgraben bei Rheindahlen im Ortsteil Broich und tangiert die Gladbacher Honschaften Genhodder und Peel.

Der Nebenbach Hellbach beginnt im Ortsteil Leloh des Kreises Viersen und mündet westlich des JHQ Rheindahlen in den Knippertzbach. Der Beginn des Knippertzbaches liegt bei 70 m ü. NN, die Mündung in die Schwalm bei 57 m ü. NN.

Am Knippertzbach lag in früheren Zeiten die Knippertzmühle (am Südrand des jetzigen JHQ Rheindahlen). Die Mühle wurde 1922 abgebrochen.

Heutzutage existiert noch der frühere Mühlenweiher (jetzt: Eichhofweiher), der heute innerhalb des Naturschutzgebietes die Funktion eines Regenpuffers hat.

Der Wasserstand innerhalb des Feuchtgebietes wird durch Einspeisungen von Frischwasser durch Rheinbraun aufrechterhalten.

Würde Rheinbraun mit der Einspeisung aufhören, wäre dies das Ende des NSG.

Das Naturschutzgebiet Knippertzbachtal ist Teil des europäischen Netzes „Natura 2000“, ein FFH-Schutzgebiet und damit das „Sahnehäubchen“ der Gladbacher Naturschutzareale.

Zweck des Gebietes ist u.a. die Erhaltung und Entwicklung der wertvollen bodenständigen Waldgesellschaften wie Eschen- und Erlenbruchwäldern, Erhaltung und Optimierung der zahlreichen Kleingewässer (Flachsrösten), der Weiher und Quellbereiche, Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Strukturen und der Dynamik der Fließgewässer mit charakteristischer Vegetation und Fauna, Erhaltung und Wiederherstellung extensiv genutzter Feuchtwiesenbereiche, Erhaltung und Entwicklung der Bachauen unter besonderer Berücksichtigung der tragenden Funktion im Biotopverbundsystem.

Das Naturschutzgebiet bietet sich geradezu an für wunderbare Wanderungen und Radtouren. Selbstverständlich sollten nur die ausgewiesenen Wege begangen oder befahren werden. Anempfohlen sei die Erkundung der Umgebung des Eichhofweihers, insbesondere auch der Trockenwiese mit vielen Schmetterlingen am früheren Hubschrauberlandeplatz des RAF-Krankenhauses.

Weitergehende Informationen über das Naturschutzgebiet können bei „Wikipedia“ und unter

www.naturschutzinformationen-nrw.de [2]

abgerufen werden.

Wanderer und Radfahrer haben die Gelegenheit, zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen zu entdecken.

Auf der „Rote Liste Arten 2010 NRW“ stehen die im Schutzgebiet vorkommenden Vogelarten Baumpieper, Eisvogel, Grünspecht , Habicht, Steinkauz und Teichhuhn. Auch eine Weihe soll schon gesichtet worden sein.

Stellvertretend für die vielen vorkommenden seltenen Pflanzen seien der Gagel, der einfache Igelkolben, die Sumpf-Dotterblume und das Sumpf-Helmkraut genannt.

An Neophyten macht sich derzeit das „Indische Springkraut“ breit.

Diese außereuropäische Pflanze dominiert in weiten Bereichen inzwischen die Bachläufe und Fluren und verdrängt massiv einheimische Arten.

Die Pläne, das JHQ-Gelände für einen Freizeitpark zu nutzen, könnten das Flora-Fauna-Habitat Knippertzbachtal erheblich gefährden.

Eine Nutzung des JHQ als Wohngebiet wäre sinnvoller und umweltverträglicher.

 


 

Interessierte Bürger sind beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) – Stadtverband Mönchengladbach- jederzeit willkommen.

Informationen unter www.nabu-mg.de [3] oder telefonisch 02166-671986.

4 Kommentare (Öffnen | Schließen)

4 Kommentare Empfänger "
Kleinode der Natur im Raum Mönchengladbach • Teil I: Knippertzbachtal [mit Video]"

#1 Kommentar von Pelikan am 14. November 2015 @ 17:12

Vielen Dank für diese Darstellung des schönen Naturschutzgebietes.

Der Knippertzbach und die benachbarte naturnahe Landschaft ist immer einen Ausflug wert.

[4]

Die pauschale Empfehlung von Wohnbebauung („Eine Nutzung des JHQ als Wohngebiet wäre sinnvoller und umweltverträglicher“) überzeugt hingegen jedenfalls dann nicht, wenn beispielsweise Hochhäuser in oder dicht an die naturnahen Parzellen des JHQ Rheindahlen gebaut werden würden.

Insofern weist der Artikel leider in eine Richtung, die nicht den Ergebnissen der Werkstattgespräche gerecht wird, welche NRW Urban im Auftrag des Bauministeriums durchgeführt hatte:

„Wohnen in allen erdenklichen Facetten wird (als Folgenutzung) kategorisch ausgeschlossen“, so beschloss man es am 31.01.2012 und betonte, dass die zwei Entwicklungsschwerpunkte der Stadt Mönchengladbach in den beiden existierenden Stadtzentren von Mönchengladbach-City und Rheydt-Innenstadt liegen.

Der grundsätzlich unterstützenswerte Naturschutzbund Deutschland (NABU) sollte für den Erhalt der Natur kämpfen und nicht für die durch Baulobby, Schückhaus und Schlegelmilch ja vielleicht auch für das JHQ sehr erwünschte Neu-Ausweisung von Wohngebieten.

Die leider nur angerissenen „Pläne, das JHQ-Gelände für einen Freizeitpark zu nutzen“ sind darüberhinaus auch durch den NABU viel grundsätzlicher zu hinterfragen.

Zur berüchtigten Suche nach der arabischen Investorengruppe bzw. zu den Scheinfirmen um Seasons-Global und Dawant lese man:

Mönchengladbach und der geplatzte Traum der Nachnutzung des Joint Headquarters (JHQ) als Mega-Erlebnispark. Von Siddeeq Ghoroob

[5]

[6]

Wohnen sollen allerdings die Flüchtlinge im JHQ, und zwar wie vorgesehen in den zwanzig gut erhaltenen Gebäuden der Beresford Road.

Ein weiteres wunderschönes Haus gilt es zu erhalten, das am Antrim-Drive gelegene, 1911 erbaute Jagdhaus Haus Hellbach.

[7]

Es gibt keinen Investor für einen Mega-Freizeitpark.

Es gibt ein Mega-Grundstück. SEASONS kann nicht funktionieren.

Dass sich irgendwelche Amigos aus Bau-Lobby und „Entwicklern“ auf das JHQ-Gelände stürzen, um seelenlose Betonklötze neben den Knippertzbach zu setzen oder die zu errichtende EAE für unsere geflüchteten Mitmenschen aus der Beresford Road in einen „unsichtbaren“ Winkel im Südwesten des JHQ abzudrängen, ist zu verhindern.

#2 Kommentar von Hallo-Wach_2015 am 19. November 2015 @ 08:34

Es ist an der Zeit, dass sich auch der NABU Mönchengladbach kritisch, aktiv und öffentlichkeitswirksam in die Umweltpolitik der Stadt MG, des Regierungspräsidenten und des Landes einmischt.
Dazu gehören eine klare Positionierung in Naturschutzfragen sowie Besinnung auf eine sinnvolle Aufgabenverteilung zwischen NABU und der Unteren Landschaftsbehörde (Stadtverwaltung).

Die regelmäßige Teilnahme einiger weniger Aktiver des NABU MG an Hege und Pflege des Aufwuchses in Teilen der Naturschutzgebiete ist durchaus als sinnvolle Beschäftigungstherapie umweltbewußter Mitbürger geeignet, hilft aber auf lange Sicht nicht, die ehemals wertvollen Bestände von Flora und Fauna dieser ökologischen Habitate dauerhaft zu schützen oder gar wieder aufzubauen.

Es wäre vielmehr bei Pflegemaßnahmen und ökologischen Zielrichtungen in Abstimmung mit dem NABU MG ein systematisch und auf Dauer angelegter Ideen-, Personal- und Materialeinsatz der Unteren Landschaftsbehörde (= Stadtverwaltung) vonnöten, die letztlich unsere „Grüne Stadt“ in der politischen und ökologischen Verantwortung hat und im Unterschied zu den Ehrenamtlern dafür bezahlt wird.

Da kann der NABU MG mit seinen wenigen –ehrenamtlich- aktiven Mitgliedern allenfalls mit Fachverstand und bestem Wissen beratend und gelegentlich auch mit praktischer Arbeit unterstützend tätig sein.

Von der natürlichen Vegetation sind im Mönchengladbacher Umland nur noch Restbestände anzutreffen, die daher besonders schützenswert sind.
Der Knippertzbach fungiert zwar nach starken und langanhaltenden Regenereignissen noch als Entwässerungsgraben, liegt aber wegen zunehmend unausgeglichener Sümpfungsausgleichsmaßnahmen des Braunkohletagebaus häufig trocken.

Das ökologische Ende dieses Naturschutzgebietes ist bereits seit langem dadurch vorprogrammiert, dass die umliegenden Grundwasserleiter durch Sümpfungsmaßnahmen des Tagebaus entleert wu(e)rden und die Ausgleichzuführungen mit Tiefenwasser augenscheinlich und für jeden wahrnehmbar vollkommen unzureichend sind.

Nach Beendigung des Tagebaus wird zur Verfüllung des Restsees und zur „Erholung“ der Grundwasserstände als Ausgleich eine R h e i n wasserzufuhr per Pipeline erfolgen. Die Planungen sind bereits abgeschlossen.

Der mit Rheinwasser gefüllte Restsee wird im Übrigen nach Fertigstellung als einzige Niersquelle fungieren müssen…

Also ein Thema mehr für einen politischen NABU Einsatz in Mönchengladbach.

#3 Kommentar von Der vom Morken am 19. November 2015 @ 14:31

@ Hallo-Wach_2015

Wie wahr! Aber wen kümmert es?

„Unsere“ Politik(er)?

Was diese GroKo im Verein mit Schückhaus und den üblichen, verdienenden, weil antreibenden Klüngelanten nicht schafft, wird der Tagebau erledigen. Und zwar rigoros.

RWE versteht sich als Naturschützer, die alles wieder so hinbekommen, wie es mal war. Nur noch besser. Renaturierung eben.

Optisch/handwerklich haben die das auch drauf, dank jahrzentelanger Erfahrung. Aber wie es unter der schön gestylten Oberfläche aussieht …

Ist aber nicht schlimm, weil, bis die Auswirkungen richtig massiv sind und auch nichts mehr beschönigt werden können, sind die „Verantwortlichen“ (hüstel) nicht mehr unter den Lebenden.

Nach uns die Sintflut in Form dieser so putzig „Restsee“ genannten Monströsität.

Wird bestimmt ganz toll. Rutschungen inklusive. Aber die RWE-Experten sagen, dass es die nicht geben wird. Also werden sich Restsee und Böschungen selbstverständlich daran halten.

Wenn RWE das so behauptet … Insofern: alles super!

Tja, dass die Naturschutzgebiete schon jetzt „etwas“ mitgenommen sind, na ja, warum so pingelig?

In einem Vortrag über die Auswirkungen der Sümpfungsmaßnahmen hörte ich tatsächlich den unglaublichen Satz, dass dann zwar einiges trocken fallen würde (bis in den Naturpark Schwalm-Nette und darüber hinaus bis in die Niederlande), dies aber auch für die Natur eine Chance sei, weil sich dann andere Pflanzen entwickeln und Fuß fassen, also Flora und Fauna insgesamt gesehen, sich eben „nur“ verändern.

Jaaaa?? Quasi alles nur eine Herausforderung für die Natur! Seither bin ich aber seeeeehr beruhigt.

Da wir gerade beim Thema sind. Ist zwar kein Naturschutzgebiet wie der Knippertzbach, aber wenn die Schlösser Rheydt und Wickrath dann auch „trockene Füße“ haben, gibt es on top noch Denkmalschutzprobleme gratis. Richtige und richtig teure. Haus Horst trifft es vermutlich auch.

Die sind alle auf Holzstelzen gebaut, die die dumme Eigenschaft haben zu faulen, wenn die nicht mehr feucht und nass stehen.

Wer kommt für die mit Garantie auftretenden Probleme auf? RWE Power? Wohl kaum. So’n bisschen Bergschaden macht doch nichts.

Wenn da nicht bald was geschieht ist RWE sowieso pleite. Die sortieren gerade ihre zig GmbHs und AGs so um und aus, dass fast nichts mehr übrig bleibt. RWE muss schlanker werden und sparen.

Es werden wieder die Bürger sein, die die Zeche zahlen und dann wird auch noch die Natur vernichtet sein, weil sie im wahrsten Sinn des Wortes ausgetrocknet wird.

Da hilft dann auch kein fluten mehr. Über Oberflächenwasser und Rieselleitungen ist das nicht zu retten.

Irgendwann liefert RWE auch kein „Ökowasser“ mehr, wie die tatsächlich ihr enteistes, Sümpfungswasser nennen. Hier auf Seite 14 zu lesen:

[8]

Dafür haben wir dann aber dank GroKo und EWMG/WFMG mit den üblichen Verdienenden, überall Reihen-Einfamilienhäuser, Straßen und Gewerbegebiete.

Vorschlag: Straßen grün anstreichen. Kostet keine Grünpflege. Ach ne, bleibt dann trotzdem Kompetenzzentrum Sauberkeit oder? Dumm gelaufen.

Eins steht fest: unsere Nachkommen werden noch ihre große und helle Freude an uns haben und unserer sicher voller Dankbarkeit gedenken, dass wir in so vielerlei Hinsicht nachhaltig unüberlegt gehandelt haben, dass sie auch noch lange davon „profitieren“ werden. Jeder Mensch braucht schließlich eine Aufgabe an der er wachsen kann.

Mieses Oberflächenwasser von Vater Rhein inklusive. Aber, dat Wasser vun Kölle is joot, heißt es zumindest in einem Lied der Bläck Fööss von 1984:

[9]

Sogar der Text passt zum Thema „leeve Jott“ muss in diesem Fall nur durch RWE ersetzt werden und Mönchengladbach liegt dann ja auch sozusagen am Rhein:

Dat Wasser vun Kölle Lyrics

Vorwort:

Als unse Vatter do bovven de Welt jemaat
Do hät hä et schönste Fleckche Ääd he an d’r Rhing jelat
Dann nohm hä die Kölsche an de Hand un sat
Dat es jetz üch – et jelobte Land
He künnt ihr klüngele, bütze, singe un fiere
Ävver halt‘ mer all die Sache
Öm Joddeswelle en Ihre
Un maat och nit nur ei Deil dovun kapott
Denn ihr weißt, ich sin alles
Un dann nemm ich et üch widder fott
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Denn janz Kölle hät Doosch
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Un helf uns en d’r Nut
Ming Blome lossen alles hänge, wä hilf en d’r Nut?
D’r Wellensittich es wie jeck am schänge, dä Jung hät secher Woot
Uns Joldfesch han de Auge deck un sagen keine Ton
De Wäschmaschin spillt total verröck, woröm hät d’r Minsch Calgon?
Ming Filme entwickel ich ovends en Rhing
Dat jeit janz jot, denn do es alles dren
Och wemmer av un zo d’r Dönnscheß han, mer gläuve wigger dran
Dat Wasser vun Kölle es jot…
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Denn janz Kölle hät Doosch
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Un helf uns en d’r Nut
Nierestein sin schwer am kumme, oh Herr, wat deit dat wih
Och d’r Hoorusfall hät zojenomme, do hilf kei Böschte mih
Alle Wasserrühre sin total verstopp, die dröppen vür sich hin
Om Kaffee schwemmp ’ne fiese Ölfilm drop, wie kütt dat Öl do ren?
Uns Feuerwehr, die es bestemmp nit schläch,
Doch wenn se lösch, Jung, dann brennt et eets räch
Oh, Herr, dun e Wunder, üvverläch et dir
Söns stommer morje vür dinger Dür
Dat Wasser vun Kölle es jot…
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Denn janz Kölle hät Doosch
Oh, leever Jott, jev uns Wasser
Un helf uns en d’r Nut
Dat Wasser vun Kölle es jot…

Glück auf!

#4 Kommentar von Der vom Morken am 19. November 2015 @ 14:39

Vergessen. 🙂

Auch @ Pelikans Gedanken sind interessant aber eben leider auch sehr einseitig und gar nicht fortschrittlich, dynamisch und weltoffen, wie die der GroKo und ihrer Einflüsterer, allen voran Jüngermann und Schückhaus.

Ich hoffe, Sie verkraften das. Auch sie gehören, ich muss es leider so ausdrücken, zu einer aussterbenden, altmodischen Spezies.

Sie wissen sicher, dass wir alle nur Nörgler sind.

Glück auf!