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„Rock am Ring im JHQ“, Wunschtraum einiger Mönchengladbacher • Marek Lieberberg stellt klar [mit O-Ton]

[1]Dass Marek Lieberberg heute die Entscheidung bekannt gegeben hat, dass es kein „Rock am Ring im JHQ“ geben wird, hat sich möglicherweise schon herumgesprochen. Auch, dass es im Oktober 2015 ein anderes Festival geben soll.

Damit können Politik und Verwaltung zwar zunächst etwas durchatmen, weil ihnen die 10-Tage-Deadline Lieberbergs (bis morgen) nicht mehr im Nacken sitzt.

Allein, es bleibt der nach wie vor selbst und fremd erzeugte Druck, eine Entscheidung hinsichtlich Anmietung oder Kauf des 470 ha großen JHQ-Areals von der BImA, also vom Bundesfinanzministerium, fällen zu müssen.

Dieser Druck wurde künstlich erzeugt, weil medial aufgebauscht die Mär in die Welt gesetzt wurde, Marek Lieberberg wolle nach der Vertragsbeendigung mit der Nürburgringgesellschaft mit „Rock am Ring“ nach Mönchengladbach “umziehen“.

Dass dies nie sein Ansinnen gewesen sei, erklärte Lieberberg auf seiner heutigen Pressekonferenz im Haus Erholung: „Wir haben in unserem ersten Antrag … nicht von ‚Rock am Ring‘ gesprochen …

[audio: 14-09-17-pk-lieberberg-01-festival.mp3]

Diese Klarstellung Lieberbergs macht deutlich, dass die „maßgeblichen“ Zuhörer der Konzeptvorstellung entweder nicht richtig zugehört, nicht verstanden hatten oder nicht verstehen wollten.

So wurde die Grundlage für die durchaus als manipulativ einzustufenden Folgeaktionen geschaffen.

So entstand ein Hype, der der Marke „Rock am Ring“ sicherlich gut tat und verständlicherweise dankend angenommen wurde.

Ebenso, wie die (nichts aussagenden) über 30.000 facebook-„Likes“, die als Anlass genommen wurden, in Mönchengladbach „das große Rad“ zu drehen, gipfelnd in der Headline: „Eine ganze Stadt will ‚Rock am Ring‘ im JHQ“.

Wieviele der über 260.000 Einwohner wirklich?

Bilder mit „prominenten“ Befürwortern und deren Aussagen füllten Zeitungsseiten und ein paar Bürger, die es sicherlich ehrlich gemeint hatten, boten sich an, irgendetwas zu „Rock am Ring“ im JHQ beizutragen.

Das alles ist ebenso „perdu“, wie die T-Shirts mit der Twitter-Aufschrift „#rarmg15“.

Sogar mindestens EIN Esel soll sich für „Rock am Ring“ im JHQ stark gemacht haben.

Da es für das neue Festival im Oktober 2015 noch keinen Namen gibt und auch nicht klar ist, welches Genre es bedienen wird, müssen sich die Befürworter und politischen und medialen „Werbeträger“ noch einige Zeit gedulden, bevor sie eine neue Sau durchs Dorf treiben können.

Tatsache ist, dass an alldem Marek Lieberberg vollkommen schuldlos ist.

Er zeigte sich auf seiner heutigen Pressekonferenz glaubhaft angetan von dem Zuspruch aus Politik und Verwaltung, den er festgestellt habe und verlas in diesem Kontext den Brief eines Mönchengladbacher Bürgers.

Ausschnitte dieser bemerkenswerten Pressekonferenz in Kürze hier auf der BürgerZeitung.

5 Kommentare (Öffnen | Schließen)

5 Kommentare Empfänger "„Rock am Ring im JHQ“, Wunschtraum einiger Mönchengladbacher • Marek Lieberberg stellt klar [mit O-Ton]"

#1 Kommentar von Brummbär am 18. September 2014 @ 17:21

Ups! Was ist das denn! Da werden Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, damit „Rock am Ring“ in unser lauschiges Städtchen kommen kann, darf, soll, ja muss und dann stellt sich raus, dass die alle nicht aufgepasst haben?

Da war wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedanken. Aber, warum hat keiner der Beteiligten in all den Monaten bemerkt, dass man kräftig aneinander vorbei denkt?

Mit demselben Elan sollten diese Hochleistungspolitiker mal daran gehen Investoren zwecks Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze (keine Logistik!) in diese unsere Stadt zu holen!

Von Image allein kommt kein Cent in die leere Stadtkasse. Das Thema Image ist doch schon mit Borussia durch.

Ergebnis: ????

#2 Kommentar von Zwiebelpiefke am 18. September 2014 @ 18:29

Quatsch! Die Geschichte stinkt!

Die reden dauernd miteinander und Lieberberg merkt nicht, dass die immer von Rock am Ring palavern? Hallo?

Der Mann ist bestimmt lieb und nett – aber das kann dem nicht entgangen sein.

Selten nen größeren Blödsinn gehört.

Das war und ist ne richtige Klatsche für die Mönchengladbacher Politik-Möchtegern-Prominenz. Der hat die doch verladen. Nett und höflich verladen aber eben verladen.

Oder sind die Gladbacher Politiker und Verwaltung so blöd, dass die nix davon mitbekommen haben, dass es nicht um Rock am ring geht?

Ich wäre richtig stinkig und würde mich richtig, richtig kräftig ver … fühlen!

#3 Kommentar von Kerstin Königs am 19. September 2014 @ 11:10

Ich bin entsetzt! Ich weiß gar nicht über wen am meisten. Lieberberg oder all die anderen Protagonisten, die sich vorführen lassen.

Nach diesem Satz, den ich mir zwei Mal angehört habe, hätte ich diese Pressekonferenz sofort verlassen. Mindestens hätte ich nichts mehr gesagt und hätte selbstverständlich für kein Foto zusammen mit Herrn Lieberberg mehr zur Verfügung gestanden.

Glaubt Herr Lieberberg wirklich was er da sagt?

Glauben Herr Dr. Schlegelmilch und Herr Heinrichs diese Version?

Glaubt Herr Jüngermanns, der Ober-Claqueur etwa auch dieses Märchen, das Onkel Lieberberg erzählt hat?

Von den anderen – wer immer diese alle sein mögen- ich kenne keinen in meinem Umfeld, die seit Monaten nichts mehr kennen als das Thema „Rock am Ring“ hat nicht ein einziger mitbekommen, dass es gar nicht um Rock am Ring geht?

Jetzt träumen die, die diesen Hype initiiert haben von einem „anderen“ Festival?

Das ist absoluter Unsinn.

Ich kenne das JHQ von einigen Fahrradtouren. Es ist ein kleines Paradies, eine Perle oder wie man altmodisch sagte, ein Kleinod!

Das für sowas im wahrsten Sinn des Wortes platt zu machen ist ein regelrechtes Sakrileg! Absolut unverständlich.

Dieses Areal der Ruhe sollte unbedingt nicht angetastet werden und nur für Aktivitäten genutzt werden dürfen, die dessen Zustand und natürlichen Charakter nicht beeinträchtigen oder gar zerstören.

#4 Kommentar von Ypsilon am 20. September 2014 @ 11:53

Mit der großen Welt auf Du und Du, da können schon mal Wunschdenken und Realität auf der Strecke bleiben.

Lieberberg ist Geschäftsmann und hat sich vermutlich ins Fäustchen gelacht, dass für die Suche einer neuen Location für RaR den anderen Interessenten, dank Intensiv-Berichterstattung der RP, der Konkurrenzgedanke kommen konnte. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk.

Das Klappern wurde Lieberberg abgenommen, das erledigten die Gladbacher Experten. Das gab jede Menge kostenlose PR.

Sowas erleichtert Verhandlungen, denn die „Konkurrenz“ (und vor allem Politiker!) tickt sicher nicht anders als die Gladbacher.

Lieberberg konnte sich entspannt zurücklehnen und brauchte „seinen“ Gladbachern (RP und Politiker) nur mit Lob und Sympathie zu begegnen, schon rödelten die weiter, was das Zeug hielt.

Dass es NIE um RaR ging ist eine echte Klatsche.

Das soll Lieberberg entgangen sein, dass „seine“ Gladbacher was falsch verstanden haben?

#5 Kommentar von medienanalystin am 1. Oktober 2014 @ 14:01

Wer glaubt, dass Herr Lieberberg nur zu rufen braucht und alle kommen, und es wird ein großartiger Erfolg – der irrt gewaltig.

Der Festivalmarkt ist mehr als gut bestückt. Da haben Fans die große Auswahl.

Die Gladbacher träumen nun von einem (oder sogar noch mehr?) anderen, neuen Festival als Ersatz für Rock am Ring? Ja, ist denn schon wieder Weihnachten! Klar, träumen kann man. Sich was wünschen auch. Nur Geld, das diese Stadt nicht hat, dürfen solche Träume auf gar keinen Fall kosten.

Lassen sich erwachsene Menschen und ein erfahrener (?) Unternehmer wie Dr. Schlegelmilch und andere von einem Herrn Lieberberg vorführen? Sieht so aus.

Lieberberg hat alle so richtig, richtig vorgeführt und überaus freundlich und liebenswürdig für dumm verkauft.

Soll es in Mönchengladbach demnächst sein wie bei „Rock im Pott“, das 2014 schon mal ausfällt?

Könnten sich die Planer und JHQ-Rock-Begeisterten sowas finanziell (den Ausfall von Einnahmen) erlauben?

Zitat: „Im letzten Jahr waren fünf von sechs Künstlern, bzw. Bands (u.a. System of a Down) unmittelbar nach ihren Auftritten beim neuen Lieberberg-Festival Rock’n’Heim anschließend in der Veltins Arena aufgetreten.“

Macht Lieberberg schon mal gerne. Zwei Festivals finden zeitgleich statt und (nicht nur) die Bands werden per Hubschrauber hin und her geflogen (also zusätzliches Geknatter von oben). Hat in Gelsenkirchen trotzdem nichts gebracht.

Hier zu lesen:

[2]

Kritik gab es auch reichlich an dem Festival. Von Fehlplanung, leeren Rängen, zu teuren Tickets, die dann 2 für 1 verramscht wurden (warum wohl!) und die, die voll bezahlt hatten zu Recht sauer waren, sechs Ordnungskräfte hatten sieben verschiedene Meinungen, bezahlte Sitzplätze mussten geräumt und dafür Stehplätze akzeptiert werden, Programm im senkrechten Fall usw.

Fans klagen über chaotische Verhältnisse bei „Rock im Pott“:

[3]

Hoffentlich wissen die euphorischen „Macher“ dieser Stadt, was sie tun. Das könnte sonst ein äußerst teures Abenteuer werden.

Rock am Ring kommt nicht. Dann könnte doch mal endlich in Ruhe alles durchgerechnet und überlegt werden. Warum diese Hektik? Soll Herr Lieberberg doch mal beweisen, dass er wirklich ein neues Festival auf die Beine bekommt. Verbindlich wohlgemerkt. Gleiches Risiko für alle! So etwas kann man auch in finanzieller Hinsicht wasserfest machen. Nicht nur für Lieberberg!

Wenn Herr Lieberberg überzeugt ist, dass in Mönchengladbach „was geht“, dann soll ER als Unternehmer auch das Risiko übernehmen. So ist das üblich, wenn man Geld verdienen will. Unternehmerisches Risiko nennt man das.

Nur von dem erträumten Image kann sich diese Stadt gar nichts kaufen. Erst recht nicht, wenn dann auch noch Kosten/Schulden entstehen, die Gladbach nicht verkraften kann. Wir sind mehr oder weniger pleite, falls das noch nicht bemerkt worden sein sollte!