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Zweiter Braunkohlebericht der Stadt Mönchengladbach

Karl Dahlmanns [ - Uhr]

10-10-06-Sachstandsbericht-Braunkohle-2009_2010-titelSeit Tagen wundere ich mich darüber, dass die Stadt Mönchengladbach die Einladung zur Informationsveranstaltung am 7. Oktober 2010 erst so spät bekannt gegeben hat. Was steckt dahinter? Angst vor einer vollen Veranstaltungshalle? Angst davor, dass die Wanloer Bevölkerung nicht mehr unterscheiden kann zwischen Methangasanlage oder Tagebau?

Seit Dienstag habe ich die Antworten auf meine Fragen gefunden. Sie stehen im „Bericht des Grauens“ (zweiter Braunkohlebericht der Stadt Mönchengladbach) auf mehr als 90 Seiten beschrieben. Eine Dokumentation des Verdrängens und der Untätigkeit.

Fast man die 90 Seiten zusammen, dann kommt man zu folgenden Fakten:

  • Das Gute: Der Tagebau wurde im Fernsehen dokumentiert und die künstliche Niersquelle gezeigt. Universitäten arbeiten an der Ausarbeitung der Folgen des Tagebaus. Dazu werden in Kürze mehrere Diplomarbeiten erscheinen. Die Stadt fordert einen Grüngürtel im Bereich der Sicherheitszone, um die Auswirkungen des Tagebaus abzufedern.
  • Das Belastende: Der Finkenwerder Bruch fällt trocken.
  • Das Schlechte: Der Bau der Windkraft Anlagen behindert den Brunnenbau und führt vermutlich zu größeren Belastungen für die Wanloer Bürger als ursprünglich geplant war. Vielen Dank dafür an die Planer der Windparkanlage. Es war ja kaum abzusehen, dass Brunnen in einem genehmigten Abbaugebiet entstehen werden.
  • Die Skandale: die erhöhten Feinstaubbelastungen durch den Tagebau sind seit 2005 bekannt. Anstatt die Belastungen im Gebiet Wanlo zu messen und bei Bedarf auf erhöhte Grenzwerte zu reagieren, werden seit Jahren die unterschiedlichen Arten des Feinstaubs und die damit verbundenen unterschiedlichen Gesundheitsgefährdungen beschrieben.
    Wieviel Zeit muss noch vergehen, bis die Stadt Mönchengladbach in Punkto Feinstaub Belastung aktiv wird? Muss man tatsächlich die Kommissare aus Brüssel einschalten?
    Neben diesen Feinstaubbelastungen erschreckt es jeden aufmerksamen Leser des Berichtes, dass der Tagebau Garzweiler II in Angriff genommen worden ist, obwohl die alten mit geringem Wirkungsgrad ausgestatteten Kraftwerke noch immer am Netz sind.
    Eine Bedingung bei der Genehmigung von Garzweiler II war es, dass die Kraftwerke abzuschalten bzw. zu modernisieren sind.
    Was sagen die Verwaltung und die Politik dazu? Nichts! Wie die drei Affen: nichts sehen, nicht hören, nicht sprechen.

Jetzt ist klar, warum die Einladungen so spät kommen. Als betroffener Bürger kann man einfach nur sprachlos oder unendlich wütend sein.