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Kleine Tonnen passé? • Teil VI: Diskussion verstärkt sich [mit facebook-Links zu fast 200 Posts]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Manchmal reicht das aber nicht. Besonders dann nicht, wenn es um komplexe Sachverhalte geht.

Da sollen Bildunterschriften helfen, die offensichtlich manchmal aber auch nur bedingt unterstützen, besonders, wenn sie etwas sarkastisch daher kommen.

Doch dazu später mehr.

Die Mönchengladbacher Müllwerker, Mitarbeiter der GEM, haben schwere Arbeit zu verrichten und genießen deshalb richtigerweise beim überwiegenden Teil der Bevölkerungen ein hohes Ansehen.

Zu dieser Arbeit kommen äußere Einflüsse, wie der Zeitdruck unter dem sie seitens ihres Arbeitgebers stehen, die Ungeduld die ihnen von Autofahrern entgegen gebracht werden und aktuell vor allem eine Initiative der GroKo, sekundiert von einem durchaus fragwürdigen Gutachten und einer Weisung der Berufsgenossenschaft (BG) an die GEM, die „kleinen Tonnen“ durch Rolltonnen zu ersetzen.

Wesentliche Argumente der Rolltonnen-Befürworter sind, dass

  • die vorhandenen Ringtonnen eine zu große Belastung für die Müllwerker bedeuten würden,
  • daher zukünftig mehr Ladepersonal erforderlich sei (angebliche Vorgabe der BG),
  • die Kosten für die Gebührenzahler sinken würden (Prognose mags/GEM) und
  • dass es für die technischen Einrichtungen (Schüttungen) für Ringtonnen keinen Ersatz mehr geben würde.

Die Fakten

Der von GEM/mags beauftragte „Konzeptentwickler“ INFA (Aachen) bestätigt in seiner Darstellung, dass in Mönchengladbach nur geringe Restmüllmengen pro Person/Haushalt anfallen.

Das ist unbestreitbar auf eine überwiegend konsequente Mülltrennung durch die Bürger zurückzuführen.

Zu bestreiten hingegen ist die Behauptung seitens der Politik (hier: GroKo) und entsprechend in einem örtlichen Printmedium verbreitet, dass eine kleine Ringtonne bis zu 50 kg schwer sei.

Das in Mönchengladbacher facebook-Gruppen und -Seiten kontrovers diskutierte Foto, das einen Müllwerker zeigt, der vier kleine Ringtonnen gleichzeitig zum Müllfahrzeug trägt, macht die Absurdität der GroKo-Behauptungen deutlich.

Das Foto zeigt zudem auch , wie rücksichtlos sich manche Autofahrer den Müllwerkern gegenüber verhalten und im dokumentieren Fall selbst durch kleine Lücken drängen.

Das Argument – insbesondere von mags/GEM und GroKo-Politikern – es gebe keinen Ersatz/keine Ersatzteile für Ringtonnen-Schüttungen mehr „auf dem Markt“, entbehrt jeglicher Grundlage, wie BZMG-Recherchen und Recherchen von facebook-Nutzern ergaben.

Politiker, die sich in dieser Hinsicht äußern übernehmen kritiklos die Aussagen von mags/GEM ohne auch nur im Ansatz diese auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft zu haben.

zum entsprechenden facebook-Post

Interessen an den (körperlichen) Belastungen der Bürger (=Gebührenzahler): Nebensache?

Zu den facebook-Diskussionen

Das Fotos mit einer zugehörigen Bildunterschrift haben innerhalb von 2 Tagen über 22.500 Personen zur Kenntnis genommen. Ca. 100 brachten Ihren Eindruck durch unterschiedliche „smilies“ zum Ausdruck, ca. 85 davon mit zustimmenden „Likes“.

Fast 200 Besucher kommentierten dieses Bild und die Bildunterschrift. Während zu Beginn Vorwürfe überwiegten, durch das Foto und die Smilies am Ende der Bildunterschrift werde sich auf Kosten der Müllwerker „lustig gemacht“ bis hin zu Äußerungen, es handele sich um „billige Polemik“.

Einige der Kommentatoren in den Gruppen bestätigten, dass die im Bild dargestellte Situation keine Seltenheit sei, andererseits Müllwerker bei kleinen Ringtonnen sogar den sich in Kunststoffbeuteln befindlichen Restmüll aus den Tonnen herausnehmen und in den Müllwagen werfen. Auch Letzteres sei eine durchaus nachzuvollziehende Praxis.

zum entsprechenden facebook-Post

Nach und nach versachlichte sich die Diskussion, insbesondere als mehrere Diskutanten mit ihren Posts Bild und Bildunterschrift anders einstuften als die Kritiker in ihren vorangegangen Posts.

Einige von ihnen hatten den tatsächlichen „Hintergrund“ des Fotos erkannt und ihre Einschätzungen dementsprechend niedergeschrieben.

zum entsprechenden facebook-Post

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Das führte dazu, dass einzelne zwar ihre Kritik nicht vollkommen zurücknahmen, aber anmerkten, dass es besser gewesen sei, die Bildunterschrift präziser auf die eigentlichen Hintergründe auszurichten. Kann man durchaus so sehen.

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Bemerkenswert an den inhaltlich ausgerichteten Posts war die teilweise klaren Argumentationen pro und contra Rolltonnen. Mit einer Sachlichkeit, die oft viele Diskussionen zu anderen Themen auf facebook vermissen lassen.

Bei der Durchsicht der über 100 teilweise sehr umfangreichen Meinungsäußerungen, die ohne die vereinzelten Bilder annähernd 40 Textseiten füllen, kommt man zum Ergebnis, dass der weitaus überwiegende Teil der Aussagen die Rolltonnen für Restmüll ablehnen.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich das mit den Beobachtungen anderer facebook-Diskussionen zu gleichen Thema deckt.

Ebenso nicht verwunderlich ist, dass die Zielrichtung nicht die Müllwerker sind, deren Arbeit fast ausnahmslos anerkannt und gelobt wird.

Völliges Unverständnis herrscht jedoch hinsichtlich deren körperlichen Belastung.

In den facebook-Einträgen wird mehrfach die Frage gestellt, wie man einerseits – gegen den Willen der überwiegenden Zahl der Mönchengladbacher Bürger (=Gebührenzahler) – die kleinen Tonnen gegen Rolltonnen ersetzen will, andererseits denselben Müllwerkern zumuten will, die wesentlich schwereren Tonnen aus den Kellern zu holen.

Vereinzelt wird ist hierzu auch von „Geldschinderei“ seitens mags/GEM und GroKo auf Kosten der Bürger und zu Lasten der Müllwerker die Rede.

Die in einzelnen facebook-Post geäußerte Kritik, der Fotograf hätte vor Ablichtung mit dem Müllwerker sprechen müssen, entbehrt jeglicher Grundlage.

Zum einen wäre der Müllwerker in die Situation gebracht worden, sich zu erklären und hätte sich aus nachvollziehbaren Gründen sicherlich zu den Aspekten Zeitdruck und Einsatzplanung seines Arbeitgebers nicht geäußert.

Zum anderen wurde das Foto bewusst so nachbearbeitet, dass der Müllwerker als Person nicht zu erkennen oder gar zu identifizieren ist, so dass auch kein Grund bestand, ihn um Erlaubnis zu fragen.


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