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Deutscher Behindertenrat: „Länder müssen Barrierefreiheit in Landesbau­ordnungen sicherstellen“ • Auch private Bauherren und Bauträger in die Pflicht nehmen

Hauptredaktion [ - Uhr]

„Die geplanten Regelungen auf Bundesebene für eine verpflichtende Barrierefreiheit bei Bauten der Bundesverwaltung und der Sozialleistungsträger sind ein Fortschritt. Aber sie müssen für die Privatwirtschaft generell und selbstverständlich auch auf der Landesebene gelten!“

Das fordert Ulrike Mascher, Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrats (DBR), anlässlich einer Anhörung von Sachverständigen zum Behindertengleichstellungsgesetz im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Bundestages.

Aus Sicht des DBR muss die Privatwirtschaft ihren Beitrag zur Barrierefreiheit zwingend leisten, damit künftig Menschen mit Behinderung vor weniger Hürden stehen.

Auch der UN-Fachausschuss fordert in seinen abschließenden Bemerkungen vom 17.04.2015 unmissverständlich bindende Verpflichtungen zur Barrierefreiheit für private Unternehmen.

Leider werden durch Ausnahmetatbestände in einigen Landesbauordnungen die Vorschriften zum barrierefreien Bauen unterlaufen.

„Die Länder müssen hier eingreifen, damit sich die privaten Bauträger der Pflicht, barrierefrei zu bauen, nicht entziehen können. Wir lassen auch keine Ausreden gelten, dass durch einen vermehrten Zuzug nach Deutschland nun schnell Häuser hochgezogen werden müssen und man daher auf Barrierefreiheit verzichten müsse“ kritisiert Ulrike Mascher.

Das sei kurzsichtig und würde allen langfristig schaden, denn ein Gebäude stehe durchschnittlich rund 80 Jahre.

Spätestens 2090 stünden dann erneut Häuser, in denen vor allem Menschen mit Behinderung nicht adäquat wohnen können.

„Schon heute sie haben bereits große Probleme, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden“, erklärt Mascher

 


Zum Behindertenrat:

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis der Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen in Deutschland und engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Im DBR haben sich über 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vereinigt und repräsentieren mehr als 2,5 Millionen Betroffene.

Mehr unter www.deutscher-behindertenrat.de

 


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