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Grundsteinlegung bei Drekopf in Neuwerk – Teil 2: Nachgehakt

Red. Neuwerk [ - Uhr]

drekopf BorsigstraßeNach der Grundsteinlegung zur neuen Zentrale des Entsorgungsunter­nehmens Drekopf im Gewerbegebiet Engelbleck sagte Geschäftsführerin Nicole Finger BZMG die Beantwortung einiger Fragen zu. Dies auch vor dem Hintergrund auf Besorgnisse von Anwohnern einzugehen.

Thomas Haubrichs, neben seiner Schwester Nicole Finger und dem Seniorchef Werner Haubrichs gleichfalls Geschäftsführer der Firma Drekopf, übernahm die Aufgabe, unsere Fragen zu beantworten, weil er innerhalb des Unternehmens für das Projekt „Erweiterung“ verantwortlich ist.

BZMG: Bei der Grundsteinlegung der neuen Zentrale Ihres Unternehmens betonten Sie die Verpflichtung zur Umwelt, die sich Ihre Firma auf die Fahnen geschrieben habe.

Das im Bau befindliche Effizienzhaus ist sicherlich ein krönendes Beispiel, Sie verwiesen allerdings auch auf Maßnahmen zur CO2-Reduzierung und umweltbewusste gewerbliche Arbeitsabläufe. Das hört sich allerdings für Bürger sehr abstrakt an.

Was steckt konkret hinter dieser Umweltphilosophie der Firma Drekopf?

Drekopf: Wir wollen 2 Dinge erreichen:

Zum einen möglichst viele Rohstoffe aus den Abfällen herausholen, um diese dann zu recyceln. Das schont die natürlichen Ressourcen und hilft, die Menge der Abfälle, die am Ende verbrannt werden muss, zu minimieren.

Zum anderen wollen wir die gesamte Entsorgungslogistik durch neue Technologien möglichst emissionsarm gestalten und so unseren Beitrag zur CO²-Reduzierung leisten.

Wir nennen dieses Vorgehensweise „grüne Entsorgung“.

BZMG: Bekanntlich haben Sie eine Genehmigung zur Lagerung gefährlicher Stoffe auf Ihrem Firmengelände in Neuwerk.

Welche Sicherheitsvorkehrungen verhindern, dass z. B. Chemikalien ins Erdreich eindringen? Der Grundwasserspiegel ist in Neuwerk ja nicht gerade tief…

Drekopf: Um eine solche Genehmigung von der Bezirksregierung zu erhalten, muss man lückenlos nachweisen, dass eine Grundwasserverunreinigung nicht eintreten kann.

Vereinfacht ausgedrückt geschieht dies dadurch, dass die Abfälle in Spezialbehältern gelagert werden, diese Behälter in Regalen mit Auffangbecken stehen, falls wider Erwarten durch einen unentdeckten Schaden am Behälter doch einmal Flüssigkeit austritt und außerdem der Boden der Lagerhalle flüssigkeitsundurchlässig versiegelt ist und zudem einer Wannenbauweise folgt.

BZMG: Die von Ihrem Unternehmen im Zuge Ihrer Firmenerweiterung gesetzte Mauer bietet keinen gelungenen Anblick für Fußgänger, die ja gerade in diesem Gebiet zahlreich unterwegs sind.

Gerade der Ausbau Ihres Unternehmens macht den Menschen nun schmerzhaft den Verlust eines Teils dieser Fläche bewusst.

Am Tunnel ist gar ein Angstraum entstanden, besonders Frauen gehen wegen des versperrten Blickfeldes mit ungutem Gefühl diesen Verbindungsweg zwischen Bettrath und Neuwerk.

Sehen Sie Möglichkeiten, den „Angstraum Tunnel“ zu entschärfen?

Drekopf: Wir haben unsererseits versucht, durch eine Bepflanzung der Mauer am Ausgang des Tunnels ein wenig dazu beizutragen, dass die Neuwerker sich hinter unserem Grundstück etwas wohler fühlen. Alles darüber Hinausgehende ist allerdings Aufgabe der Stadt.

BZMG: Der Bürger hofft nun auf den frühestens Ende 2014 in Aussicht gestellten neuen Verbindungsweg, der zur Spinnerstrasse hinführen soll. Sind Sie auch bei der Gestaltung dieses neuen Weges involviert?

Drekopf: Nein, bei der Gestaltung sind wir nicht involviert, wir haben allerdings einen Teil der Kosten für den ersten Abschnitt des Weges getragen, da wir ohne diesen Wegabschnitt unser eigenes Bauvorhaben nicht hätten beginnen können.

BZMG: Schon in der Vergangenheit sorgten umher fliegendes Altpapier und Plastikmüll für die Verunreinigung von Grünflächen rechts und links des alten Fußweges.

Der Ärger von Anwohnern der nahen Wohnbebauung und Spaziergängern nahm mit der Ausweitung des Firmengeländes noch zu. Ihr Firmenzaun bietet mittlerweile etwas „Flugschutz“.

Haben Sie noch weitere Maßnahmen geplant oder ergriffen, damit Verunreinigungen außerhalb Ihres Firmengeländes verhindert werden?

Drekopf: Am Ende wird die zusammenhängende Bebauung auf dem neuen Gelände dafür sorgen, dass das Material auch bei ungünstiger Witterung nicht vom Grundstück verweht werden kann.

BZMG: Anwohner berichteten, dass gerade in den frühen Morgenstunden der Arbeitstag bei Drekopf auch in ihren Schlafzimmern eingeläutet werde. Gerade in den Sommermonaten beginnt in vielen Firmen der Arbeitstag früher.

Auf welche Belästigungen müssen sich Anwohner in den frühen Morgenstunden der Sommermonate einstellen?

Drekopf: Ob Sommer oder Winter spielt bei unserem Arbeitsablauf keine Rolle. Bei uns sind die Arbeitszeiten das ganze Jahr über gleich. Vor 6.00 Uhr passiert bei uns gar nichts.

BZMG: Anlässlich der Grundsteinlegung sagten Sie, dass im neuen gewerblichen Teil nur Lärm reduzierte Arbeiten ausgeübt werden.

Was hat der Bürger darunter zu verstehen?

Drekopf: Wir werden auf dem neuen Gelände keine Produktion aufnehmen. Geplant sind ein Verwaltungsgebäude, ein Ersatzteillager, ein Rohstofflager und eine Behälterwerkstatt, in der geschweißt und lackiert wird. Insofern wird von diesem Gelände kein Lärm ausgehen.

BZMG: Zur Abgrenzung der von Drekopf erworbenen Gewerbefläche gegenüber der Wohnbebauung waren Lärmschutzmaßnahmen geplant. Erste Vorstellungen der städtischen Planer gingen in Richtung eines Walls.

In Ermangelung eines rechtskräftigen Bebauungsplans stand allerdings nicht fest, wer die Kosten für den Lärmschutz tragen würde. Wird Drehkopf als Erwerber des Gewerbegrundstückes die Kosten für aktive Lärmschutzmaßnahmen übernehmen?

Drekopf: Ein aktiver Lärmschutz wird nur teilweise notwendig sein. Die aneinandergereihten Hallen und das Verwaltungsgebäude werden quasi zu einem Lärmschutzriegel zwischen unserem Produktionsbetrieb und der Wohnbebauung. Die verbleibende Lücke zwischen Bahndamm und Baukörper wird durch einen kleinen Wall geschlossen.

BZMG: Drekopf gilt als erfolgreiches Unternehmen, das Expansionen plant.

Sollen diese Expansionen weiterhin im Gewerbegebiet Engelbleck stattfinden?

Inwieweit sind für Drekopf Flächen von Industriebrachen interessant?

Drekopf: Drekopf expandiert zurzeit nicht nur in Mönchengladbach. Generell versuchen wir alle unsere Standorte zu vergrößern. Ob es weitere Erweiterungen im Gewerbegebiet Engelbleck geben wird, steht momentan noch nicht fest.

4 Kommentare zu “Grundsteinlegung bei Drekopf in Neuwerk – Teil 2: Nachgehakt”
  1. @J Koehne,

    Ihre Frage: Wie verhält es sich mit der Einhaltung von Maximalwerten bei Feinstäuben?

    Feinstäube, ein eher schlechter Ansatzpunkt. Staubentwicklung allgemein vom Bauschutt könnte man durch Berieselung ruckzuck lösen. Das dies scheinbar keine Auflage ist ( auch nicht gar freiwillig gemacht wird ) spricht schon Bände.

    Bauschutt, vergl. z.B. Wall Wanlo, ist jedoch oft komtaminiert mit allerlei Unzulässigem. Würden Sie hier per Photobeweis derartiges dokumentieren können landen Sie einen Volltreffer. Klassiker sind hier ein paar “ Eternitplatten “ ( Asbest ) oder ölhaltige und Lösemittelverunreinigungen.

    Tja, so Sie also ein gutes Teleobjektiv haben und auf Motivsuche Asbest lokalisieren war´s das erst Mal.

    Gruss

  2. @ J Koehne

    Wussten Sie noch nicht, dass in unserer Stadt einige Privilegien genießen, von denen andere nur träumen?

    Drekopf (Nicole Finger/FDP) gehört zu diesem erlauchten Kreis.

    Wetten, dass Ihnen die Verwaltung bei Nachfrage/Reklamation erklären wird, dass alles im gesetzlich erlaubten Rahmen liegt?

  3. Wer hat denn schonmal über die Lärmblästigung im Umfeld des Geländes an der Alsstr., Ecke Süchtelner Str. nachgedacht?

    Hier wohnen die Anwohner direkt Tür an Tür mit der Fa. Drekopf.

    Darüber hinaus bereitet der Entsorger auf dieser Fläche seit Monaten Bauschutt auf.

    Das macht nicht nur Lärm, es besteht auch im erheblichem Umfang eine Staubbelastung!

    Hier ist ein Mischgebiet, d.h. Wohn- und Gewerbegebiet. Ist es in dieser Konstellation überhaupt zulässig diese Staubemissionen zu verursachen?

    Wie verhält es sich mit der Einhaltung von Maximalwerten bei Feinstäuben?

  4. Gefährliche Stoffe?

    Welche sind denn genehmigt? Also Gefahrgutklassen oder GHS-Eingruppierung nebst WGK bitte als Info.

    Überdies, schön wenn der Schwerpunkt im Interview auf das Grundwasser abzielt – aber über die Luft kann im Havariefall da wohl mehr und schneller etwas passieren.

    Spätestens bei so einer Havarie wird sich niemand mehr über ein paar Plastikschnipsel die rumfliegen aufregen.

    Das solche, nennen wir es einfacher halber Zwischenlager, auch bei Einhaltung der Genehmigung zu Störfällen neigen wissen wir aus Erkelenz beispielsweise.

    Nur so am Rande, nebenbei

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