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Neuwerk: Vorsicht vor der weiteren Versiegelung von Freiflächen

Red. Neuwerk [ - Uhr]

logo-mg-neuwerkNeben der Umbenennung der Lockhütter Straße (ausführlicher Bericht in gesondertem Artikel) wurde auch den Neuwerker Bezirksvertretern das Untersuchungsergebnis möglicher Baulücken auf landschaftlich-geschützten Flächen in der Sitzung am 14.01.2009 vorgestellt.

So befinden sich am Ende der Lockhütter Straße Baulücken, gegen deren Erschließung keine ökologischen Bedenken stehen.

Problematisch bei evtl. Bebauungswünschen wäre es dagegen am Bockersend: die Hofanlage, gelegen zwischen „Bockersend“, „Am Schwarzbach“ und „Hovener Straße“ am Rande eines dichteren Siedlungsbereiches, steht unter Denkmalschutz und ist umgeben von Obstwiesen.

Diese Fläche wird als besonders schützenswerter Freiraum angesehen, dessen mögliche Bebauung als nicht ausgleichbar für Naturschutz und Lebensqualität eingestuft wird. Ebenso verhält es sich bei Freiflächen in der Donk.

Die Verwaltung betonte in ihren Ausführungen besonders, dass ländliche Gebiete wie Neuwerk für die gesamt-städtische Luftqualität eine besondere Bedeutung haben. Ozonwerte und Feinstaubbelastungen wirken sich mit zunehmender Bebauung negativ aus.

Und weiter, dass in Mönchengladbach ungeachtet der Zielvorgaben von Bund und Land fortlaufend zu viel Freifläche zur Bebauung freigegeben wird – und dies vor dem Hintergrund sinkender Bevölkerungszahlen.

Der Erholungswert und die damit verbundene Lebensqualität für die Menschen wird mit weiterer Bebauung unwiederbringlich zerstört.

Schon unter dem Eindruck der Kellerüberschwemmungen in Neuwerk wurde den örtlichen Bezirksvertretern klar, dass weitere Flächenversiegelungen künftig kritischer zu betrachten sind.

Und nun diese „Ausführungen“ das kann man auch als eine „Watsche an eine Politik“ sehen, die die Interessen der Bauwirtschaft in den Mittelpunkt stellt.

Sichern nur Neubaugebiete Arbeitsplätze?

Schließen sich Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen und Erhalt von ländlicher Wohnqualität in einer Großstadt aus?

Oder ist nicht gerade das ländliche Bild von Äckern und Wiesen der Schatz in Neuwerk und anderen Außenbezirken, der Mönchengladbach von anderen Großstädten abhebt und letztendlich ein Wettbewerbsvorteil sein könnte, wenn es um die Stabilisierung der Einwohnerzahl geht?

Lohnt sich mal drüber nachzudenken; „Giesenkirchen 2015“ läßt grüßen!

Wie stellte doch dereinst Berthold Brecht treffend fest: „Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.“

Bleibt an dieser Stelle nur zu hoffen, dass die mahnenden Worte der Verwaltung auch den alten und neuen Bezirksvertretern in Erinnerung bleiben, denn: auch das Dünnerfeld auf Bettrather Seite steht im Fokus von Baubegehrlichkeiten…

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