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Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt erfordern Umdenken in Baupolitik

Red. Gesundheit & Soziales [ - Uhr]

Ein Bevölkerungsrückgang um rund 5.500 Personen seit 2002, ein Geburtenrückgang um 17 Prozent seit dem Jahr 2000 und ein deutlicher Rückgang jüngerer Altersgruppen bei gleichzeitiger Zunahme der älteren Jahrgänge: Der demografische Wandel macht sich auch in Mönchengladbach bemerkbar und wirkt sich mit zunehmender Dynamik auch auf den Wohnungsmarkt aus.

So wird die Zahl der Haushalte bis zum Jahr 2025 um rund 4000 (3,25 Prozent) sinken.

Was die Entwicklung konkret für die Stadt bedeutet, hat das Institut InWIS, Forschungs- und Beratungsgesellschaft mit Sitz in Bochum im Auftrag der Stadt analysiert.

Die Untersuchung soll zukünftig Grundlage für ein „Handlungskonzept Wohnen“ für Mönchengladbach sein, mit dem die Verwaltung durch die Ausschüsse für Soziales, Gesundheit und Senioren und den Planungs- und Bauausschuss beauftragt wurde.

Gleichzeitig ist das zukünftige Handlungskonzept aber auch Grundvoraussetzung dafür, an Landesmittel in der Wohnungsbauförderung zu erhalten.

Die Ergebnisse der „Wohnungsbedarfs- und Wohnungsnachfrageprognose Mönchengladbach“ stellte die Fachverwaltung jetzt im Planungs- und Bauausschuss vor.

  • Die Veränderung der Altersstruktur im Untersuchungszeitraum 2009 bis 2025 zeigt in der Trendvariante, dass die Bevölkerungszahl um rund 21.100 Personen (= acht Prozent) sinken wird.
  • Den Großteil machen dabei Jugendliche und Personen im Alter zwischen 30 und 49 Jahre aus.
  • Dem gegenüber steigt die Zahl der Senioren; hier insbesondere im Alter über 75 Jahre um 5.030 Personen.
  • Die klassische Form der „Normalfamilie“ wird demnach an Bedeutung verlieren.

Der demografische Wandel und die Individualisierung der Gesellschaft bedingen laut Studie einen zielgruppenorientierten und kleinteiligen Wohnungsbau.

Altersgerechte Wohnungen und Wohnformen mit Betreuungs- und Serviceangeboten, adäquate Angebote für „best ager“ (50 bis 65 Jahre) mit hohen Ansprüchen an Wohnung und Wohnumfeld, aber zugleich auch familiengerechte und attraktive Angebote zur Wohneigentumsbildung sollten demnach geschaffen werden.

  • Insgesamt stellt die Trend-Prognose bis zum Jahr 2025 einen Wohnungsüberhang von rund 1.450 Wohnungen fest.
  • Bei konstanter Bautätigkeit zeichnet sich somit ein zunehmendes Leerstandsrisiko ab.

Dass zukünftig der Wohnungsbedarf sinkt – er liegt derzeit bei rund 250 Wohnungen im Jahr -, dafür aber die Nachfrage nach Wohnqualität steigt, erfordert laut Studie ein Umdenken in der Bauland- und Wohnpolitik:

Umfassende Modernisierungen im Bestand, insbesondere ausgelöst durch Generationswechsel, sollten den Qualitätsstandard von Neubauten erreichen.

Im Eigenheimbau wird es zukünftig noch stärker darauf ankommen, zielgruppenspezifische Angebote zu unterbreiten.

Zu den Zielgruppen gehören junge Familien mit geringen bis mittleren Einkommen, einkommensstarke Paare und Familien, Mehr-Generationen-Familien sowie „best ager“ mit mittleren bis höheren Einkommen.

[PM]

pfeil-rechts1Kommentar der BZMG-Redaktion:

Wie komplex dieses Thema ist, aber auch wie dringend notwendig eine Steuerung der städtischen Baulandpolitik für Wohnen und Gewerbe ist, zeigen einige BZMG-Artikel aus dem Archiv.

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Beispiele für Neubaugebiete: Wohnquartier „Am Wasserturm“ und „Leuchtturmprojekt Dahlener Heide“

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Ein Kommentar zu “Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt erfordern Umdenken in Baupolitik”
  1. Was gebraucht wird sind energieeffiziente Wohnungen die auch nicht gut betuchte zahlen können. Grade die müssen am meisten für die zweite Miete zahlen.

    Da wäre noch viel zu tun und vor allem auch CO2 zu sparen.

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