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Johannes Vogel MdB beim Dreikönigsessen der Mönchengladbacher FDP • Kreisvorsitzender Buer: „Homeoffice muss fester Bestandteil der Arbeitswelt werden“ [mit O-Ton]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Traditionell veranstalten der Kreisverband und der Ortsverband West der Mönchengladbacher FDP Anfang Januar eines jeden Jahres ein Dreikönigsessen. Ebenso zur Tradition der Liberalen gehört, dass sie namhafte Redner einladen, die über ihre Fachgebiete referieren und damit auch Grundlage für angeregte Diskussionen bieten.

In diesem Jahr war es der FDP Bundestagsabgeordneten und Generalsekretär der FDP-NRW Johannes Vogel, dem die etwa 50 Teilnehmer, vornehmlich FDP-Mitglieder, aufmerksam zuhörten.

Als Ambiente fiel die Wahl auf das Restaurant La Cottoneria im Nordpark, das mit tadellosem Service aufwartete, akustisch jedoch eher als suboptimal einzustufen war. Letzteres verlangte Vogel und seinen Zuhörern große Konzentration ab und wirkte sich leider auch auf die Qualität des Mitschnittes der Rede auswirkte.

Den Kern des Vortrages des 36-jährigen Wermelskircheners stellte er unter die Frage, wie die Bürger auf die Veränderungen in der Arbeitswelt unter dem Einfluss des digitalen Wandels vorbereitet sind und was die Aufgabe der Politik ist und welche Versäumnisse und Fehler die Bundes-GroKo gemacht habe.

Dem stellte er einen teilweise sehr weit gehenden liberalen Entwurf für die nächsten 10 bis 15 Jahre entgegen, der in Teilen insbesondere bei manchen seiner älteren Zuhörern Unverständnis erkennen ließ.

Vogel stellte vier Thesen, teilweise in Frageform, in den Raum und beschrieb ausführlich Hintergründe und Zielsetzungen.

  1. „Bei der Bildung beginnen: Bereiten wir in unserem Bildungssystem jeden Bürger ausreichend auf eine sich verändernde Arbeitsrealität vor? Bildung nicht nur als Ende von Ausbildung oder Studium betrachten.“
  2. „Flexibilität aus Agenda 2010 nicht rückabwickeln. Arbeits(zeit)gesetze an Arbeitsrealität anpassen.“
  3. „Warum kommen die aktuellen Innovationen überwiegend aus den USA und China? Wieso werden selbständige Tätigkeiten (Selbständige, Freelancer, Unternehmer, Gründer usw.) schon in der wissenschaftlichen Diskussion als „atypisch“ bezeichnet?“
  4. „Sozialsystem muss zur Arbeitsrealität passen. Weg von ‚Renten-Gießkanne‘ und fixem Renteneintrittsalter hin zu mehr Flexibilität.“

Der FDP-Kreisvorsitzende Jörg Buer greift aus den Ausführungen Vogels und der anschließenden Aussprache als Schwerpunkt auf:

„Wir als FDP fordern „Bildungssparen“ für eigene Weiterbildung im Arbeitsgesetz zu verankern, damit sich jeder Arbeitnehmer auch mal für 3 Monate oder länger aus dem Job freistellen und in dieser Zeit an Fortbildungen teilnehmen kann.“

Außerdem heiße es, das Arbeitszeitgesetz zu modernisieren und flexibilisieren, damit jeder Mensch selbst entscheiden könne, wann und wo er arbeitet. Homeoffice müsse daher die Zukunft sein.

„Politik muss dies verstehen und umsetzen“, fordert Buer als Fazit aus dem Vortrag von Johannes Vogel.

 

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