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Freies WLAN in Mönchengladbach: Freifunk Rheinland e.V. zieht Angebot an WFMG zurück • Vereinsvorsitzender Reiner Gutowski erklärt in BZMG-Vis-á-vis-Interview warum

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[17.03.2018] Ursprünglich wollten die DIE LINKE, die PiPA-Gruppe und die Grünen in Mönchengladbach freies W-LAN nach dem Freifunkprinzip etablieren und setzen dabei auf die Kooperation der Stadt.

Einen entsprechenden Antrag stellten sie am 08.09.2014 im Rat, den CDU und SPD jedoch ablehnten.

Die Antragsteller hatten vorgeschlagen, dass die Verwaltung ein Konzept für die flächendeckende Realisierung eines kostenlosen öffentlichen W-Lan-Netzes ohne Anmeldung nach dem Prinzip „Freifunk“ erarbeiten möge.

Damit hätte auch die SPD ihrem Kommunalwahlprogramm 2014 entsprochen, in dem es dazu hieß: „Zur Attraktivitätssteigerung des Freizeit- und Lebensraumes Altstadt unterstützen wir die Einrichtung eines flächendeckenden offenen W-Lan-Netzes nach dem Freifunk-Prinzip“ (Zitat Ende).

Am 25.06.2015 hatte der SPD-Unterbezirksausschuss – das höchste Parteiorgan zwischen den Parteitagen – einstimmig die Fraktion beauftragt, die flächendeckende Einführung von W-Lan „nach dem Freifunkprinzip“ unter Nutzung der städtischen Infrastruktur im Rat beschließen zu lassen.

Diesen Auftrag hatte die SPD-Ratsfraktion entweder nicht interessiert oder sie konnte sich gegen die CDU nicht durchsetzen.

Statt sich der Idee eines bürgerschaftlich orientierten W-LAN anzuschließen, nahm die SPD-Fraktion gemeinsam mit der CDU die „gewerblichen Interessen“ in den Fokus und beauftragten die WFMG am 25.11.2015 mit einer diesbezüglichen Konzeptentwicklung, wofür die WFMG vier Mitarbeiter einstellte.

Heraus kam eine Begrenzung von „kostenfreiem“ WLAN für die Rheydter Innenstadt sowie zusätzlich der Bereich der Bahnhofstraße.

In Mönchengladbach-Mitte wurde die Hindenburgstraße vom Europaplatz (Hauptbahnhof Möchengladbach) bis zum Kapuzinerplatz, einschließlich Altstadt festgelegt, wobei die ebenfalls zum Einzelhandelsbereich zu zählenden Franz-Gielen-Straße, Albertusstraße, Friedrichstraße und Wallstraße nicht berücksichtigt wurden.

Dies wurde von der FDP-Sprecherin im Hauptausschuss Nicole Finger am 15.03.2018 nachdrücklich kritisiert, weil sie darin eine (erneute) Ausgrenzung der dort ansässigen Einzelhändler sieht.

Dass deren Einbindung technisch kein Problem sei, bestätigte der bei der Ausschusssitzung anwesende Breitbandkoordinator Benjamin Schmidt (WFMG) auf Nachfrage.

Dazu würden lediglich weitere Router/Accesspoints nötig.

Dass der Verein Freifunk Rheinland e.V. seine Zusammenarbeit mit der WFMG nicht fortsetzen wird und sein Angebot nicht aufrecht erhält, hat mehrere Gründe.

Zum einen steht „Freifunk“ für barrierefreie Zugänge, die durch von der WFMG vorgesehene so genannte „Login Pages“ nicht gewährleistet werden und zudem dadurch ältere Geräte dieses W-LAN nicht nutzen können.

Darüber hinaus widerspricht das Speichern so genannter „Mac-Adressen“ (Hardware-Identifikation) ohne richterliche Verfügung den Grundprinzipien von „Freifunk“.

Ebenfalls ist die vorgesehene zeitliche Begrenzung der WLAN-Nutzung von derzeit 2 Stunden in den beiden Gebieten den Grundsätzen eines Freifunk-Netzes nicht entsprechend.

Auf Grund der Konzeptvorgaben der WFMG kam da „übliche“ Freifunk-Netz technologisch nicht in Betracht, weil dieses die Anforderungen bezüglich der Verfügbarkeit, Bandbreiten und Servicelevel von einem „Bürgerprojekt“ nicht zu leisten sind.

Denn dort teilen Bürger ihren Internetanschluss mit anderen Menschen und somit hängt die Bandbreite immer vom teilenden Bürger ab.

Insofern wäre nur das so genannte „Konzept Freifunk managed“ sinnvoll gewesen, das der Verein Freifunk Rheinland e.V. u.a. bei einigen Ministerien in der Landeshauptstadt und bei  Außenstellen außerhalb von Düsseldorf realisiert hat.

Dadurch, dass die Konzepte von WFMG und dem Freifunk Rheinland e.V. nicht zur Deckung gebracht werden konnten, hat der Verein sein Angebot zurückgezogen … mit der Folge, dass die Stadt nun keinen Zugang mehr zu nicht erheblichen Fördermitteln aus NRW, Bund und EU hat.

Dazu und zum Gesamtkomplex „W-LAN in Möchengladbach“ führten wir mit Reiner Gutowski dieses Vis-á-vis-Interview:

[audio:18-03-14-712_1194-gutowski-wfmg-wlan.mp3]
2 Kommentare zu “
Freies WLAN in Mönchengladbach: Freifunk Rheinland e.V. zieht Angebot an WFMG zurück • Vereinsvorsitzender Reiner Gutowski erklärt in BZMG-Vis-á-vis-Interview warum”
  1. Für mich ist es unverständlich, weshalb über dieses Thema diskutiert wird. Angeblich soll freies W-Lan die Innenstadt attraktiver machen. Man sollte sich jedoch überlegen, für WEN soll es dort attraktiver werden. Fast jeder normale Mensch hat heutzutage eine Internetflat. Im W-Lan-Netz kann man normalerweise etwas schneller surfen, als im Mobilfunknetz. Doch wenn man sieht, welches Klientel das freie W-Lan immer anlockt, da verzichte ich doch lieber auf das schnellere Surfen.

    Man braucht doch nur im Minto zu schauen. Es ist zwar schön und gut, dass das Minto über freies W-Lan verfügt. Doch mal ehrlich: wenn man sieht, wer da alles an den Sitzgelegenheiten verweilt, um dieses freie W-Lan zu nutzen (ganze Gangs hängen da herum), da wünscht man sich doch lieber ein W-Lan-Freies Einkaufen.

    Die meisten Menschen, die ich kenne, interessieren sich nicht für freies W-Lan. Diese Menschen sind in der Stadt unterwegs, um etwas zu erledigen und nicht dort rumzuhängen und im Internet zu surfen. Und wenn man schnell etwas nachschauen möchte, reicht die eigene Internetflat völlig aus.

    Meiner Meinung nach würde das freie W-Lan in der Innenstadt viele suspekte Personen anlocken, die man dort besser nicht haben möchte.

    Das ist so.

  2. Ich bin für den Freifunk ohne Speicherung der MAG Adressen der Endgeräte.

    Es sollte überall Freifunk sein besonders am Bahnhof Mönchengladbach und in der Innenstadt Rheydt im TED e.V.

    Die Drogenhändler müssen doch ungestört Ihren Geschäften nachgehen können am besten mit dem Tor Netzwerk 😉 verschlüsselt !

    Die Stadt Mönchengladbach wird nicht Attraktiver wenn es Freifunk gibt.

    Fast jeder hat heute eine Internet Flatrat mit seinem Smartphone.

    Es laufen genug blinde durch die Stadt mit Stöpseln in den Ohren. Die nichts mehr von der Umwelt mitbekommen !

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