Gott und die Welt – Stadtschützenfest Mönchengladbach – in alter Frische
Red. Brauchtum [29.08.2010 - 12:40 Uhr]
Die Losung zum Gladbacher Stadt-Schützen-Fest ist kurz und aussagekräftig: Freut Euch des Lebens!
Diese Aufforderung ist verpflichtend. Denn die gastgebenden Schützen sollen und wollen in den Festtagen am ersten September-Wochenende Freude schenken – und dabei neue Freunde gewinnen.
Wer also zum Stadtschützenfest zum alten Markt kommt, ist in der Bruderschaftsfamilie als Freund und Gast herzlich willkommen.
Er / Sie muß nur der Einladung der Bruderschaften aus Stadt und Land folgen, die Mühsal des Alltags hinter sich zu lassen, in die Welt von Kirmes, König und Schützenfest einzutauchen und die frohen Stunden als wohlverdienten Ausgleich zur harten Realität des Alltags ansehen.
Dabei knüpfen die Schützen an das Grundbedürfnis der (rheinischen) Seele an. Wie singen doch die Kölner Mundart-Höhner: „Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust. Wir glauben an den lieben Gott und haben immer Durst..!“ In das „Viva Colonia“ stimmen die Schützen gerne ein, „wenn dat Trömmelsche jeht“.
Nämlich, wenn zum Stadtschützenfest 2500 Schützen und Musikanten an- und in Erscheinung treten. Der gemeinsame Aufzug zu Ehren der Majestäten, die Parade nach preußischer Tradition und das Feldlager als Fest- und Sammelplatz der Feiernden sind Ausdruck eines Selbstverständnisses, daß das „Wir“ in den Mittelpunkt stellt. Hier entsteht Gemeinschaft. Ein frohes Miteinander, mit Mitmach-Angeboten für jeden, der dabei sein möchte!
Bei uns kann jeder König sein!. Das sagen die Schützen und meinen damit, daß in ihrer Bruder- und Schwestergemeinschaft der christlich fundierte Gleichheitsgedanke gelebt wird. Hier wird der Platz in der ersten Reihe jedes Jahr neu besetzt.
Damit ist der Schützen-König, historisch gesehen, eine besondere Form des Karrieresprungs, der die Hierarchien des Alltags überwindet. Zumindest für die Festtage.
Auch dieses Jahr braucht die Stadt also nicht auf „Schützen, Glanz und Gloria“ zu verzichten. Deshalb wird bei der Festparade am Sonntag am alten Markt das prächtigste Silber glänzen, festliche Trachten getragen und bunte Fahnen präsentiert – ja, selbst hoch zu Ross wird jubiliert!
Das Glaubensbekenntnis bei der Krönungsmesse im Münster (Motto: „Freut Euch des Lebens“) nimmt bewußt Bezug auf die Frohe Botschaft des Christentums. Hier hat die Fröhlichkeit des Brauchtums ihren Ursprung.
Denn Brauchtum ist das, was der Mensch braucht, um glücklich zu sein – für ein paar frohe Tage beim Fest. Nicht selten halten Freundschaften, die hier „durch Zufall“(!?) entstanden sind, sogar ein Leben lang.
So soll die Fest-Losung „Freut euch des Lebens!“ ausdrücklich Mut machen, froh auf einander zu gehen. Einander zum Mit – Einander zu motivieren!
In diesem Sinne laden die Bruderschaften Gott und die Welt zum Stadtschützenfest nach Mönchengladbach ein!































1.
h.krager schrieb am 29.08.2010 um 13:27 Uhr:
die BZMG mag ja wirtschaftlich und auch politisch unabhängig sein…
Der Trend zum Stadt-Schützenfest scheint eine Wanderung zum Götzen zu werden.
“Denn Brauchtum ist das, was der Mensch braucht, um glücklich zu sein”
Liebe Redaktion, zählen sie mal die Berichte nur der letzten Wochen zum Thema.
Es fehlt noch ein zweites Standbein: unsere Borussia.
Auch da gibt es Remmi-Demmi und wird “getrunken”.