Schützen-Brauchtum kein UNESCO-Kulturerbe … vorerst

Red. Brauchtum [ - Uhr]

Im August 2014 hatte der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruder­schaften (BHDS), ein ausgesprochen katholisch orientierter Dachverband, in einer Sondersitzung „ausnahmsweise keine Einwände“ dagegen erhoben, dass der Muslim Mithat Gedik, Schützenkönig in Werl bleiben dürfe.

Dies bezeichnete der BHDS damals als „Ausdruck von Respekt und Integration.“ Am Bezirkskönigsschießen dürfe er allerdings nicht teilnehmen.

Diese eigenwillige Auslegung von „Integration“ hat den „Historischen Schützen“, für die im hiesigen Raum Horst Thoren (auch stellvertretender Chefredakteur der RP) das Zepter in der Hand hält, nun die Ablehnung ihres Antrages auf Anerkennung als „Weltkulturerbe“ der Deutschen UNESCO-Kommission eingebracht.

Gedik hatte im vergangenen Sommer „nur“ den Schützenvogel abgeschossen.

Nichts Besonderes in einem südwestfälischen Dorf – wäre da nicht Mithat Gediks Glaube gewesen. Der Schützenkönig von Werl ist Moslem.

Eigentlich dürfen nur Christen Mitglied in einem Schützenverein sein.

Der „Westfalenpost“ zufolge heißt es im aktuellen Brief der Kommission an die Schützen, dass „wegen der schroffen und ausgrenzenden Reaktionen auf nicht ‚biodeutschen‘ Maßstäben“ entsprechenden Schützenkönigen eine „zivilgesellschaftlich zugängliche und offene Traditionspflege zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt werden kann.“

Deshalb sei die Bewerbung zurückgestellt worden.

„Eine Betonung des historischen, christlichen Gründungszwecks betroffener deutscher Schützenverbände macht für die Experten nicht einsichtig, weshalb dieser Zweck heutzutage durch religiöse Öffnung gefährdet sein sollte“, heißt es demnach in dem Brief weiter.

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