Mönchengladbach bereitet Lehrer auf Einwanderer-Kinder vor • Über 700 Jugendliche erhielten bereits einen Platz

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration Mönchengladbach (ABI) kümmert sich um Schulplätze

Für Kinder, die in Deutschland leben, gilt das Recht aber auch die Pflicht eine Schule zu besuchen.

Die Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration Mönchengladbach (ABI) sorgt dafür, dass die Kinder in Mönchengladbach möglichst schnell einen passenden Schulplatz erhalten.

Dazu kommen die Familien zunächst in die Arbeitsstelle, in der sie eine umfassende Beratung erhalten.

In einem Gespräch wird geklärt, über welches Grundwissen die Kinder verfügen, welche Schule sie in ihrem Heimatland besucht haben und welche besonderen Kenntnisse sie haben.

Die so genannten Seiteneinsteiger-Kinder besuchen dann zum größten Teil die Regelklassen in den verschiedenen Schulen und erhalten darüber hinaus im Idealfall zehn Wochenstunden zusätzliche Förderung im Fach Deutsch.

Als Seiteneinsteiger werden schulpflichtige Kinder unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus bezeichnet, die im Laufe eines Schuljahres aus ihrem Heimatland kommend ohne Deutschkenntnisse in das hiesige Schulsystem integriert werden.

Insgesamt 416 Seiteneinsteiger-Kinder haben in einer Grundschule derzeit einen Platz gefunden. Dazu kommen mehr als 300 Kinder und Jugendliche (Stand: 15.03.2015), die an den weiterführenden Schulen untergebracht sind.

Von der Hauptschule über das Gymnasium bis hin zu den berufsbildenden Schulen sind alle Schulformen involviert. Überall lernen die Schüler, die in den Klassen zu jeder Zeit im laufenden Schuljahr aufgenommen und integriert werden, die Umgangssprache im Regelfall sehr schnell.

Bereits nach sechs Monaten kommen die meisten Schüler gut zu recht bei der alltäglichen Verständigung. Das Ziel ist es aber, die sogenannte Fach- oder Bildungssprache zu erlernen.

Zur Unterstützung der Lehrer, die an den verschiedenen Schulen verantwortlich sind für die Unterrichtung der Seiteneinsteiger, findet deshalb in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen seit Oktober 2014 eine Lehrerfortbildung in Mönchengladbach statt.

Die Mitarbeiter des Fachbereichs „Deutsch als Zweitsprache“ der Uni Duisburg/Essen beschäftigen sich seit Ende der 90iger Jahre mit dem Thema und besitzen auf dem Gebiet der Vermittlung von Bildungssprache und bei der Beschulung von Seiteneinsteigerkindern vielfältige und umfassende Erfahrung.

Nicht zuletzt erhalten sie wesentliche Erkenntnisse aus eigenen Uniprojekten, die zur Unterstützung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen installiert wurden.

In Mönchengladbach werden zur Zeit 26 Lehrerinnen- und Lehrer aus den Grundschulen und 23 Lehrer aus den weiterführenden Schulen in insgesamt fünf Modulen, die bis zum Oktober 2015 ganztägig im Abstand von etwa zwei Monaten abgehalten werden, für die pädagogische Arbeit und in der Sprachbildung von Seiteneinsteigern fortgebildet.

Über die allgemeine Situation der Seiteneinsteiger und der manchmal sogar notwendigen Alphabetisierung auch in höheren Klassen, über die Besonderheiten der deutschen Sprache und der wichtigen Wortschatzarbeit bis hin zu Übungen zum Schreiben in allen Fächern und dem sprachlichen Lernen im Fachunterricht, werden die grundlegenden Themen, mit denen sich Lehrer bei der Beschulung von Seiteneinsteigern zu befassen haben, angesprochen.

In der Fortbildung werden aber auch vorhandene Unterrichtsmaterialien gesichtet und bewertet und exemplarisch neue Materialien erstellt. Informationen über die rechtlichen Grundlagen bei der Beschulung von Seiteneinsteigern sowie der stetige Austausch der beteiligten Personen über aktuelle Neuerungen ergänzen jedes einzelne Fortbildungsmodul.

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