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Mutig, klug und kompetent • Karin Gisbertz hilft seit 1968 Ratsuchenden beim Sozialverband Mönchengladbach

Hauptredaktion [ - Uhr]

[16.02.2018] Sie sind ein starkes Team, Sozialberaterin Karin Gisbertz und Reinhard Heinen, der Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Mönchengladbach. Karin Gisbertz ist eine ganz besondere Persönlichkeit.

2010 hatte sie sich nach 42 Jahren als Sozialberaterin des SoVD im Kreis Mönchengladbach in den – keine Floskel – wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Acht Jahre ist das jetzt her und es hätte das Ende der Geschichte von Karin Gisbertz und dem Verband sein können. Doch da hatte sie die Rechnung ohne den Kreisvorsitzenden gemacht. Reinhard Heinen redete nicht lange um den heißen Brei, sondern fragte „seine“ Sozialberaterin, ob die nicht – Ruhestand hin oder her – die Beratung in der Mönchengladbacher Geschäftsstelle einfach fortführen könne.

Und zur Freude des Vorsitzenden sagte sie Ja.

Bereut hat Karin Gisbertz diesen ungewöhnlichen Schritt bis heute nicht: „Die Arbeit ist eine tolle Herausforderung, die mich geistig fit hält. Und ich kann meine Erfahrung einsetzen, um Menschen, die Rat benötigen, helfen zu können. Das fühlt sich einfach richtig an und macht mir viel Freude“.

50 Jahre ist es jetzt her, dass Karin Gisbertz im Verband anheuerte und sich im Nu zu einer kompetenten und engagierten Sozialberaterin mauserte.

Aber sie hält sich nicht lange mit der Vergangenheit und ihren Erfolgen, den vielen, vielen gewonnenen Verfahren auf: „Viel spannender sind doch die aktuellen Fälle, wo ich mich reinknien muss, damit wir die für unsere Mitglieder ebenfalls gewinnen.“

Der 48-jährige Mann, der an Migräne, Rückenproblemen und Schmerzen in den Knien leidet, ist so ein Fall.

Die Krankenkasse hat ihm das Cannabis-Medikament, das ihm helfen würde, nicht bewilligt und dass trotz der neuen Rechtslage, wonach Cannabis zur Schmerzlinderung durchaus verschrieben werden kann und die Kasse das dann auch zahlen müsste: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das durchkriegen. Ich hab mich jetzt erstmal an den Vorstand der Krankenkasse gewandt und um Überprüfung des Falles gebeten“, so Gisbertz.

Worüber sie sich maßlos ärgern kann, ist, wenn hilfsbedürftige Menschen bei den zuständigen Ämtern als Bittsteller wahrgenommen werden und über ihre Rechte nicht umfassend oder sogar falsch informiert würden: „Sie dürfen zum Beispiel als Hartz-IV-Bezieher nach Belieben umziehen, wenn die Miete im zulässigen Rahmen bleibt. Immer wieder wird hier aber vom Jobcenter der Eindruck erweckt, das sei genehmigungspflichtig.“

Bei solchen Fällen scheint Gisbertz zu Hochform aufzulaufen.

Einer türkischen Familie, die in einer verschimmelten Wohnung wohnte und umziehen wollte, aber angeblich nicht durfte, half sie, in dem sie dem Amtsleiter „drohte“, das Gesundheitsamt einzuschalten.

Und siehe da, plötzlich wurde der Umzug in die (nicht teurere, aber „schimmel-freie“) Wohnung doch bewilligt. Keine Frage, diese 72-jährige hat nicht nur Herz, sondern auch Biss.

Und sie will sich auch in Zukunft für Menschen, die beim Thema Rente, Pflege, Behinderung oder etwa Hartz-IV Unterstützung benötigen, stark machen: „Der Rücken macht zwar nicht mehr so mit, wie ich das gerne hätte, aber der Kopf. Und das ist doch das Entscheidende, oder?“

Karin Gisbertz berät Dienstags und Mittwochs von 10 bis 13 Uhr
in der SoVD-Geschäftsstelle Mönchengladbach, Regentenstr.67

Foto: Matthias Veit

 

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