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24 km des „Grauens“ …

Red. Adventkalender [ - Uhr]

24… vor der Bescherung machen so richtig nachdenklich.

Bekanntlich können viele Kinder die Bescherung kaum erwarten. Während Mama (hupps: das Christkind) den Gabetisch vorbereitet, hat Papa alle Hände voll zu tun, die quengelnden Kleinen bei Laune zu halten.

Das Fernsehprogramm ist immer das gleiche. Nintendo & Co. langweilen auch nach kurzer Zeit und Vorlesen ist schon lange „out“.

Was also tun, bis das Glöcklein läutet? Wie wär’s mit „Reise nach…“ (nein: nicht nach Jerusalem), sondern nach „Wanlonesien“ und Umgebung? Das haben die lieben Kleinen noch nicht erlebt.

10-12-24-heiligabend-tourAlso: Rein ins Auto und diesem Tourvorschlag folgen. Was die Kleinen bei den sechs Stopps zu sehen bekommen, enthält die Beschreibung der BIW. Also muss Papa vorher nicht mal gooooooogelen. Und wenn dann das Wetter trüb und grau ist, macht die „24-km-Tour des Grauens“ erst richtig Sinn.

Noch eins vorab: Es reicht ein normaler Pkw, denn es werden nur Straßen benutzt, die mit einem Pkw befahren werden dürfen. Die Routenplaner müssen leider auf diesen Umstand aufmerksam machen, da etliche Golfer / Segelflieger sich angewöhnt haben, Wanlo querfeldein zu erreichen, und dadurch benötigen diese einen Allradantrieb.

Gut, nach dem heftigen Schneefall dieser Nacht wäre ein Pferdeschlitten besser angebracht, aber vielleicht sind die Straßen bis zum Nachmittag einigermaßen frei; Skier und Schlitten mitzunehmen, wäre doch auch was. Dann dauert die Tour etwas länger, ist aber nicht weniger informativ.

Übrigens: Bitte vergessen Sie nicht, festes Schuhwerk und einen Fotoapparat mitzunehmen. Denn Sie werden historischen Grund kennenlernen, der Braunkohletagebau sorgt beständig für Veränderungen.

Doch nun los:

aussichtspunkt-01   Bitte fahren Sie mit Ihrem Fahrzeug über die A61 in Richtung Süden (Ja richtig Richtung Süden obwohl Wanlo zur Bezirksvertretung West gehört) bis zur Ausfahrt Jackerath.Dort verlassen Sie bitte die Autobahn und folgen den Schildern Aussichtspunkt Tagebau.Hier können Sie Ihr Fahrzeug abstellen und an einer Erhebung die Stadt im Tagebau betrachten.

Wenn die erste Begeisterung für soviel gelungene Technik nachgelassen hat, richten Sie bitte den Blick auf die am Horizont zu sehenden Kraftwerke.

Von diesen Kraftwerken hätten 2 schon vor 4 Jahren stillgelegt werden müssen, da bei der Genehmigung von Garzweiler 2, die Nutzung von energieeffizienteren Kraftwerken Vorbedingung war.Alternativ zur Stilllegung hätte man den Tagebau Garzweiler 2 gar nicht in Betrieb nehmen dürfen.

     
aussichtspunkt-02-x   Nach diesem kurzen Einblick in den Tagebau fahren Sie bitte weiter über die Landstraße in Richtung Erkelenz.Nach ca. 2 km erreichen Sie eine Abzweigung, die nach Mönchengladbach führt.Bitte nehmen Sie diese. Fahren Sie auf der Landstraße ca. 7 km weiter. Machen Sie sich dabei bewusst, dass Sie auf der zukünftigen Abbaufläche des Tagebaus Garzweiler 2 unterwegs sind.Sie erreichen eine Kreuzung, an der es rechts Richtung Borschemich und links Richtung Keyenberg geht.

Beide Orte fallen dem Tagebau zum Opfer.Was dies bedeutet, können Sie sehen, wenn Sie Borschemich besuchen.

Dieser Ort befindet sich in der Umsiedlungsphase.

Nehmen Sie sich die Zeit und fahren Sie durch Borschemich bis zum Grubenrand der mittlerweile über die ehemalige Ortsgrenze von Otzenrath vorgedrungen ist.

Dort können Sie die größten Bagger der Welt aus nächster Nähe bewundern.

     
aussichtspunkt-03-x   Für den Rückweg müssen Sie Ihr Fahrzeug wenden und bis zur oben genannten Kreuzung zurückfahren.An dieser Kreuzung zweigen Sie bitte rechts in Richtung Wanlo ab.Vor dem Ortseingang Wanlo biegen Sie bitte rechts ab Richtung Autobahn bzw. Hochneukirch.Bitte fahren Sie weiter über den Kreisverkehr Richtung Hochneukirch. Sie sehen nun auf Ihrer linken Seite den Windpark und die Kompostieranlage.

Hinter der Kompostieranlage ist ein Wirtschaftsweg, auf dem Sie anhalten können.

Nun befinden Sie sich an der Stelle, an der die chemische Fabrik zur Erzeugung von Energie in Form von Methangas (in der Mönchengladbacher Politik verniedlichend „Biogasanlage“, im Volksmund richtigerweise „Methangasanlage“ genannt) gebaut werden soll.

Verlassen Sie bitte Ihr Fahrzeug und genießen Sie das einmalige Fest der Sinne für Nase und Ohren. Nirgendwo sonst werden Sie den feinen Geruch von Abgasen und Verwesung sowie das Surren von Windrädern in Kombination mit Autobahnlärm besser genießen können.

     
aussichtspunkt-04-x   Nach diesem ersten Höhepunkt der Besichtigung fahren Sie bitte langsam weiter Richtung Hochneukirch.Die an Ihrer rechten Seite auftauchenden Baustellen dienen der Errichtung von 3 Sümpfungsbrunnen. In Wanlo werden nach neuester Rechnung ca. 190 errichtet.Wenn Sie Hochneukirch erreicht haben, fahren Sie bitte bis zur ersten Kreuzung und biegen dort nach rechts ab. Früher ging es dort zur Ortschaft Holz.Hinter dem Ortsausgang von Hochneukirch queren Sie die A46, diese führt in einer Hochlage über die Landstraße.

Beachten Sie die Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn!

Anschließend wird Ihre Fahrt wieder abrupt beendet, dann stehen Sie Aug’ in Aug’ mit dem nächsten Bagger. Auch hier ist ein Blick in den frischen Tagebau angebracht.

     
aussichtspunkt-05   Nach diesem Erlebnis begeben Sie sich bitte wieder zurück bis zur Kreuzung und fahren diesmal in Richtung Wickrathberg. Auf dieser Landstraße können Sie das herrliche Panorama von Windrädern auf der linken und dem Regiopark auf der rechten Seite bewundern.Im Ort Wickrathberg biegen Sie bitte an der Einmündung links in Richtung Wanlo ab. Auf der Fahrt nach Wanlo sehen Sie ein Bruchgebiet, den Finkenberger Bruch.Dieses Gebiet fällt trocken, 80 % des alten Pflanzenbestandes wird in ca. 5 Jahren verschwunden sein.Weiter geht’s bis zur Autobahnbrücke der A46, die ebenfalls in einer Hochlage an Wanlo vorbeigeführt wird.

Bemerkenswert: Hier fehlt der Lärmschutz!

     
aussichtspunkt-06   Wenn Sie jetzt noch Lust auf einen kleinen Spaziergang haben, können Sie ihr Fahrzeug unter der Autobahnbrücke parken und auf den Weg entlang der A46 gehen.Benutzen Sie diesen Weg bis zur Niers, überqueren Sie diese und gehen dann links wieder zurück in Richtung Autobahn, weiter geht’s bis zur nächsten Autobahnbrücke.Gegenüber dieser Autobahnbrücke sehen Sie ein kleines Waldgebiet, hier können Sie die neue künstliche Quelle der Niers besichtigen.

Hier endet die Tour. Etwas abgekühlt sollten Sie nun schnell wieder ins Auto steigen, um nach dieser „Wanloer Bescherung“ die familiäre anzusteuern.

Das Christkind wird schon längst wieder zur nächsten Bescherung verschwunden sein, Mama hat sich festlich gekleidet und wartet sehnsüchtig, dass sie in die leuchtenden Kinderaugen sehen kann (… und dass bald der ganze Trubel vorbei ist).

Die Kinder werden die Eindrücke der Rundfahrt zunächst einmal schnell verdrängen, wenn sie die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum finden.

Am 1. Weihnachtsfeiertag kommen die Erinnerungen dann wieder und die Enkel werden sie Omas und Opas erzählen. Die werden staunen und vielleicht geht ihnen ein Licht auf.

Vielleicht werden alle denken: Mann, welche Bescherung haben die Wanloer? Und das seit Jahren … und noch viele Jahre lang – und nicht nur zu Weihnachten.

Frohes Fest!

Noch etwas: Wenn Sie keine quengelnden Kinder mehr haben, machen Sie die Tour doch alleine oder mit Freunden, Bekannten usw.; sie ist auch nicht nur was für die Weihnachtszeit, sondern für ganz viele Jahre.

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