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Hans Jonas • Teil X: Hoffnungsvolle Talente

D. Pardon [ - Uhr]

Trotz der logisch hergeleiteten düsteren Aussichten einer von Technologie beherrschten, manipulierten und mangels Orientierung sich selbst abschaffenden Menschheit (siehe Hans Jonas Teil IX) hat der Mensch „Gott sei Dank“ neben seinem Erfindergeist (Grundkoordinate „Werkzeug“) noch weitere Talente und Geistesvermögen (siehe hierzu Hans Jonas Teil VIII – Grundkoordinaten Bild und Grab).

Dank seines Verstandes findet der Mensch auch immer wieder einen Ausweg. Sein Denkvermögen sichert das Überleben.

Dank der Fähigkeiten die eigene Endlichkeit langfristig zu bedenken und die Umwelt zu reflektieren, stellen Menschen auch Fragen an sich selbst: Wie will ich leben? Was für ein Mensch will ich sein?

Will ich den Tod akzeptieren oder ihn überwinden? Und: Was wäre das für ein Mensch, der keinen Tod mehr kennt?

Hans Jonas gibt Hoffnung.

Bereits 1921 forderte er in seinem Abituraufsatz, eine starke, selbständige Persönlichkeit zu fördern, keinen Personenkult zu betreiben.

Gerade deswegen wäre Hans Jonas erfreut, dass eine Schule in Mönchengladbach nun seinen Namen trägt.

Ein Philosoph ist nicht nur ein Denker, sondern er verändert auch sein Handeln und das Handeln anderer.

Seht, Denkt und handelt achtsam!

4 Kommentare zu “Hans Jonas • Teil X: Hoffnungsvolle Talente”
  1. @Sonnenblume

    Wenn man Dinge durchdenkt, Zusammenhänge erkennt, sich dadurch bewußt wird über Probleme und eigene Verhaltensweisen, dadurch fähig wird eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, selber Verantwortung für sein Tun zu übernehmen und von sich aus Änderungen in seinem Leben vorzunehmen, dann verändere ich nicht nur mich, sondern ich wirke auch auf meine Umwelt, auf meine nächsten Mitmenschen ein.

    Schließlich leben die meisten Menschen nicht als Einsiedler. Irgendwelche Auswirkungen gibt es immer und sei es nur, dass wieder ein Einzelner anfängt nachzudenken.

    Es ist wie ein Stein, den man in einen See wirft: Er schlägt Wellen, auch wenn diese nur als kleine Ausläufer das Ufer erreichen.

    Mag sein, dass ich als Steinewerfer nicht immer die kleinen Wellen sehe (vielleicht auch weil ich mir keine Zeit nehme genau hinzusehen), aber sie sind da.

    Der beste Beweis: Diese Serie über den Vortrag von Prof. Illies. Ich habe gehört, notiert, geschrieben und dabei nachgedacht.

    Die wenigsten Leser kommentieren, die meisten lesen nur, aber ich bin mir sicher, darunter gibt es noch mehr Sonnenblumen, die auch anfangen nachzudenken.

    Ob nun die Ergebnisse dieses Nachdenkens Verbote oder Gesetze sind oder persönliches Verhalten betrifft, ist eine Frage der Möglichkeiten und des Charakters.

    Es gilt die eigene Verantwortung nach bestem Wissen – und Gewissen (da kann sich keiner drücken, mit dem Finger auf andere zeigen, sich herausreden).

    Ob nun Ängste gut sind um Veränderungen herbei zu führen? Interessante Frage. Kommt vielleicht auf die Art der Angst an, auf die persönliche Betroffenheit.

    Bin ich von Lungenkrebs betroffen, fällt es mir leichter mit dem Rauchen aufzuhören als bei einem Verbot.

    Ansonsten fällt mir dazu nur ein Spruch von Erich Kästner ein: „Wird’s besser, wird’s schlechter fragt man alljährlich, seien wir ehrlich, Leben ist immer gefährlich.“

  2. @ Findus

    Zur WFMG/EWMG. Wollen Sie von denen etwa erwarten, dass die sich um alten Bestand kümmern?

    Naturschutzgebiete (die man dann eben platt macht) und Ackerland (mit das beste in Deutschland!) ist lukrativer und leichter zu verhökern. Am liebsten für Logistik.

    Das bringt auf einmal viel Fläche und wirkt sich prima auf Statistiken aus. Klingt nach viel, obwohl nicht viel dahinter ist.

    Diese planlose Art von „Stadtentwicklung“, bei der nicht nur das Tafelsilber der Stadt (= uns Bürgern) verramscht, sondern auch für die Zukunft im wahrsten Sinn des Wortes alles verbaut wird, bringt kurzfristig finanzielle Effekte – allerdings nur für diese beiden Gesellschaften und einige Wenige. Klar, der Kämmerer freut sich über mehr Grundbesitzabgaben.

    Aber, ist das nicht eine Milchmädchenrechnung? Mönchengladbachs Bevölkerung schrumpft jährlich um 2,5%. Ist Expansion in diesem Umfang überhaupt sinnvoll? Büroflächen? Davon kann man in Mönchengladbach längst mehr bekommen als benötigt werden.

    Trotzdem schaffen die es nicht ohne finanzielle Unterstützung durch die Stadt (=Bürger) zu überleben und sich selbst zu finanzieren. Jeder Makler, der so agieren würde, wäre längst pleite!

    Ein Gefühl für Natur, Grünflächen und Ackerbau geht diesen Leuten ab. Warum wehren sich die Landwirte eigentlich nicht?

    Aber dafür gibt es einen Masterplan, der das hohe Lied auf viel Grün singt.

    In unserer Stadt wird das nichts, Bäume und Grünflächen werden hier einzig als Kostenfaktor gesehen und Natur, die keine Kosten verursachen würde, ausgemerzt, wo es nur irgend machbar ist.

  3. Sie schreiben:
    „Dank der Fähigkeiten die eigene Endlichkeit langfristig zu bedenken und die Umwelt zu reflektieren, stellen Menschen auch Fragen an sich selbst: Wie will ich leben? Was für ein Mensch will ich sein?“

    Diese beiden Fragen stellen sich die Verantwortlichen in der Mönchengladbacher Stadtpolitik offensichtlich nicht.

    Nur so kann man verstehen, dass unsere Stadt bei der Naturzerstörung durch Flächenverbrauch inzwischen mit an führender Stelle in NRW rangiert.

    Durch die maßlose Vernichtung freier Acker- und Waldflächen in den Randgebieten der Stadt droht Mönchengladbach in naher Zukunft eine Stadt ohne Grün zu werden.

    Ob es lebenswert ist, in einer solchen Stadt zu wohnen?

    Die Bevölkerungsprognosen lassen Böses erahnen. Wer es sich leisten kann, zieht fort und sucht sich eine grüne Oase im Grenzgebiet, wo es Gemeinden gelungen ist, Ökologie und Wohnen in Einklang zu bringen.

    Ohne die Natur stirbt der Mensch.

    Durch das verheerende Wirken der städtischen Gesellschaften WFMG und EWMG wird unsere Stadt in naher Zukunft weiter veröden.

    Leider helfen da auch keine Appelle an Hans Jonas.

  4. „Ein Philosoph ist nicht nur ein Denker, sondern er verändert auch sein Handeln und das Handeln anderer.“

    Ich habe gegoogelt, weil ich wissen wollte, ob diese Aussage von Herrn Jonas stammt. Konnte das aber nicht finden. Ich stolpere über das Ende des Satzes „…und das Handeln anderer“. Wie ist das gemeint? Durch Verbote, durch Gesetze, durch Vorleben (also Beispiel)??

    Ich bin über einen interessanten Aufsatz über Hans Jonas Haltung zu Ernst Bloch gestoßen. Ich habe zumindst verstanden (?), das Herr Jonas Zukunftsängste als Mittel, um Verhaltsänderungen zu erreichen, für richtig befindet. Genau dabei kann ich nicht folgen.

    Wenn ich das richtig verstehe, wurden Zukunftsängste häufig in der Geschichte der Menschheit missbraucht, um Menschen zu irgendeinem Verhalten „zu bewegen“. Ich bin da doch sehr naiv und glaube das Menschen durchaus auch ohne Angst lernfähig sind. Das dauert vielleicht länger und birgt so manche Rückschläge, aber es mindert die Gefahren, das Zukunftsängste missbraucht werden und/oder deshalb zu Fehlentwicklungen gerade führen??

    Vielen Dank. Ich habe durch ihren Artikel etwas (über mich) gelernt.

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