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Prof. Dr. Frank Überall, Bundesvor­sitzender des DJV am 13. Mai in Mönchengladbach zum Thema „Pressefreiheit“ [mit O-Ton]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

 [12.06.2019] Als am 13. Mai der Niederrheinische Presseverein im Deutschen Journalistenverband (DJV) unter Leitung seines 1. Vorsitzenden Michael Obst den Technischen Beigeordneten der Stadt Mönchengladbach, Dr. Gregor Bonin, mit der „Niederrhein-Leuchte 2019“ auszeichnete, war auch der Bundesvorsitzende des DJV, Prof. Dr. Frank Überall (im Bild links) gekommen.

In seinem etwa 15-minütigen Vortrag zum Thema „Pressefreiheit“ schlug Überall den Bogen von der internationalen bis hin zur kommunalen Ebene.

Überall gestand Fehler seines Berufsstandes ein u.a. weil „wir als Propheten quasi immer auf den Berg gestiegen und gesendet haben, aber nahezu niemals etwas empfangen haben“ und bezog sich dabei auf die Leser-, Zuschauer- und Zuhörerpost, die nicht hinreichend Berücksichtigung gefunden hätten.

Vorwürfe von „Strategen vom rechten Rand“, die behaupteten Politiker würden Journalisten vorgeben, was sie zu berichten hätte, wies er deutlich zurück.

Pressefreiheit setzte der promovierte Journalist mit der Aufgabe gleich, frei kritisch nachzufragen, zu recherchieren, zu berichten, einzuordnen und auch zu kommentieren.

Wenn das nicht mehr möglich sei, nehme die Korruption zu.

Kritisch ging er mit Bestrebungen ins Gericht, dass in Unternehmen, Verwaltungen, Behörden und politischen Kreisen versucht würde, über so genannte „Newsrooms“ und „soziale Netzwerke“ ausschließlich direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren und so die Journalisten zu umgehen.

Die Argumente, die Medien würden die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr erreichen, bezeichnete Prof. Überall als „Unverschämtheit“.

In die gleiche Kategorie ordnete er die Tatsache ein, dass beispielsweise Monsanto und Bayer Listen mit besonders kritischen Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern angelegt habe mit dem Zweck, mit diesen Personen nicht mehr „so enge Bande“ zu knüpfen.

Darüber hinaus er nannte Beispiele, wo Journalisten ganz gezielt „umgangen“ wurden und werden. Auch um zu verhindern, dass die Wahrheit an den Tag komme.

„Solche Menschen haben etwas zu verbergen. Das heißt: Wer nichts zu verbergen hat, kann doch anständig mit uns zusammenarbeiten,“ sagt Frank Überall, „wir versuchen, uns recherchierend, berichtend möglichst nahe der Wahrheit zu nähern.

Auf kommunaler Ebene würden dafür Menschen gebraucht, „die uns nicht austricksen, die uns offen gegenübertreten und die uns stellvertretend für die Öffentlichkeit anständig informieren.“

Den gesamten Vortrag von Prof. Überall finden Interessierte hier im O-Ton:

… und hier zum Nachlesen am Bildschirm:

 

 

 

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