Strahlenzug Mönchengladbach: „AKWs abschalten, sofort!“ [mit Bildergalerie]

Hauptredaktion [ - Uhr]

DSCF3050Unter diesem Motto stand die gestrige Kundgebung anlässlich des Besuches von Bundesumweltminister Röttgen beim Jahresempfang der CDU Mönchengladbach in Rheydt.

Vor dem Gymnasium an der Gartenstraße hatten sich Atomkraft-Gegner versammelt, um friedlich und farbenfroh gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

„Abschalten“ war die einstimmige und unmissverständliche Forderung.

DSCF3050Auf einer „Wäscheleine“ hatten die Demonstranten spontan formulierte Botschaften aufgehängt.

Mit Sprechchören wie: „Ob E.ON oder Vattenfall – am Ende gibt’s ‘nen lauten Knall“ oder „Ist doch klar – die Zukunft ist solar“ und „ Die nächste Generation bezahlt – denn der Castor strahlt und strahlt“, unterstrichen sie die Erfordernis einer sofortigen Kehrtwende in der Energiepolitik. Weg vom Atomstrom und Ausbau der Erneuerbaren Energien.

DSCF3051Viele Teilnehmer freuten sich besonders, dass auch Edmund Erlemann  dabei war und sich in einer kleinen Ansprache gegen Kernenergie und Atomkraftwerke wandte.

Sein Appell richtete sich an die Verantwortlichen, nicht nur zu reden, sondern zu handeln und vor allem die weitreichenden Folgen und Konsequenzen einer Risikotechnologie zu bedenken.

Hier einige Eindrück von der gestrigen Demonstration:

Für Unmut sorgte eine Nachricht, die vor Beginn der Demonstration bekannt geworden war. Nach Informationen aus Ahaus sollen die angeblich auf Anordnung von Frau Merkel sofort vom Netz genommenen AKW nur populistische Augenwischerei sein.

Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus e.V.«, die sich gegen Ahaus als Zwischenlager für Atommüll ausspricht, erklärte heute:

„Die AKW Krümmel und Brunsbüttel sind sowieso seit längerem außer Betrieb. Biblis A wäre planmäßig im Juni für acht Monate vom Netz gegangen, das geschieht jetzt drei Monate eher. Biblis B und Philippsburg 1 stehen seit dem 28. bzw. seit dem 19. Februar still. Neckarwestheim 1 war bis vor wenigen Tagen ebenfalls monatelang in Revision, ist also vor dem Stopp höchstens kurz angefahren worden.“

Nur Isar 1 sei als einziges AKW wirklich vom Netz genommen worden. „Das Unverschämteste“ ist nach Ruwes Aussagen die Androhung der Atomkonzerne, dass nun die Strompreise erhöht werden müssten.

Ruwe weiter: „Da die sieben AKW aber ohnehin überflüssig sind, und wir auch ohne diese immer noch eine Stromüberproduktion von 2 Terrawatt (!) haben, müssten die Strompreise im Gegenteil eher sinken.“

Das gesamte Interview finden Sie hier:

http://besen.soup.io/post/116796431/Merkels-Schwenk-in-der-Atompolitik-ist-eine

3 Kommentare zu “Strahlenzug Mönchengladbach: „AKWs abschalten, sofort!“ [mit Bildergalerie]”
  1. Hallo zusammen!

    @ Heike Steffens

    Sie haben so was von recht.

    Bin auch gespannt wann die Energiekonzerne uns mal zeigen was ne Harke ist und mal dafür sorgen, dass das Licht wirklich ausgeht. Dann werden wir aber alle gaaanz schnell klein beigeben.

    Irgend einen Schalter finden die den man umlegen kann oder so ein klitzekleiner Kurzschluss und uns dann erklären, dass das davon kommt, dass die Atomkraftwerke abgeschaltet wurden.

    Die halten uns komplett für doof!

    Der Politik können die diesen Blödsinn seit Jahrzehnten verklickern. Die scheinen den Unsinn zu glauben. OK vielleicht die Grünen nicht. Aber so richtig rüber kommt von denen da nix.

    Ist schon toll dass die Energieversorgung „privatisiert“ wurde.

    Wo war in all den Jahrzehnten das Kartellamt?

    Die haben uns den Energikonzernen ausgeliefert.

    Wir Bürger zahlen für den Atomwahnsinn ewig. Die Konzerne sind fein raus. Vor allem bei Endlagerung. Prima Verträge: Kassieren tun die Konzerne, zahlen und haften die Bürger. Halbwertzeit: mindestens wenn nicht länger!

    So ne Art negativer Generationenvertrag für ne „strahlende“ und zahlende Zukunft.

    Rolle der Politik? Korrupt oder dumm?

  2. Bitte unterstützen Sie die Biblis-Klage des IPPNW Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges.

    Schreiben an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof

    Fordern Sie per Email den Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel auf, der IPPNW-Klage zu entsprechen und das Atomkraftwerk Biblis B stillzulegen. Sofern Sie wollen, können Sie sowohl den Betreff als auch den Text der Email modifizieren.

    Hier der Link dazu:

    http://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/biblis-klage.html

  3. Die Meldung, dass wir nicht zum ersten Mal für „dumm“ verkauft werden sollen, indem die Regierung in scheinbarer Abwendung von der bisherigen, – man muss es so sagen – stur und blind verfolgten Energie-(Lobby)-Politik, verkündet, angesichts der katastrophalen Entwicklung in Japan nun konsequenterweise sieben AKW vom Netz zu nehmen, ist an Heuchelei wirklich nicht mehr zu toppen.

    Oder doch … die Androhung der AKW-Betreiber, dass aufgrund der voraussichtlichen Stromverknappung nun die Preise nach oben schießen würden, … die ist ebenbürtig!

    Sicher wird die Atom-Lobby Mittel und Wege finden, dem renitenten Volk, das in großen Teilen einfach nichts mehr von Kernenergie wissen will, zu zeigen, dass Lichter tatsächlich ausgehen können, wenn AKW abgeschaltet werden.

    Dass das dann aber der Willkür und nicht einem realen Strommangel zuzuschreiben sein wird, dürfte wieder einmal schwer zu vermitteln sein und dann hätten sie mit ihrem perfiden Schüren von Ängsten und Unsicherheiten wieder einmal, zumindest vorübergehend, „gewonnen“.

    Es stellt sich die Frage, ob „gewinnen“ hier wirklich noch der richtige Ausdruck ist, letztendlich sitzen wir doch in demselben Boot – ob wir wollen oder nicht. Aber das können Menschen, denen Geld und Profit der höchste aller Werte ist, offensichtlich nicht verstehen.

    Wer zur Gestaltung des Atom-Strompreises mehr wissen möchte, siehe hier: http://www.stromtip.de/rubrik2/19940/…-ist-Atomstrom-so-billig.html

    Fazit aus obigem Text:

    Atomstrom ist nicht billig, ganz im Gegenteil. Ein Experte schätzte gegenüber dem ZDF-Magazin Fakt den Preis pro Kilowattstunde Atomstrom bei Anrechnung aller Kosten grob auf zwei Euro. Das ist mehr als das 20fache von Strom aus Windkraft.

    Folgerung: Atomstrom ist nicht billig, er ist sogar eine der teuersten Möglichkeiten, Strom zu produzieren.

    Nur: Die Kosten kommen nicht über die Stromrechnung, sondern über die Steuerlast. Wenn’s schlecht läuft, noch für eine Million Jahre.

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