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Große Könige

D. Pardon [ - Uhr]

Zwei Könige begaben sich auf die lange, gefährliche und beschwerliche Reise.

Genau genommen sind es ein König und eine Königin und beide sind noch nicht einmal besonders große Könige, sondern eher kleine, was aber letztlich gar nicht so wichtig ist. Jedenfalls scheuten beide keine Mühen, als sie gestern von Neuwerk aus starteten.

Obwohl: So ganz beschwerlich und mühevoll war die Reise denn doch nicht. Zumal beide mit leichtem Gepäck unterwegs waren. Nur Umhang und Krone, also gerade das nötigste, hatten sie dabei. Essen und Trinken waren nicht nötig, denn schließlich sind Könige es gewohnt, gut empfangen und bewirtet zu werden.

Also zogen beide recht ausgeschlafen und munter los. Angst hatten sie auch keine vor den lauernden Gefahren. Prominente Leute haben schließlich auch Sicherheitspersonal und wer will etwa behaupten, dass ein König, mag er auch noch so klein sein, weniger wichtig ist als irgendein Schauspieler, Politiker oder Komiker? Eben.

Dumm nur, dass beide erst zur späten Morgenstund loszogen. Da war kein Stern mehr zu sehen. Und wegen des wolkenverhangenen Himmels bot auch die Sonne keine Orientierung.

Machte aber gar nix. Und das aus zwei Gründen:

Erstens: Könige gehen nicht zu Fuß. Das war früher schon so, das ist auch heute so. Solche Beschwerlichkeiten sind Königen nun mal nicht zuzumuten. Wäre ja noch schöner.

Deshalb haben Könige zweitens auch Kamele. Schließlich weiß ein Kamel immer wo die nächste Oase ist. Ein Kamel findet nämlich immer seinen Weg, ob durch eine wüste Stadt oder über weites Land (womit nebenbei bemerkt auch bewiesen wäre, dass Kamele zwar gemütlich, aber keinesfalls dumm, sondern höchst zuverlässig und ausdauernd sind und deshalb gut gepflegt werden sollten. Auch von Königen und Königinnen).

Und so setzten sich beide Könige, genauer gesagt ein König und eine Königin, was aber wie gesagt letztlich nicht so wichtig ist, ganz gelassen zu ihrem Chauffeur und ließen sich von Neuwerk nach Jüchen kutschieren.

Dort angekommen, staunten sie nicht schlecht: Unzählige Könige – und natürlich auch Königinnen – kamen aus allen Richtungen ebenfalls mit Ihrer Dienerschaft herbei geeilt. Aus dem ganzen Aachener Raum trafen sie in Jüchen ein, um Segen zu erhalten, Segen zu bringen und für viele Menschen zum Segen zu werden.

Die beiden Neuwerker Könige freuten sich sehr, als sie gewahr wurden, dass noch weitere Segensbringer von Mönchengladbach aus nach Jüchen ihren Weg gefunden hatten.

Sie folgten aus Holt, Wickrath, Rheydt, Rheindahlen und Stadtmitte kommend keinem Stern, sondern ebenso wie die beiden Neuwerker ihren Herzen.

Gold, Weihrauch und Myrrhe brauchten sie auch nicht zu transportieren, das war nämlich auch schon angeliefert worden. Sie fanden Gold in Form eines Kreuzes vor, Weihrauch, der heftig geschwenkt wurde, und Myrrhe auf dem Altar.

All das erinnerte die herbeigeeilten Könige an ihre großen Vorbilder Casper, Melchior und Balthasar.

Und dann wurde auch dem letzten König und auch der letzten Königin klar, warum sie heute und in den nächsten Tagen unterwegs sind, den Segen zu bringen und um eine Spende zu bitten.

Sie hörten die biblische Geschichte von der Heilung des Gelähmten und wie wichtig in der heutigen Zeit der Unterhalt von Krankenstationen in armen Ländern wie Tansania ist und was das für die Menschen und deren Kinder dort bedeutet.

Deshalb werden auch die zwei Könige aus Neuwerk sowie viele weitere Könige auch in Neuwerk, Bettrath und Üdding samt Gefolge in Anlehnung an die Heiligen Drei Könige vom 04. bis 06.01.2013 den Segen zu den Menschen bringen, um zum Segen für kranke Kinder in fernen Ländern zu werden.

Die Größe eines Königs misst sich eben nicht an seiner Größe.

 

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