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Niederrhein-Krimi von Ulrike Renk

Andreas Rüdig [ - Uhr]

Hauptkommissar Jürgen Fischer ist frisch von Münster nach Krefeld versetzt worden. Als mehrere Schaufensterpuppen zerfetzt in einem Waldgebiet zurückgelassen werden, ahnt bei der örtlichen Polizei noch niemand etwas Schlimmes.

Doch dann wird die erste enthauptete Leiche kopflos vorgefunden…

Auf den ersten Blick weist der Roman Elemente des klassischen, eher us-amerikanisch angehauchten Krimis auf. Es fängt damit an, daß mehrere Polizeibeamte private Probleme haben, die Auswirkungen auf ihre berufliche Arbeit haben. Fischer hat Probleme mit Frau und Sohn. Sabine Thelen, eine Kollegin von ihm, hat vor geraumer Zeit einen befreundeten Kollegen durch einen Mord verloren.

Mit etwas gutem Willen könnte man die Geschichte als Lokalkrimi bezeichnen. Es gibt schließlich konkrete Ortsangaben aus Krefeld. Die Handlung ist aber so allgemein gehalten, daß sie auch problemlos in anderen Teilen Deutschlands spielen könnte.

Die Handlung wirkt aber auch etwas konstruiert. Zum Ende hin stellt sich nämlich heraus, daß es zwei Handlungsstränge gibt – nämlich Mord und Wirtschaftskriminalität. Sie sind anfangs noch miteinander verbunden, werden am Ende geteilt und formal getrennt voneinander gelöst. Ungewöhnlich, nicht wahr? Normalerweise ist es doch anders herum: Zwei Handlungsstränge haben zunächts nichts miteinander zu tun und werden erst am Ende vereint.

Auffällig ist auch eine Schwäche bei der Zeichensetzung. Selbst bei Relativsätzen fehlt oft ein Komma.

Wollen wir bei der Beurteilung aber nicht zu streng sein. Das Buch gefällt irgendwie schon.

Renk ist Jahrgang 1967 und in Dortmund aufgewachsen. Sie hat Soziologie, Anglistik und Literaturwissenschaft studiert. Heute lebt sie als Autorin und Schriftstellerin in der Samt- und Seidenstadt Krefeld.

Ulrike Renk: Seidenstadt-Leichen Niederrhein-Krimi; Gmeiner – Verlag Meßkirch 2017; 248 Seiten; ISBN: 978-3-8392-2152-5

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